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A3-Ausbau
Mittwoch, 19. September 2018 28° 1

Verkehr

Ein stürmischer Spatenstich für die A3

Wind und Autobahnlärm: Beim Auftakt fürs Megaprojekt mussten die Minister Ilse Aigner und Andreas Scheuer beides überstimmen.
Von Marion Koller

Der Wind wirbelte Haar und Sand durcheinander: die Regensburger Bürgermeisterin und OB-Vertreterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, die bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner, MdB Peter Aumer, MdL Dr. Franz Rieger und Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Südbayern. (von links) Foto: Daniel Pfeifer
Der Wind wirbelte Haar und Sand durcheinander: die Regensburger Bürgermeisterin und OB-Vertreterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, die bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner, MdB Peter Aumer, MdL Dr. Franz Rieger und Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Südbayern. (von links) Foto: Daniel Pfeifer

Regensburg.Der A3-Ausbau bei Regensburg ist zwar seit Wochen im Gange, doch der offizielle Spatenstich ging erst am Freitag über die Bühne. Zwei Minister gaben sich direkt an der Autobahn-Baustelle im Regensburger Stadtosten die Ehre: die bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner und ihr Berliner Kollege Andreas Scheuer.

Ministerin Aigner: „Ich bräuchte eine Haarspange.“ Foto: Daniel Pfeifer
Ministerin Aigner: „Ich bräuchte eine Haarspange.“ Foto: Daniel Pfeifer

Etwa 200 Gäste aus Wirtschaft und Politik fanden sich ein auf dem Gelände der Landauer Transportgesellschaft Doll KG in der Junkersstraße. Das wechselhafte Aprilwetter traktierte die Gesellschaft mal mit starkem Wind, dann wieder mit Regen. Die Redner standen zwar unter einem Holzdach, mussten aber Wind und Autobahnlärm übertönen. Auf der nur wenige Meter entfernten A3 röhrte ein Lastwagen nach dem anderen vorbei, auf der anderen Seite die Bahn.

„Wichtig ist, dass wir Schwung auf die Straße bringen und die Staus beenden.“

Verkehrsministerin Ilse Aigner

Verkehrsministerin Ilse Aigner wirbelte der Wind das Haar völlig durcheinander. „Ich bräuchte eine Haarspange“, sagte sie lächelnd. Es war Freitag, der 13. Aigner münzte auch dieses Datum sogleich in einen „Glückstag“ um. Wichtig sei, „dass wir Schwung auf die Straße bringen und die Staus beenden.“ Aigner weiß, wovon sie spricht. Schließlich legt sie 100 000 bis 120 000 Kilometer pro Jahr im Auto zurück.

Verstehen sich offenbar ganz gut: die beiden Verkehrsminister Andreas Scheuer (Bund) und Ilse Aigner (Bayern) Foto: Daniel Pfeifer
Verstehen sich offenbar ganz gut: die beiden Verkehrsminister Andreas Scheuer (Bund) und Ilse Aigner (Bayern) Foto: Daniel Pfeifer

Es war ihr zweiter Spatenstich als neue Ministerin für Wohnen, Bau und Verkehr. Am Vormittag hatte sie bereits in Nürnberg den Auftakt des A73-Ausbaus mitgefeiert. Die Erweiterung der A3 bei Regensburg auf sechs Spuren sei gut für die Pendler und für die Anwohner, auch wenn das paradox klingt. Aigner versprach, dass der Lärmschutz spürbar verbessert wird – mit Wänden, die insgesamt 19 Kilometer lang und bis zu 14 Meter hoch sind. Hinzu kommt ein neuer Asphalt mit lärmmindernder Wirkung. Aigner appellierte, die Anwohner sollten geduldig sein. Da sowohl der Schienenverkehr als auch der Verkehr auf der A3 weiter rollten, handele es sich hier quasi um eine OP am offenen Herzen.

