MyMz

Verkehr

A3-Ausbau: Vollsperrung, die zweite!

Am Wochenende wird ein Teilstück für 15 Stunden abgeriegelt. An drei Brücken werden tonnenschwere Gerüste eingesetzt.
Von Jürgen Scharf

Regensburg.Es war die große Show der Maschinen. Im April, als vier Brücken an der A3 abgerissen wurden, schafften 15 Großbagger insgesamt 6000 Tonnen Beton aus dem Weg. Viele Zaungäste ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen und verfolgten den Abriss von einem eigens eingerichteten Informationspunkt aus. Für 18 Stunden war die A3 damals zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Universität und Rosenhof komplett gesperrt worden. Nun ist wieder eine Vollsperrung nötig. Es werden unter anderem die Gerüste für die Betonierung der neuen Brücken eingehoben. Allerdings ist dieses Mal alles eine Nummer kleiner. Während die Anschlussstellen Regensburg-Ost und Neutraubling erneut gesperrt sein werden, bleibt die Ausfahrt Burgweinting offen. Statt 18 dauert die Maßnahme 15 Stunden. Und es sind „nur“ noch zwölf Kräne am Werk.

„Es wird sicher nicht ganz so spektakulär sein wie im April“, sagt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. Damals hatten Großbagger unter ohrenbetäubendem Lärm gewaltige Abrissarbeiten verrichtet. Ganz ohne ist der technische Aufwand aber auch am kommenden Wochenende nicht. Drei Brücken werden zum Betonieren vorbereitet. An jeder werden zu den ohnehin an den Baustellen vorhandenen zwei Kränen zusätzlich noch zwei weitere postiert sein, die die bis zu fünf Tonnen schweren Einzelteile in ihre Verankerungen heben.

Hier sehen Sie die Bilder vom Brückenabriss im April:

Ausbau der A3: Die Bilder vom Brückenabriss

Zeitfenster wurde verkleinert

Gesperrt wird die A3 dafür zwischen den Anschlussstellen Burgweinting und Rosenhof am Samstag um 21 Uhr. Am Sonntag um 12 Uhr soll der Verkehr wieder freigegeben werden. Seebacher ist sehr optimistisch, dass der Plan eingehalten werden kann – auch wenn das Zeitfenster sogar etwas verkleinert wurde. Bei der ersten Vollsperrung war die Autobahn am Sonntag erst um 14 Uhr wieder freigegeben worden. Jetzt wird die Sperrung bereits zwei Stunden früher aufgehoben. Dies könne Seebacher zufolge erheblich dazu beitragen, die Unannehmlichkeiten für die Autofahrer zu verringern. Erfahrungsgemäß herrsche auf diesem Teilstück der A3 nachts vergleichsweise wenig Verkehr. Ab Sonntagvormittag steige der kontinuierlich an. Jede Stunde, die die Autobahn früher wieder freigegeben werden kann, mache sich stark bemerkbar, sagt Seebacher.

„Regen macht uns nichts.“

Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Süd

Die konkreten Arbeiten an den Brücken werden zur Mittagszeit ohnehin schon länger abgeschlossen sein. Der letzte große Schritt der nächtlichen Maßnahme werden schließlich die Reinigungsarbeiten sein, die etwa eineinhalb bis zwei Stunden dauern.

Drei Vollsperrungen des Teilstücks der A3 gibt es in diesem Jahr insgesamt. Die dritte und letzte ist für den 21. und 22. Juli angesetzt. Dann werden die Gerüste wieder herausgehoben. Bis dahin muss der Beton, der in den kommenden Tagen in die Schalungen eingefüllt wird, ausgehärtet sein. Seebacher ist zuversichtlich, dass auch hier alles reibungslos laufen wird: „Bislang liegen wir voll im Zeitplan, auch wenn dieser schon relativ ehrgeizig ist.“

Im April waren die Brücken abgerissen worden. Foto: Gruber
Im April waren die Brücken abgerissen worden. Foto: Gruber

Das Wetter ist bei den Planungen für kommendes Wochenende die große Unbekannte – eine entscheidende Rolle wird es aller Voraussicht nach aber nicht spielen. Seebacher rechnet nicht mit größeren unvorhergesehenen Verzögerungen. „Regen macht uns nichts“, sagt er. Zwar werde es dann für die Arbeiter bei der Montage der eingehobenen Gerüste leider ungemütlicher, die Maßnahme könne aber dennoch durchgeführt werden. Nur bei einem schweren Gewitter müssten die Arbeiten unterbrochen werden – wegen der Gefahr, dass Blitze in die Kräne einschlagen. Die Chance, dass es über viele Stunden hinweg ein schweres Unwetter gibt, schätzt der Sprecher der Autobahndirektion aber als gering ein.

Die Konzerne im Raum Regensburg haben sich auf die Vollsperrung wieder so gut es geht eingestellt. Andreas Sauer vom BMW-Werk Regensburg sagt, dass nicht zuletzt auf die Erfahrungswerte von April zurückgegriffen werden könne: „Da hat sich gezeigt, dass die Planungen funktionieren.“ Auch dieses Mal seien bei BMW die Mitarbeiter im Vorfeld wieder umfassend informiert worden. Ohnehin sei die Situation im Vergleich zum April günstiger, da am Samstagabend nur in einem kleinen Bereich des Werkes gearbeitet wird. Auf An- und Auslieferungsverkehr werde für den Zeitraum der Vollsperung komplett verzichtet. Krones Neutraubling wird den Lieferverkehr zwischen Freitag und Sonntag wieder komplett ruhen lassen, wie Sprecherin Danuta Kessler-Zieroth mitteilt.

Weitere Informationen zum A3-Ausbau sowie einen Verkehrsticker mit aktuellen Staumeldungen finden Sie in unserem Spezial: www.mittelbayerische.de/a3.

Ausgeschilderte Umleitung

Für Autofahrer, die in der Zeit der Vollsperrung im betroffenen Bereich unterwegs sind, wird es wieder eine ausgeschilderte Umleitung geben. Die Route wird abermals über die Staatsstraße 2660, den Odessa-Ring und die Landshuter Straße führen. Erleichtert werde die Verkehrssituation der Autobahndirektion zufolge dieses Mal dadurch, dass die Bauarbeiten an der Staatsstraße 2660 bei Barbing am Wochenende beendet sein werden, wie Sprecher Seebacher mitteilt. Die Umleitungsstrecke werde dadurch für beide Fahrtrichtungen zur Verfügung stehen.

Für den Fernverkehr empfiehlt die Autobahndirektion eine großräumige Umfahrung. Diese verbindet für die Strecke Passau-Hof die Anschlussstellen Straubing (A3) und Schwandorf-Mitte (A93) über die B 20 und die B 85. Für die Strecke Nürnberg-Passau wird empfohlen zwischen den Autobahnkreuzen Regensburg und Deggendorf die A 93 (bis Dreieck Saalhaupt), die B 15 n/B 15 (bis Anschlussstelle Landshut/Essenbach) und die A 92 zu nutzen.

Bei den Arbeiten am Wochenende wird die Autobahndirektion im Gegensatz zum April nicht einen eigenen Informationspunkt für Schaulustige einrichten. Interessierten empfiehlt Sprecher Seebacher sich im Gewerbegebiet Burgweinting Ost im Bereich der Verlängerung der Leibnitzstraße zu positionieren. Hier könnten die Arbeiten an der Eisackerbrücke verfolgt werden.

Weitere Nachrichten aus Bayern gibt es hier

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht