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Mobilität

A3: Auf der Bahnbrücke wird es eng

Der Ausbau beginnt mit einem Mammutprojekt: Das Bauwerk bei Regensburg-Burgweinting wird ersetzt – bei fließendem Verkehr.
Von Julia Ried

Der Neubau der Bahnbrücke Burgweinting ist das anspruchsvollste Einzelprojekt des A3-Ausbaus. Fotos: Tino Lex
Der Neubau der Bahnbrücke Burgweinting ist das anspruchsvollste Einzelprojekt des A3-Ausbaus. Fotos: Tino Lex

Regensburg.Wohl unbemerkt von den meisten Autofahrern hat die Autobahndirektion bereits im Februar mit dem technisch anspruchsvollsten Einzelprojekt des A3-Ausbaus zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und Rosenhof begonnen: dem Neubau der 200 Meter langen Bahnbrücke Burgweinting. Auf der Brücke sichtbar wurde die Großbaustelle erst am 1. März. Seitdem verbreitert die Autobahndirektion die Fahrbahn in Richtung Passau, damit ab Mitte April der komplette Verkehr auf dieser Seite abgewickelt werden kann. Denn der Neubau erfolgt bei fließendem Verkehr: Während die alte Brücke zurückgebaut wird und die neue entsteht, rollen darüber Autos auf vier Spuren und darunter Züge auf 23 Gleisen. Vier Bau-Jahre soll das dauern, bis Ende 2021, und 40 Millionen Euro kosten.

Seit 10. Februar sind unter der Brücke Arbeiter mit dem Bau von Hilfsstützen beschäftigt. Die seien nötig, damit sich die Brücke verschieben lasse, erläutert Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. Denn die Behörde setzt bei dem Projekt auf das „Taktschiebeverfahren“. Sobald die neuen Spuren auf der Südseite eingerichtet sind, wird der nördliche Teil der Brücke abgebrochen und gleichzeitig neu gebaut. Seebacher erklärt: An den beiden Brückenenden entstehen jeweils große Baugruben, die „Taktkeller“. Auf der einen Seite werden darin die einzelnen Teile des neuen Bauwerks zusammengeschweißt und anschließend an der alten befestigt. „Wenn ein Stück angeschweißt ist, wird die Brücke mit ganz starken Pressen über die Gleise geschoben. Dann können wir auf der anderen Seite ein Stück abschneiden.“

Neue Brücke sechs Meter breiter

Nach zwei Bau-Jahren wechseln die Arbeiter die Seite, um dann den südlichen Teil der Brücke im „Taktschiebeverfahren“ durch einen Neubau zu ersetzen. Spundwände in der Mitte trennen jeweils die Baustellen-Seite von dem Autobahnteil, auf dem der Verkehr weiterfließt. Insgesamt wird die neue Brücke mit circa 36 Metern sechs Meter breiter als die alte, damit sechs Autobahn-Spuren darauf Platz haben. Bisher sind für die Fahrspuren in einer Richtung 11,50 Meter Platz, zukünftig 14,50 Meter.

Wegen der Vorbereitungsarbeiten sind derzeit die Fahrspuren Richtung Süden nach links gedrückt und eingeengt, die Geschwindigkeit ist auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzt. „Die Verkehrsteilnehmer haben sich ganz gut darauf eingestellt“, sagt Seebacher.

Josef Seebacher von der Autobahndirektion erklärte der Mittelbayerischen das Mammutprojekt an Ort und Stelle im Video.

Josef Seebacher zum Brückenneubau

Pendler Matthias Kiener, der von Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf zu seinem Arbeitsplatz im Regensburger Osten fährt, bestätigt: Der Verkehr auf der Brücke und ihrem Umfeld stocke nicht viel stärker als ohnehin üblich. „Es ist nicht ganz so schlimm, wie ich zunächst befürchtet hatte. Wenn es so weitergehen würde, wie es jetzt ist, wäre es akzeptabel.“ Doch der 52-Jährige glaubt, dass sich die Situation verschlechtert, sobald alle vier Fahrspuren auf einer Brückenseite zusammengerückt sind. „Dann wirds chaotisch.“

In unserem Spezial begleiten wir den Ausbau der A3 und halten Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden: www.mittelbayerische.de/a3.

Pendler: Ausweichen schwierig

Geeignete Ausweichrouten gebe es leider nicht, beklagt er. Der Lappersdorfer Kreisel sei so überlastet, dass das morgendliche Einfädeln extrem schwierig sei, der Heimweg über Odessa-Ring und Haslbach in Richtung B 16 ziehe sich. „Man hat drei oder vier Ampeln, bis man in Haslbach ist“, erzählt er – und die Grün-Phasen seien viel zu kurz. Hier müssten die Verantwortlichen Abhilfe schaffen, findet er. Auf Bahn und Bus umzusteigen, komme für ihn nicht in Frage: Allein für den Weg vom Hauptbahnhof Regensburg zu seinem Arbeitsplatz benötige er 30 Minuten.

Zahlen und Fakten zur Bahnbrücke Burgweinting finden Sie hier im Video.

Zahlen und Fakten zur Bahnbrücke Burgweinting

Insgesamt müssen für den A3-Ausbau 16 Brücken neu gebaut oder verbreitert werden. Vorbereitende Arbeiten für drei Abrisse beginnen in der nächsten Woche. Ab Montag, 12. März, werden dafür die Eisackerstraße bei Irl, die landwirtschaftliche Brücke am Umspannwerk Neutraubling und die Brücke Oberheising-Unterheising im Bereich Neutraubling/Barbing für den Verkehr gesperrt. Der Verkehr von Neutraubling nach Barbing und umgekehrt wird über die Ostumgehung Neutraubling umgeleitet, die Umleitung für die Nutzer der Eisackerbrücke verläuft über Kremser Straße und Max-Planck-Straße zur Leibnizstraße. Die Überführung Markomannenstraße bleibt, anders als zunächst angekündigt, noch bis 8. April befahrbar. Dazu bringen die Arbeiten an den vier genannten Brücken bis Juli dieses Jahres drei Vollsperrungen der A3 in diesem Jahr mit sich, voraussichtlich an Wochenenden im April, Juni und Juli. Der erste Sperrungstermin ist die Nacht zum 15. April, in der die vier Bauwerke abgerissen werden.

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