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Tradition

Faschingsgaudi im Nachthemd

Den Wörther Schläferball gibt es bereits seit etwa 50 Jahren. Auch heute hat er nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt.
Von Theresia Luft

Die Herren des Elferrates beim Wörther Schläferball Foto Theresia Luft
Die Herren des Elferrates beim Wörther Schläferball Foto Theresia Luft

Wörth.Wenn es in Wörth Schläferball heißt, dann sind seine Fans schon bereit. Er ist unter den Faschingsfreunden ein Geheimtipp. Großartige Verkleidungen werden nicht gebraucht, das Motto gibt die Kostümauswahl vor – Schlafanzug, Nachthemd, Negligé, Bademantel, Schlafmütze, Jumpsuit und Morgenmantel. Etwas davon ist wohl bei jedem daheim vorhanden. Die Frage nach den passenden Schuhen oder dem stilgerechten Make-up erübrigt sich.

Niemand weiß mehr genau, wann der erste Schläferball in Wörth stattfand. Wie Heinz Maier, Präsident der Faschingsgesellschaft Narradonia, erzählte, rief Josef Eidenschink damals den Schläferball ins Leben. „Ich weiß aber nicht mehr, ob es vergangenes Jahr bereits 50 Jahre waren, oder ob es erst in zwei Jahren so weit ist“, schmunzelte Maier.

Für stimmungsvolle Tanz- und Unterhaltungsmusik sorgte die Partyband „Wickies“, die schon seit einigen Jahren das Publikum beim Schläferball in Stimmung bringt. Und es gab heuer nach einigen Jahren Pause wieder die Wörther Faschingszeitung „Donner Wetter-Blätter“, die erstmals beim Schläferball an den Mann – die Frau gebracht wurde. Den Erlös spendet die Faschingsgesellschaft Frohsinn Narradonia dem Kindergarten „Kinder reich“.

Männerballett im Paillettentop

Den Auftakt des Rahmenprogramms machte die Jugendgarde mit ihren Gardemarsch. Das Männerballett überzeugte mit einem vielfältigen Auftritt: Als braven Klosterschwester erinnerten die Akteure an Sister Act mit Whoppi Goldberg, bevor drei weiße Tauben über die Bühne flatterten und die Truppe ihr Publikum mit auf eine Seereise nahm. Zum krönenden Abschluss tanzte das Männerballett mit heißen Paillettentops und kessen Röckchen über das Parkett.

Sehen Sie hier mehr Bilder vom Schläferball:

Impressionen vom Schläferball in Wörth

Selbstverständlich ließ es sich das Prinzenpaar Jessica I. und Christian III. nicht nehmen, seinen Prinzenwalzer und seinen Showtanz zu präsentieren. Eine Besonderheit gab es dennoch, die „Prinzenrolle“: Sportlich machte Prinz Christian ganz salopp eine Rolle vorwärts. Für ihren Auftritt erhielten die Akteure riesigen Applaus und Zugabe-Rufe. Ebenso gehörte die obligatorische Ordensverleihung zu den Höhepunkten des Abends.

Tanzen, der Spaß an Fasching und die Unterhaltung standen beim Schläferball im Vordergrund. Die Mitglieder der Faschingsgesellschaft Narradonia kamen dieses Mal nicht in ihren Hofstaat, sprich weißen oder blauen Jacken. Präsident Heinz Meier hatte sich für eine sportliche Hose mit dem blauen Narradonia Polo-Shirt entschieden und die Elferräte kamen im langen weißen Nachthemd mit Schlafzipfelmütze.

Darum sind sie beim Schläferball

  • Elke und Carola:

    „Beim Schläferball kann man tanzen, Spaß haben und Faschingslaune genießen. Wir sind immer beim Schläferball und wir sind richtige Faschingsfreunde. Die Musik ist top und in der Gruppe macht das Feiern gleich nochmals so viel Spaß.“

  • Sabrina und Romina:

    Sie sind zum ersten mal beim Schläferball in Wörth. „Eine Freundin aus Wiesent hat uns eingeladen, mitzugehen. Die Stimmung ist toll und alle sind so verkleidet wie wir, im bequemen Nachtgewand. Wir kommen jetzt jedes Jahr zum Schläferball.“

  • Sindy und Konrad:

    „Wir sind ein Tisch mit zwölf Leuten, alle aus Wörth, und haben an Silvester spontan ausgemacht, gemeinsam zum Schläferball zu gehen. Da können wir uns anziehen wie daheim, da fühlt man sich einfach wohl.“

  • Lena und Andy:

    „Der Schläferball ist einfach eine Super-Faschingsgaudi. Es ist toll, wenn man einfach in Jogginghosen fortgehen kann und wir viele Leute einfach kennen. Jeder im Umkreis von ca. 20 Kilometern ist beim Schläferball und der Rosenhof ist einfach eine schöne Location.“ (llt)

Karl Härtl, er war in der Faschingssaison 1988/89 Wörths Faschingsprinz, feierte seinen Geburtstag am Schläferball. Wie er der MZ erzählte, war er der zweite Faschingsprinz der Narradonia. Der erste Faschingsprinz war der heutige Präsident Heinz Maier. Härtl war auch im Elferrat und erinnert sich gerne an damals zurück. „Es war einfach anders. Wir vom Elferrat holten die Frauen zum Tanzen. Da fand der Schläferball noch im Schifferl-Saal statt. Damals fanden alle größeren Veranstaltungen im Schifferl-Saal statt. „Ich bin mit 16 Jahren zum Burschenverein Frohsinn Concordia gegangen und daraus entwickelte sich die Faschingsgesellschaft Narradonia Wörth“, sagte Härtl, der immer noch eine enge Beziehung zur Narradonia und zu Ernst Lischke hat, der noch beim Elferrat ist.

Nachthemden von der Oma

Seine damalige Prinzessin tanzte in der Garde, es war die Ingrid Furthmeier. „Ich habe den Prinzenanzug noch daheim. Wir waren ganz anders angezogen, ich hatte eine kurze Spencer-Jacke an“, erinnerte sich der ehemalige Faschingsprinz. Kurz zusammengefasst meinte er: „Es war einfach eine schöne Zeit, die bleibende Erinnerungen hinterließ.“ Auch für seine Frau Elke und einer Gruppe von Freunden ist es immer wieder ein Erlebnis, Gast beim Schläferball zu sein. „Die Nachthemden sind noch von der Oma, alles Originale, mit fein gezogen Hohlsaum am Ausschnitt und mit Borten verziert, so etwas findet man heute gar nicht mehr, für den Schläferball kommen sie wieder in Benutzung.“

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Auch Georg Wilfling, Tontechniker der Wickies, findet den Schläferball einfach super. Sein Schlafanzug kommt nur beim Schläferball zum Einsatz, „dann wird er gewaschen und wegpackt bis zum nächsten Jahr“, so Wilfling. Ein weiterer großer Termin der Narradonia ist die Prunksitzung am 3. März in Wörth. Das nächste Wochenende verbringt die rührige Faschingsgesellschaft bei ihren Freunden in Holland, in Maastricht, um mit ihnen Fasching zu feiern.

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