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Bilanz

Bürgerfest: Weniger Gäste als erwartet

Temperaturbedingt muss das Regensburger Fest Einbußen hinnehmen. Dafür zeigt sich die Polizei zufrieden.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Tagsüber wurde geschwitzt und abends gefeiert – hier bei Soulflash Arnulfsplatz Foto: altrofoto.de
Tagsüber wurde geschwitzt und abends gefeiert – hier bei Soulflash Arnulfsplatz Foto: altrofoto.de

Regensburg.Das 23. Regensburger Bürgerfest wird wohl als das heißeste in die Geschichte eingehen. An manchen Plätzen in der Altstadt stiegen die Temperaturen am Wochenende auf bis zu 40 Grad – und ließen die Besucherzahlen niedriger als erwartet ausfallen.

„Unser Ziel war eine sechsstellige Zahl, ob wir das diesmal erreichen können, weiß ich nicht. Es blieben am Nachmittag viele lieber zu Hause“, sagte die Leiterin des Kulturamtes, Christiana Schmidbauer, bei einer Pressekonferenz. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wertete die größte Kulturveranstaltung Ostbayerns mit 700 Stunden Programm an über 30 Spielorten als vollen Erfolg. „Es war ein sehr friedliches und entspanntes Bürgerfest.“

Sehen Sie hier die schönsten Bilder vom Bürgerfest-Sonntag:

Das war Tag drei auf dem Bürgerfest

Ins Schwitzen kamen vor allem die Ständebetreiber und die Künstler. Am Sonntagnachmittag waren selbst auf den großen Plätze wie Haidplatz und Arnulfsplatz nur wenige Bierbänke besetzt. Auch an den Ständen gab es nicht die sonst üblichen Schlangen. „Am Freitag und Samstag ging es noch, aber heute ist es von den Temperaturen her schon grenzwertig“, fand auch die Bürgermeisterin, die ihren persönlichen Bürgerfestschwerpunkt auf die Angebote aus den Partnerstädten gelegt hatte. „Das war gelebte Partnerschaft, das hat mir besonders gut gefallen“, sagte Schwarzfischer.

Städtepartnerschaften gefeiert

An 26 Plätzen wurden 380 kostenlose Veranstaltungen geboten. 340 Stände und Buden servierten Kulinarisches, Schönes und Informationen etwa über Soziale Initiativen und Vereine. Mit zwei Partnerstädten – Clermont-Ferrand und Brixen – wurde das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Die Gäste aus Brixen hatten dafür unter anderem blühende Alpenrosen mit nach Regensburg gebracht. „Auf dem Schoß wurden diese von Südtirol bis nach Regensburg transportiert, weil es im Kofferraum zu heiß geworden wäre“, berichtete Kulturreferent Klemens Unger. Besonderen Einsatz zeigten auch die Gäste aus Pilsen, die bei den eh schon schweißtreibenden Temperaturen vor den Augen der Besucher Schwerter schmiedeten.

Das war der Bürgerfest-Samstag:

Das war der Bürgerfest-Samstag

Die Hitze – auch für die Einsatzkräfte – das zentrale Thema. Laut Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Eder vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) verlief das Wochenende sehr ruhig. Insgesamt rund 60 Einsatzkräfte von BRK, Johannitern und Maltesern übernahmen die Versorgung. „Bis Sonntagnachmittag waren 20 Transporte in Krankenhäuser notwendig“, bilanziert Eder. „Wir sind eigentlich von wesentlich mehr ausgegangen.“

Begebenheiten am Rande

  • Erfrischung:

    Hundstage kennt dieser Vierbeiner nicht. Er erfrischte sich beim Bürgerfest ausgiebig an einer Wasserfontäne am Arnulfsplatz. An den Nachmittagen blieben dennoch viele Biertische vor der dortigen Bühne leer. Die Besucher drängte es verstärkt in die schattigen Gassen und Innenhöfe.

  • Entleerung:

    Eine besondere öffentliche Toilette, bei der das Wort öffentlich eine ganz neue Bedeutung bekommt, stand am Grieser Spitz. Männer mussten sich nicht erst in eine Kabine zurückziehen, um die Blase zu entleeren. Sie taten dies vor den Augen der anderen Gäste an einem freistehenden Urinal.

