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Wolbergs schwimmt auf „Sympathiewelle“

Unaufdringlich und präsent – den Spagat will der OB-Kandidat der SPD in Regensburg vor der Stichwahl schaffen. Dafür arbeitet er bis zu 17 Stunden.
Von Heike Haala, MZ

Joachim Wolbergs im Orphée mit einem geschmorten Kaninchenbraten.

Regensburg.So lecker der Kaninchenschmorbraten im Orphée auch sein mag und so fluffig das Kartoffelpüree Joachim Wolbergs, den OB-Kandidaten der SPD, auch anlacht – das Menü wird er nicht ungestört verspeisen können. Wolbergs und die Stichwahl sind schließlich das Gesprächsthema im Lokal. Deswegen kommen insgesamt fünf Gäste an seinen Tisch, um Wolbergs zu seinem Ergebnis zu gratulieren und um zu beteuern, dass sie auch ein zweites Mal für ihn an die Wahlurne kommen werden. Und dieses Feedback schmeckt dem Kandidaten natürlich ebenso gut wie die Küche des Orphée.

Auf eine Stichwahl hatte er sich zwar eingestellt, Wolbergs gibt aber auch zu, dass die Verlängerung des Wahlkampfs nicht spurlos an ihm vorübergeht. Derzeit fährt er ein Tagespensum von bis zu 17 Stunden am Tag. In der Früh’, wenn er aufsteht, ist er bisweilen hundemüde. Aber der Griff zum Handy lässt alle Schläfrigkeit verschwinden. Jedes Mal, wenn er seine Mails, seine SMS oder seine Sprachbox checkt, wird er mit positivem Feedback überschüttet: „Dann bin ich wieder voll da!“ Die Sympathiewelle baue ihn auch deswegen auf, weil er diesen Zuspruch während seines letzten Stichwahlkampfs 2008 gegen Hans Schaidinger nicht erfahren habe. „Die Wahl war ein Befreiungsschlag“, sagt er. Weil es am Sonntag um 18 Stimmen ging, vergisst Wolbergs neben einem Wort des Dankes nicht, den Leuten mit auf den Weg zu geben, dass sie und ihre Angehörigen zur Wahl gehen sollen.

Beim Stichwahlkampf ist seiner Ansicht nach besondere Sensibilität gefragt. Schließlich finden die Bürger inzwischen seit zwei Monaten Flyer in ihren Briefkästen, Infostände in der Altstadt gehören im Wahlkampf zur Kulisse. Wolbergs will niemanden mit Parteiwerbung überfrachten. Auf der anderen Seite muss er derzeit aber auch präsent sein, sobald er sich unter die Leute begibt. Er will nicht in die Verlegenheit kommen, einen Bekannten auf der Straße grußlos zu übersehen, weil er gerade in Gedanken ist.

Infostände hin, Plakataktionen her – Wolbergs hat auch noch einen dienstlichen Terminplan. Und wenn der ihn fordert, muss der Wahlkampf auch einmal warten: zum Beispiel, um für seine Eröffnungsrede bei der Kurzfilmwoche die richtigen und persönlichen Worte zu finden.

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