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Löhne

Marx prangert Manager-Millionen an

Endspurt beim Katholikentag in Regensburg. Nochmals wird es politisch: Kardinal Marx geißelt das Entgeltsystem für Manager als „Verirrung“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (li.), und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) diskutieren am Katholikentag über gerechte Löhne. Foto: dpa

Regensburg.Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, hat Millionengehälter von Managern kritisiert und eine Neubewertung verlangt. „Das kann doch niemand mehr verstehen“, sagte der Münchner Kardinal am Samstag bei einem Podiumsgespräch mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf dem Katholikentag in Regensburg.

Die Frage sei, was honoriert werde. Es sei falsch, nur die Kapitalinteressen der Börse zu bedienen. „Das ist doch eine Verirrung“, sagte Marx. „Die Börse ist doch keine Auskunft darüber, wie gut es der Wirtschaft geht.“ Auch andere Managerleistungen müssten belohnt werden, etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Marx begrüßt gesetzlichen Mindestlohn

Marx begrüßte die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes. „Es ist eine Notwendigkeit, wo keine Tarifparteien da sind.“ Er betonte aber: „Lieber wäre mir, die Tarifparteien wären einbezogen und es wäre branchenspezifischer.“ Zudem sei darauf zu achten, welche Folgen der Mindestlohn habe, um eventuell nachzusteuern: „Der Mindestlohn darf keine Arbeitsplätze kosten.“

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hofft auf einen neuen politischen Anlauf zur Begrenzung von Managergehältern. Bonuszahlungen sollten nicht mehr als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden können, forderte der SPD-Chef in Regensburg. Die geltende Regelung sei „zum Teil obszön“, denn: „Damit bezahlt der Steuerzahler einen Teil der hohen Managergehälter.“ Die Union habe eine gesetzliche Änderung bisher verhindert, kritisierte Gabriel.

Erstmals bei einem Katholikentag begaben sich am Samstag Pilger auf eine Wallfahrt. Sie führte zur Madonna nach Neukirchen am Heiligen Blut nahe der tschechischen Grenze. Dorthin kamen 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs insgesamt 2500 Gläubige aus beiden Ländern und feierten einen zweisprachigen Gottesdienst. Ziel sei es, eine Brücke zwischen Bayern und Böhmen zu schlagen, so die Veranstalter.

Zehntausende Menschen in der Domstadt

Beim großen Laientreffen in der Domstadt hatten Besucher am vierten Tag zum letzten Mal die Möglichkeit, Diskussionsrunden, Workshops oder Konzerte zu besuchen. In der historischen Altstadt drängten sich Zehntausende Gläubige, und im Unterschied zu den ersten Tagen zeigte sich der Wettergott gnädig und spendierte viel Sonnenschein und Wärme.

Am Sonntag geht der Katholikentag mit einem Open-Air-Gottesdienst in einem Stadion zu Ende. Für das Glaubensfest hatten sich 31 000 Dauerteilnehmer angemeldet, zudem rechneten die Veranstalter pro Tag mit bis zu 10 000 weiteren Gästen. (dpa)

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