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Einsatz

Yacht strandet bei Wurstkuchl

Ein 66-jähriger Franzose blieb mit seinem Segelboot an einer Sandbank in der Donau hängen. Nach der aufwendigen Rettungsaktion konnte er jedoch weiterfahren.
Von Marion Koller, MZ

  • An der Steinernen Brücke ist am Freitag ein Sportboot gekentert. Foto: Lex
  • An der Steinernen Brücke ist am Freitag ein Sportboot gekentert. Foto: Lex
  • An der Steinernen Brücke ist am Freitag ein Sportboot gekentert. Foto: Lex
  • An der Steinernen Brücke ist am Freitag ein Sportboot gekentert. Foto: Lex
  • An der Steinernen Brücke ist am Freitag ein Sportboot gekentert. Foto: Lex

Regensburg. Die PS-Leistung seines Segelboots mit Hilfsmotor überschätzte ein Franzose offenbar. Der 66-Jährige wollte am Freitag gegen 12.40 Uhr unter der Steinernen Brücke hindurchfahren, doch in der starken Strömung trieb seine weiße Yacht ab und lief gegenüber der Wurstkuchl auf eine Sandbank auf. Dort ist der Fluss nicht einmal einen Meter tief.

Das Boot kippte und der Mann saß fest. Feuerwehrleute, Helfer von Wasserwacht und DLRG eilten zum Unfallort. Mit einem Boot steuerte die Berufsfeuerwehr die Yacht an und rettete den braun gebrannten, sichtlich zerknirschten Urlauber. Der 66-Jährige hatte sich bei der unsanften Landung eine Platzwunde am Kopf zugezogen.

Ein Sanitäter behandelte ihn. Der Franzose war alleine unterwegs.

Einsatzleiter Martin Seidl von der Berufsfeuerwehr sagte zur MZ, der Mann sei auf der Sandbank gefährdet gewesen, da sein Motorboot jeden Augenblick kentern hätte können. Rund eine Stunde hing die Yacht auf der Untiefe im Fluss fest. In dieser Zeit war die Donau für die großen Ausflugsschiffe gesperrt, kleinere Boote konnten passieren.

Einsatzleiter Seidl hatte zunächst vor, eine Spezialfirma mit der Bergung zu beauftragen, denn das Segelboot war immerhin drei bis vier Tonnen schwer. Doch schließlich versuchte es die DLRG selbst. Die Helfer kreuzten den Fluss, befestigten die gekippte Yacht mit einem Seil an ihrem Rettungsschiff und zogen sie bis zur Anlegestelle am Schopperplatz.

Hunderte von Schaulustigen verfolgten von der Steinernen Brücke und dem Ufer aus gespannt das Geschehen. Sie mutmaßten, ob der 66-Jährige Franzose wohl Bergungskosten übernehmen müsse.

Etliche befürchteten, das auf der Sandbank hängende Boot werde abtreiben und größeren Schaden anrichten. Doch zum Glück lief alles wie am Schnürchen. Der DLRG applaudierten die Menschen.

Zwei Strudelfahrten musste die Klinger Personenschifffahrt GmbH wegen des Unfalls umleiten. Die „Johannes Kepler“ glitt nicht wie gewöhnlich durch die Steinerne Brücke zum Herzogspark, sondern fuhr vom Klinger-Pavillon in der Thundorfer Straße aus nach Schwabelweis und in den Main-Donau-Kanal.

Linda Heim, Mitarbeiterin der Personenschifffahrt, äußerte sich erfreut darüber, dass die rund 160 Passagiere so vernünftig reagierten. „Das waren lauter nette Leute“, meinte die 47-Jährige. „Die haben ja alle gesehen, dass ein Unfall war.“ Nur ein Paar beschwerte sich. Sie beschwichtigte Linda Heim mit Freikarten für die 50-minütige Tour.

Die Klinger-Angestellte hatte den Unfall vom Verkaufspavillon aus beobachtet. „Ich habe einen Riesenknall gehört“, erzählte sie. „Wie bei der Titanic.“ Linda Heim rief die Wasserschutzpolizei.

An der Yacht entstand außer ein paar Kratzern kein Schaden. Das überprüfte die DLRG am Schopperplatz. Danach nahm der Franzose seine Fahrt Richtung Kelheim wieder auf.

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