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Verkehr

A3: Den Rasern geht es an den Kragen

Ein Hightech-Blitzer fotografiert ab Montag die Temposünder auf der A3 bei Regensburg. Die Autofahrer werden aber vorgewarnt.
Von Daniel Pfeifer

Polizeihauptkommissar Ulrich Kienberger (l.) und Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (r.) führen den nagelneuen mobilen Blitzer vor. Foto: Pfeifer
Polizeihauptkommissar Ulrich Kienberger (l.) und Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (r.) führen den nagelneuen mobilen Blitzer vor. Foto: Pfeifer

Regensburg.Liebe Raser, liebe Drängler, die es mit dem Geschwindigkeitslimit nicht so erst nehmen: Jetzt müsst ihr ganz stark sein. Denn die Regensburger Verkehrspolizei macht euch ab Montag das Leben mit nagelneuem Hightech-Gerät schwer.

„Enforcement-Trailer“ heißt der unscheinbare Anhänger, der ab nächster Woche in einem Pilotprojekt auf den Baustellenabschnitten der A3 am Autobahnrand stehen wird. Unter einer Metallhülle versteckt sich ein komplettes Blitzersystem. Der 75000 Euro teure Hightech-Anhänger braucht ähnlich wie ein altbekannter fester Blitzer keinen Polizisten, sondern funktioniert ganz für sich allein.

Wo genau und wie lange der Enforcement-Trailer Fotos schießen wird, ist natürlich geheim. „Eine gewisse Unberechenbarkeit, wo wir ihn aufstellen, soll es schon geben,“ erklärt der Regensburger Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. An einem Ort werde er deshalb höchstens sieben Tage stehen, bevor er an einen anderen Abschnitt der A3 umgesetzt wird.

„Wir werden das Ganze sehr offensiv gestalten.“

Gerold Mahlmeister, Regensburger Polizeipräsident

Aber keine Angst: Das Ziel dieser neuen Technologie sei ganz und gar nicht, möglichst viele Regensburger auf der A3 still und heimlich dranzukriegen. Der Anhänger selbst ist beklebt mit Signalstreifen und einer großen Aufschrift: „Polizei. Geschwindigkeitskontrolle!“. Vorwarnschilder und Hinweise auf Tempomessung machen den Autofahrer früh genug auf den Blitzer aufmerksam „Wir werden das Ganze sehr offensiv gestalten“, versichert Mahlmeister. „Und uns geht es doch in erster Linie darum, dass alle sicher um Regensburg herum kommen.“

Bislang sind kaum mehr Unfälle passiert

Die Frage stellt sich jetzt natürlich: Warum braucht es noch mehr neue Blitzer? Denn schließlich gab es auf der A3 bei Regensburg mit der Baustelle bislang keinen wirklichen Anstieg an Unfällen. In Fahrtrichtung Passau gab es zwischen Januar und April bislang 69 Unfälle mit insgesamt 7 Verletzten. Letztes Jahr waren es 67 Unfälle und 5 Verletzte, im vorletzten Jahr 68 Unfälle und 5 Verletzte.

Und auch die Unfallursache Geschwindigkeitsüberhöhung ist eher selten. Nur in einem einzigen Fall war Raserei die Hauptunfallursache, deutlich weniger als beispielsweise zu geringer Abstand zum Vordermann.

Doch, selbst wenn Geschwindigkeit nicht der endgültige Grund sei, erklärte Polizist Bernhard Huber, so spiele er bei den meisten Unfällen erfahrungsgemäß indirekt eine wichtige Rolle. Besonders durch behinderten Verkehrsfluss und den sogenannten „Ziehharmonika-Effekt“. Wenn sich alle an die 80 km/h-Schilder hielten, würde alles deutlich flüssiger und sicherer laufen.

Und hilft dort jetzt der Enforcement-Trailer? Das ist zumindest die Hoffnung des Polizeipräsidiums und der Autobahndirektion. In einem Pilotprojekt wurde der Anhänger bereits im April 2017 in Oberbayern getestet. Dort, so Polizeipräsident Mahlmeister, habe er Geschwindigkeitsspitzen verringern und die Beanstandungsquote senken können. Außerdem sei das Feedback der Bürger „sehr positiv“ gewesen.

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Die gesamte Präsenz der Polizei wird erhöht

Auf der baustellen-geplagten A3 wird aber nicht nur verstärkt gegen Raser vorgegangen. Die gesamte Präsenz der Polizei soll erhöht werden, so Huber. Es wird Schwerpunktwochen geben, Abstandskontrollen werden ausgebaut und Ablenkungsverstöße (also Daddelei am Handy während der Fahrt) werden intensiver überwacht, per Kamera und per Streifenwagen.

Der Enforcement-Trailer soll besonders an Unfallgefahrenpunkten auf dem Baustellenabschnitt der A3 eingesetzt werden. Doch durch die flexible und Personalkosten-schonende Einsatzmöglichkeit soll der Blitzanhänger in Zukunft auch in der restlichen Oberpfalz zum Einsatz kommen. Vorausgesetzt natürlich, er bewährt sich in seiner Pilotphase in Regensburg.

Den Geschwindigkeitssündern geht es also ab Montag verstärkt an den Kragen. Übrigens: Widerstand zwecklos: Der Enforcement-Trailer hat eine massive Metallhülle, ist im Einsatz kaum mehr verrückbar und mit einem Alarmsystem ausgestattet.

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