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Sie sind die Faschings-Helden

In vielen Hemauer Hallen werkeln die Vereine zur Zeit an ihren Faschingswägen. Eine besondere Fußgruppe feiert ihr Jubiläum.
Von David Santl

Bei der Wasserwacht wird jedes Wochenende gearbeitet, was das Zeug hält. Foto: Santl
Bei der Wasserwacht wird jedes Wochenende gearbeitet, was das Zeug hält. Foto: Santl

Hemau.Samstagnachmittag: Die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel und das Thermometer zeigt schon frühlingshafte Temperaturen an. Wen zieht es bei diesem Wetter nicht nach draußen, um ein bisschen rumzuwerkeln? Wie gut, dass der Hemauer Faschingszug erst noch bevorsteht!

Es scheint, als gäbe es auf den Bauernhöfen am Tangrintel zur Zeit keine Halle, in der nicht ein liebevoll gestalteter Faschingswagen entsteht. So auch auf dem Hof von Thomas Hölzl in Wangsaß. Dort verbringt die Hemauer Wasserwacht zur Zeit jede freie Minute bei ihrem Wagen.

675 Stunden Bauzeit

Damit das Arbeiten leichter geht, läuft im Hintergrund Rockmusik. Das hat sogar was mit dem Thema zu tun, aber mehr verraten die Wasserwachtler nicht. Die Faschingszug-Besucher sollen ja eine schöne Überraschung erleben.

Trotz der quirligen Atmosphäre gönnt sich der zweite stellvertretende Vorsitzende Lukas Achhammer eine Verschnaufpause. „Das ist jetzt der vierte Faschingswagen, den wir bauen“, erzählt er stolz, während um ihn herum geschraubt, gehämmert und gestrichen wird.

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Eine gewisse Routine haben die Wasserwachtler also schon. „Wir liegen gut in der Zeit“, lobt Achhammer. Aber wie lange baut man eigentlich an einem solchen Faschingswagen? „Letztes Jahr hatten wir 675 Stunden reine Bauzeit“, erklärt Achhammer. Eine stattliche Anzahl also, die oft nicht bewusst ist. „Das weiß man nur, wenn man selber einen Wagen baut. Wir sehen dann auch die anderen Wägen mit ganz anderen Augen“, ergänzt der stellvertretende technische Leiter Johannes Harteis.

Mitglieder halten zusammen

Eigentlich überlegen sie schon immer direkt nach dem Fasching, was sie im nächsten Jahr machen. Ideen haben sie viele. „Aber wir müssen schauen, dass wir es auch auf den Wagen bauen können“, schmunzelt Achhammer. Doch an Material mangelt es ihnen schon einmal nicht: „Da möchten wir uns bei der Stadt Hemau bedanken, dass sie uns das Material zur Verfügung stellt“, so Achhammer. Das gebe es in anderen Städten nicht. Achhammer und Harteis könnten sich gar nicht vorstellen, nur als Zuschauer dabei zu sein. „Ich wurde schon im Kinderwagen mitgeschoben“, lacht Achhammer. Beim Auftritt am Faschingszug hilft der ganze Verein mit. „Ohne die Mitglieder würde ein solches Projekt nicht gehen“, lobt er.

Doch man muss nicht unbedingt einen aufwändigen Wagen haben, um ein echter Hemauer Faschingszug-Star zu sein. Das beweist kaum eine Gruppe so gut wie die Rödl-Clowns.

Sehen Sie hier Bilder vom Hemauer Faschingszug 2018:

Tausende feierten in Hemau

Und wer diese Truppe heuer als extra gut gelaunt wahrnimmt, der braucht sich nicht wundern: Die Clowns feiern heuer ihr 25-jähriges Faschingszug-Jubiläum. Und für jeden Hemauer wäre wohl ein Faschingszug ohne die Rödl-Clowns an der Spitze kaum vorstellbar. „Das ist aber nicht so einfach, da haben wir durchaus Lampenfieber. Zur Routine wird das nie“, gesteht Gerd Rödl.
Immer der erste zu sein, bringt nämlich Verantwortung mit sich. „Wir steuern den Zug ein bisschen und schauen, dass er nicht zu schnell wird oder abreißt“, so der 61-Jährige.

„Als Anführer haben wir durchaus Lampenfieber.“

Gerd Rödl, Mitglied bei den „Rödl-Clowns“

Trotz ihrer Anführer-Rolle verpassen sie aber nichts: „Wir sehen ja schon alles am Volksfestplatz.“ In ihren 25 Jahren haben sie einiges erlebt. „Lustig und schön ist’s immer“, erklärt er. Doch wie sieht es eigentlich mit Nachwuchs aus? „Eigentlich sollte jetzt ein Wechsel da sein, wir sind ja nicht mehr die Allerjüngsten“, lacht Rödl, „aber solang es noch gesundheitlich geht, machen wir weiter.“

Ans Aufhören hätten sie tatsächlich schon ein paar Mal gedacht. „Im Alter sagt man öfter: So, das war’s jetzt. Aber wir lassen uns jedes Jahr gerne überreden.“ Die Leute würden oft sagen, dass sie einfach zum Faschingszug dazugehören. Und je näher der Faschingszug dann kommt, desto mehr drückt es die Rödl-Clowns, doch wieder mitzugehen.

Aber wird das 25-Jährige dann heuer auch gefeiert? „Wir machen immer eine kleine Hausparty bei mir daheim und die eigentliche Gaudi haben wir ja dann beim Zug“, lacht Rödl.

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