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Entwicklungshilfe

Köhler nimmt den Westen in die Pflicht

Ex-Bundespräsident Köhler erinnert am Katholikentag an die „historische und moralische“ Verantwortung zur Entwicklungshilfe.

Alt-Bundespräsident Horst Köhler ruft die Bundesrepublik zur Verantwortung. Foto: dpa

Regensburg.Die Entwicklungshilfe muss aus Sicht des früheren Bundespräsident Horst Köhler weitergehen. Die Bundesrepublik und Europa hätten eine „historische und moralische“ Verantwortung zur Entwicklungshilfe, sagte Köhler am Samstag auf dem Katholikentag in Regensburg. „Ich warne davor, das infrage zu stellen.“ Es gehe um eine Zusammenarbeit, die beiden Seiten nutze und für die beide Seiten auch Rechenschaft ablegen müssten.

Wichtig sei es, das Vertrauen der Empfängerländer zu gewinnen, zu halten und die Länder ernst zu nehmen. Die tief verwurzelten Ungerechtigkeiten im Zusammenleben der Völker sei ein „Bumerang“, der auch den entwickelten Ländern um die „Ohren fliegen wird“, ermahnte Köhler.

Neben der Entwicklungshilfe seien daher dringend internationale Reformen nötig, zum Beispiel beim Emissionshandel oder beim internationalen Handel. Noch nie sei auf der Welt so viel Geld vorhanden gewesen und „vagabundierte“ herum, sagte Köhler.

In Zeiten von digitaler Vernetzung bekomme das Gebot der christlichen Nächstenliebe zudem einen neuen Klang: „Die Ursachen und Wirkungen von Ungerechtigkeit sind längst über die Kontinente hin vernetzt“, und sie seien für jeden gut sichtbar, sagte Köhler. Die rasante Veränderung der Welt zwinge jeden zu einem neuen Nachdenken über Gerechtigkeit. (kna)

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