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Kirche

„Meine Aufgabe war es, Funken zu schlagen“

Zwei Jahre arbeitete Michaela Schmid als Referentin des Generalvikars an der Vorbereitung des Katholikentags. Der MZ erzählt sie, was sie bewegte.
Von Gertrud Baumgartl, MZ

Michaela Schmid: Schlüsselfigur hinter den Kulissen Foto: Gertrud Baumgartl

REGENSBURG.Großereignisse sind für Michaela Schmid inzwischen vertrautes Terrain: Beim Papstbesuch 2006 in Regensburg war ihre Arbeit so beeindruckend, dass sie das Bistum Regensburg fünf Jahre später zum Besuch von Papst Benedikt in Erfurt ans dortige Ordinariat auslieh. Die Aufgabe, die sie für den 99. Katholikentag in Regensburg erfüllte, war nicht minder anspruchsvoll: Als „Referentin des Generalvikars für den Katholikentag“ nahm sie im bischöflichen Ordinariat eine Schlüsselstellung bei der Organisation der Regensburger Mammutveranstaltung ein.

Was qualifizierte Sie für diese anspruchsvolle Aufgabe?

Ich denke, das war meine Erfahrung mit Großveranstaltungen. Eine Rolle spielte wohl auch, dass man weiß, ich arbeite mit Herzblut. Nachdem der Katholikentag in Bayern bisher nicht so populär war, war es meine Aufgabe, in unserem Bistum dafür „Funken zu schlagen“.

Was mussten Sie konkret tun?

Ich war praktisch die Schnittstelle zwischen dem Bistum und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Anfragen an den Bischof oder den Generalvikar seitens des ZdK liefen über mich. Daneben gab es ja die Geschäftsstelle des Katholikentags, die alles koordinierte und sich um alles kümmerte, von den Helfern bis zur Homepage. Wir trafen uns regelmäßig einmal pro Woche zum Informationsaustausch.

Das klingt nach ziemlich universalen Aufgaben für Sie...

Ja, schon. In Leipzig, wo in zwei Jahren der nächste Katholikentag stattfindet, haben sie für meine Aufgaben vier Leute eingestellt. Aber ich war nur in der Theorie Einzelkämpferin. In der Praxis haben Unzählige mitgearbeitet. Dass ich jetzt nicht mehr mit ihnen zusammenarbeiten kann, macht mich jetzt schon ein bisschen wehmütig.

Was ist Ihnen am eindrücklichsten vom Katholikentag im Gedächtnis geblieben?

Vielleicht, dass man alles bis ins Detail vorbereiten kann, es aber dann doch die Teilnehmern sind, die die Stimmung ausmachen und der Veranstaltung ein Gesicht geben. Egal, wo man war, die Leute waren freundlich und zufrieden. Das war ein sehr, sehr schönes Erlebnis. Auch wenn das Wetter nicht so mitspielte.

Worüber haben Sie sich noch gefreut?

Dass so viele Pfarreien aus dem Bistum mit Bussen kamen und die ganze Bandbreite der Veranstaltung nutzten. Da gab es die großen Podien mit Gauck und Merkel, kreative und wissenschaftliche Veranstaltungen, Gebete, Gottesdienste und Kleinkunst. Man muss vielleicht wissen, dass das seit 30 Jahren der erste Katholikentag in Bayern war. Er hat hier keine richtige Tradition. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Menschen Lust auf den nächsten Katholikentag bekommen haben und nach Leipzig fahren werden. Schön war auch, dass es eine Veranstaltung war mit dem typischen Regensburg-Flair war, gemütlich und überschaubar und dass sich Touristen mit den Katholikentags-Besuchern mischten. Aber auch unser Bistum schnitt beim Vergleich mit anderen gut ab: Wir haben gemerkt, dass wir stolz auf unser gelebtes Engagement sein können.

Worin liegt für Sie die generelle Attraktivität des Katholikentags?

Bei den jungen Leuten ist es das Erlebnis „Wir sind viele“: ein Drittel der Teilnehmer ist unter 30. Dass man Freundschaften schließt und sich auf ein Wiedersehen in Leipzig freut.

Gibt es auch Verbesserungsbedarf?

Ja, zum Beispiel bei der Barrierefreiheit in der Stadt, auch bei Kirchen. Etliche Teilnehmer waren mit Kinderwagen oder Rollator unterwegs. Da stellte sich heraus, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen.

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