  • Behütet:

    Wo sind denn die Bürgerfesthüte geblieben? Trotz sengender Hitze sah man weitaus weniger Exemplare der einst so beliebten Kopfbedeckungen, die sich stets durch eine besondere Kreativität ausgezeichnet hatten. Diesmal gaben die Besucher schmucklosem Strohhut und Cap den Vorzug. (Fotos: ig)

Die Besucher hätten sich vorbildlich verhalten und die pralle Sonne vermieden. Zusätzlich hatte die Stadt Erfrischungsstände eingerichtet, an denen kostenlos Wasser ausgegeben wurde. „Das wurde sehr gut angenommen“, so Eder. Im Vergleich zum Bürgerfest 2017 waren die Einsatzzahlen etwas höher. Bis zum Nachmittag waren an die 150 Versorgungen durchgeführt worden, vor zwei Jahren waren es 119. Insgesamt übernahmen neun Rettungswägen, 2 Notarztboote, neun Fußstreifen und drei Notarzteinsatzfahrzeuge die medizinische Betreuung. Neben hitzebedingten Kreislaufproblemen gab es Schnittverletzungen und allergische Reaktionen auf Insektenstiche zu behandeln.

Menschen

Die Hitze-Helden des Bürgerfests

Ein paar Teufelskerle konnten am Bürgerfest über Temperaturen jenseits von 35 Grad nur müde lächeln. Wir stellen sie vor.

Kaum Einsätze für die Polizei

Auch die Polizei zog ein positives Fazit. In einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Süd heißt es: „Wie zu erwarten war, verlief das Bürgerfest aus polizeilicher Sicht entspannt und friedlich. Bis auf wenige Straftaten, die für so eine Großveranstaltung nicht ganz auszuschließen sind, musste die Polizei kaum einschreiten.“ Beamten waren unter anderem beim Schlichten von Streitigkeiten gefordert und mussten in den späten Abendstunden überlaute Besucher zur Ruhe mahnen. Zur Anzeige kamen bis Sonntagnachmittag zwei Diebstahls- und zwei Körperverletzungsdelikte sowie ein Delikt nach dem Betäubungsmittelgesetz. Ein Radfahrer, der im alkoholisierten Zustand Bürgerfestbesucher gefährdete, wurde wegen Trunkenheit im Verkehr angezeigt.

Sehen Sie hier unser 360-Grad-Video vom Neupfarrplatz. Sehen Sie sich um:

Der Aufbau am Freitag verlief ebenfalls sehr geordnet, berichtete Kulturreferent Unger. Lediglich ein Pkw musste von einer Veranstaltungsfläche entfernt werden. Überhaupt hielten sich Verkehrsprobleme beim Bürgerfest in Grenzen. „Wir hatten auffallend wenig Individualverkehr in der Innenstadt.“ Lediglich bei den Radfahrern sah er Verbesserungsbedarf: „Es wäre schön, wenn die Radlfahrer ihre Räder außerhalb abstellen könnten.“ Das Konzept, die Nord-Süd-Achse frei zu halten und die Ost-West-Achse zu bespielen, habe sich bewährt, wie Unger sagte.

Ausblick

Bürgerfest: Das wünschen wir uns 2021

2019 feierte ganz Regensburg voller Esprit. Doch auch bei einer Feier der Superlative gibt es noch ein wenig zu verbessern.

Auch ein prominenter Gast besuchte am Sonntag das Bürgerfest: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war Gast beim Jubiläumsgottesdienst für die Domtürme und genoss anschließend bei der IG Historische Straßenbahn Regensburg in 70 Metern Höhe die Aussicht über die Stadt.

So schön war es an Tag zwei:

Bürgerfest Regensburg: So schön war es an Tag zwei

Lediglich einen Heiratsantrag, wie es ihn 2017 gab, konnte das diesjährige Bürgerfest nicht liefern. Aber dafür gab es einen Nackerten in der Hüpfburg, wie Unger verriet.

Unseren Liveticker vom Bürgerfest zum Nachlesen finden Sie hier:

Alle Informationen zum Regensburger Bürgerfest 2019:

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