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Baustelle

Neue Trasse für Stromkabel an der A3

Im Rahmen des Ausbaus der A3 wird das Erdkabel neu verlegt. Provisorische Lösungen sichern die Energieversorgung bei BMW.

Aus eins mach drei: Hier entsteht unterirdisch eine Muffe zur Verbindung von alter und neuer Leitung. Foto: C. Poppe
Aus eins mach drei: Hier entsteht unterirdisch eine Muffe zur Verbindung von alter und neuer Leitung. Foto: C. Poppe

Neutraubling.Für die Erweiterung der Autobahn A3 zwischen Regensburg und Rosenhof müssen nicht nur Brücken und Straßen neu gebaut werden. Rund 1,5 Millionen Euro muss auch das Bayernwerk bei Neutraubling in die Erneuerung und Verlegung des Erdkabels zum BMW-Werk investieren. Bis zum 19. Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

35 Jahre lang lag das Hochspannungskabel des Bayernwerks zur Versorgung des BMW-Werks in Neutraubling parallel zur Autobahn in der Erde. Nun hat es weiter südlich einen neuen Platz finden müssen. Die 110-kV-Verbindung wurde um 30 Meter von der Autobahn weg versetzt. Zwei neue Stahlgittermaste zwischen dem Umspannwerk Neutraubling des Bayernwerks und der Autobahn A 3 machen sichtbar, dass die Erweiterung der Schnellstraße auch weitere Eingriffe in die Infrastruktur erfordert.

Unterirdische Werkstatt

So sehen die Leiterkabel mit Kunststoffisolierung nach dem neuesten Stand der Technik aus. Foto: C. Martens
So sehen die Leiterkabel mit Kunststoffisolierung nach dem neuesten Stand der Technik aus. Foto: C. Martens

Über die bald sechsspurige Fahrbahn führt eine Hochspannungsverbindung aus Straubing mit zwei Stromkreisen. Die Verbindung ist erforderlich, um zum einen über die Mittelspannungsebene die Region Neutraubling mit Strom versorgen zu können und zum anderen, um mit einer leistungsstarken 110-kV-Verbindung das örtliche Werk des Autoherstellers BMW ins Netz einzubinden. Diese Verbindung hat das Bayernwerk in Abstimmung mit der Autobahndirektion Südbayern verlegen müssen. Nach der erfolgreichen Hochspannungsprüfung soll das letzte von zwei Kabeln am 19. Juni wieder in Betrieb genommen werden.

Mobile Strommasten beim BMW -Werk Foto: Eric Metzler
Mobile Strommasten beim BMW -Werk Foto: Eric Metzler

„Besonderheit des 110-kV-Kabelprojekts ist die aufwendige Verknüpfung von zwei technisch unterschiedlichen Kabeltypen: Einem papierisolierten Gasinnendruck-Kabel, welches nicht mehr hergestellt wird und neuen Einleiterkabeln mit Kunststoffisolierung nach neustem Stand der Technik“, erklärt Projektleiter Christian Poppe vom Bayernwerk. In einer unterirdischen Werkstatt mit der Größe einer Doppelgarage neben der Walhallastraße werden momentan die unterschiedlichen Kabel von Mitarbeitern einer Spezialfirma aus Köln miteinander verbunden.

Verkehr

Drängende Fragen zum A3-Ausbau

Regensburger Anwohner diskutierten mit der Autobahndirektion über die Baumaßnahmen. Lärm und Abgase machen ihnen zu schaffen.

„Eine der beiden Verbindungsmuffen hat nach Fertigstellung eine Länge von knapp vier Metern, kostet mit Material und Ausführung rund 100 000 Euro und bedarf einer reinen Montagezeit von vier Wochen“, sagt Christian Poppe. Um während der Bauzeit neben der Autobahn das Risiko eines Versorgungsausfalls zu verhindern, hatte der Netzbetreiber im Auftrag von BMW zur Vorbereitung der Kabelverlegung ein Provisorium zum Anschluss des Werks in Neutraubling errichtet. Im Frühjahr haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayernwerks vier zusätzliche Stahltürme von bis zu 40 Metern Höhe vor Ort aufgestellt. Über diese mobilen, erstmals eingesetzten Strommasten führt eine Ersatzleitung auf das Werksgelände.

Stillstand vermeiden

Diese neue Leitung mit 110 Kilovolt soll sicherstellen, dass es selbst dann nicht zu einem Stromausfall bei BMW kommt, wenn die Hauptleitung einmal ausfallen sollte. Zwar führt neben der Hauptleitung bereits eine Ersatzleitung ins Werk. Doch weil die parallel zur Autobahn verlaufenden Leitungen bis Ende Juni verlegt werden, stünde während der Bauarbeiten im Frühsommer notgedrungen immer nur eine Leitung ins Werk zur Verfügung. Fiele die aus, könnte das den Standort im schlimmsten Fall wochenlang lahmlegen.

„Eine der beiden Verbindungsmuffen kostet rund 100 000 Euro.“

Christian Poppe. Projektleiter

Genau dieses Risiko wollte BMW unter keinen Umständen eingehen. Angeschlossen ist die provisorische Versorgung an die bestehende Hochspannungsleitung zwischen Altheim und Regensburg, die entlang der Max-Planck-Straße-Straße verläuft. Mehr als eine Million Euro kostete das Provisorium, das eine Störung der Energieversorgung verhindern soll.

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