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Verkehr

A3: 18 Stunden Vollsperrung

13 Kilometer Autobahn bei Regensburg sind ab Samstagabend komplett gesperrt. 15 Bagger brechen vier Brücken ab.
Von Marianne Sperb

Fahrer sollten den Raum Regensburg meiden: Die Autobahn A3 bei Regensburg bleibt eine Nacht und einen halben Tag lang autofrei. Foto: Jan Woitas/dpa
Fahrer sollten den Raum Regensburg meiden: Die Autobahn A3 bei Regensburg bleibt eine Nacht und einen halben Tag lang autofrei. Foto: Jan Woitas/dpa

Regensburg.Im Raum Regensburg vergeht kein Tag ohne Staus. Die Autobahn A3 ist häufig überlastet, und Fahrer, die Alternativen suchen, stecken ebenfalls bald fest: wegen Baustellen an neuralgischen Punkten im Bereich der Ausweichrouten. Viele Pendler brauchen inzwischen doppelt so viel Zeit zum Job, auch aus der Wirtschaft nahm die Kritik zuletzt an Schärfe zu.

Am Wochenende verschärft sich die Lage. Stau auf der A3 wird es da allerdings garantiert nicht geben: Die Autobahn ist 18 Stunden komplett gesperrt. Eine der wichtigsten deutschen Autobahnen bleibt ab Samstag (20 Uhr) bis Sonntag (14 Uhr) zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Universität und Rosenhof unpassierbar.

15 Großbagger vernichten in dieser Zeitspanne vier querende Brücken und eine Lkw-Flotte schafft 6000 Tonnen Beton aus dem Weg, damit die Trasse am Sonntagnachmittag wieder frei ist.

Konzerne stellen sich um

Die Konzerne im Raum Regensburg haben sich so gut es geht auf die Ausnahmesituation eingestellt. Im BMW-Werk zum Beispiel sind die rund 1600 Mitarbeiter der Samstag-Spätschicht, die ab Mitternacht in Werkbussen oder im Privatauto nach Hause aufbrechen, umfassend vorgewarnt; Großbildschirme zeigen laufend die aktuelle Verkehrslage an. Fertig produzierte BMW werden in dieser Nacht nicht abtransportiert. Krones Neutraubling lässt den Lieferverkehr ins Werk zwischen Freitag und Sonntag ruhen. Und das Universitätsklinikum hat alternative Rettungswege abgeklärt. Autofahrer müssen mit Behinderungen rechnen. Der regionale Verkehr wird über eine ausgeschilderte Route geleitet: über die Staatsstraße 2660 (ehemals B8), Odessa-Ring und Landshuter Straße. Dem Fernverkehr empfiehlt die Autobahndirektion Südbayern, einen sehr großen Bogen um die Baustelle zu machen und den Raum Regensburg zu meiden. „Die Arbeiten sind so angesetzt, dass sie in kürzester Zeit und bei möglichst minimaler Lärmbelästigung durchgeführt werden können“, betont Sprecher Josef Seebacher.

Bauauftakt mit Ministern

Beim Brückenabriss wird es laut. Tonnenschwere Teile poltern auf die Fahrbahn. Seebacher betont den Sicherheitsaspekt: Während der Vollsperre ist auf der Baustelle ein Lkw-Geschwader unterwegs. „Wer unbefugt die A3 betritt, begibt sich in Lebensgefahr!“

Im Schnitt rollen am Tag 67 000 Fahrzeuge über die A3. Die Kapazität der Verkehrsschlagader ist ausgereizt. Deshalb wird die Trasse bis 2024 auf 15 Kilometern Länge von vier auf sechs Spuren verbreitert, Kosten: 270 Millionen Euro. Offizieller „Bauauftakt“ ist übrigens erst am Freitag: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und seine bayerische Kollegin Ilse Aigner kommen. Seiten 2 bis 5

Der Zeitplan

  • Samstag, ab 20 Uhr:

    Die A3 wird zwischen Regensburg-Universität und Rosenhof komplett gesperrt. Die Fahrbahnen werden vorbereitet. Ab etwa 22.30 bis 1 Uhr ist die „heiße Phase“: Bagger brechen vier querende Brücken ab, Lkw beginnen sofort, Abraum wegzufahren.

  • Sonntag, ca. 14 Uhr:

    Die A3 ist voraussichtlich am frühen Sonntagnachmittag freigeräumt und wieder befahrbar.

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