Lesen Sie außerdem: Sperrung der A3 am Wochenende: Das müssen Sie wissen

Auf der A93 will die Autobahndirektion neue Methode der Streckenbeeinflussung anwenden

Die Regensburger Wirtschaft, allen voran die Big 7, also die sieben größten Unternehmen von BMW über Conti bis zur Maschinenfabrik Reinhausen, seien auf eine funktionierende Autobahn angewiesen. Berufspendler und Zulieferer sollten so wenig wie möglich im Stau stehen. Auch die A93 stufte die Ministerin als „hochbelastet“ ein. Hier setze die Autobahndirektion auf moderne Steuerung mit einer „durchgehenden Streckenbeeinflussungsanlage“. Zwischen dem Kreuz Regensburg und der Anschlussstelle Regensburg-Nord werde der Verkehr künftig besser fließen, versprach sie. Doch der Pfaffensteiner Tunnel bleibe ein Nadelöhr. Für die Erweiterung gibt es noch keine Lösung.

Zahlen und Fakten zum A3-Ausbau

„Ein richtiges Infrastruktur-Update“

Der neue Bundesverkehrsminister Scheuer bezeichnete den A3-Ausbau als „richtiges Infrastruktur-Update“. Diese Autobahn besitze transeuropäische Bedeutung. Auf den 15 Kilometern zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und der Ausfahrt Rosenhof werden 270 Millionen Euro verbaut. Ein Symbol für bayerische Effizienz sei es, dass der Planfeststellungsbeschluss im April 2017 fiel, die Finanzierung im Oktober desselben Jahres genehmigt war und der Baustart im Frühjahr 2018 folgte.

70 000 Fahrzeuge rollten täglich auf der A3 bei Regensburg, zu Ferienspitzenzeiten sogar 100 000, 20 Prozent davon ist Schwerverkehr. Zum Vergleich: Auf anderen Autobahnen sind es 15 Prozent. 82 000 Fahrzeuge werden es in wenigen Jahren sein. „Wer die A3 stärkt, stärkt Ostbayern“, betonte Scheuer. Die Wirtschaftskraft der Regensburger Unternehmen strahle auf ganz Deutschland aus. Ein Schlüssel für den ökonomischen Erfolg sei die Infrastruktur. Langfristig solle die A3 bis Nittendorf und in anderer Richtung bis Deggendorf ausgebaut werden.

Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Süd Foto: Daniel Pfeifer
Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Süd Foto: Daniel Pfeifer

Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Südbayern, hatte die Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßt, darunter viele Bürgermeister aus der Region, die IHK, die Handwerkskammer und Unternehmensvertreter.

Vier Brücken aus 6000 Tonnen Beton und 215 Tonnen Stahl werden während der Vollsperrung am Wochenende von 19 Baggern abgebrochen. Elf Radlader, Radbagger und Raupenfahrzeuge verladen die Abbruchmassen auf Brummis, die sie fortlaufend zu den neben der A3 angelegten Lagerflächen transportieren.

Der Neubau der Bahnbrücke wird später im Taktschiebeverfahren realisiert: Abschnitt für Abschnitt werden Teile der neuen Brücke am östlichen Rand eingesetzt und über die Pfeiler geschoben – am westlichen Brückenrand werden zeitgleich Teile der alten Überführung ausgehoben und zerlegt.

Alle Hintergründe, aktuellen Infos, Bilder und Videos zum Ausbau der A3 finden Sie in unserem Special.

Wir berichten in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Newsblog von der A3.

Das passiert am Wochenende

  • Für den zeitgleichen Abbau

    von vier querenden Brücken ist die A3 von Samstag ab etwa 20 Uhr bis Sonntag um 14 Uhr zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Universität und Rosenhof gesperrt. Nicht auf- bzw. abfahren kann man in dieser Zeit an den Anschlussstellen Regensburg-Burgweinting, -Ost und Neutraubling.

  • Umgeleitet wird der

    regionale Verkehr über eine ausgeschilderte Route. Diese führt über die Staatsstraße 1660 (frühere B8), den Odessa-Ring und die Landshuter Straße. Umleitungskarten stehen unter a3-regensburg.de zur Ansicht und zum Download bereit. Unmittelbar nach der Vollsperrung beginnt der Abriss der Brücken.

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