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Papstbesuch

„Benedetto“ fliegen die Herzen zu

Die Herzlichkeit von Papst Benedikt XVI. begeistert 2006 die Menschen. Was bleibt vom Besuch des Heiligen Vaters?
Von Marianne Sperb und Helmut Wanner, MZ

Papst Benedikt XVI. zieht in Begleitung von Landesbischof Johannes Friedrich (l.) und Bischof Gerhard Ludwig Müller (2.v.l.) in den Dom in Regensburg zu einer ökumenischen Vesper ein.
Papst Benedikt XVI. zieht in Begleitung von Landesbischof Johannes Friedrich (l.) und Bischof Gerhard Ludwig Müller (2.v.l.) in den Dom in Regensburg zu einer ökumenischen Vesper ein. Foto: dpa/lby

Regensburg.Am heutigen Donnerstag beendet der Papst seinen Besuch in Regensburg. Um 9.30 Uhr fliegt er weiter nach Freising, am frühen Nachmittag dann zurück nach Rom. Was bleibt von Benedikt XVI.? Welche Spuren haben seine Predigt am dem Islinger Feld, seine Ansprachen in der Universität und im Dom, seine immer wieder gezeigte Nähe zu den Menschen hinterlassen?

Eine ganz profane Antwort heißt: Mehrere Kilo Buch. „Seiner“ Universität brachte der Honorarprofessor den Codex Vaticanus B als Geschenk mit. Das Original des prachtvollen Faksimiles stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Band wird einen Ehrenplatz in der Bibliothek der Hochschule erhalten. Vor allem aber wird die Universität der Ort bleiben, an dem Benedikt XVI. seine letzte Vorlesung gehalten hat.

Hier gibt es einen Ausschnitt von der Papst-Rede an der Universität Regensburg zu sehen.

In einer bezwingenden Argumentationskette hatte der frühere Dogmatik-Professor und heutige Pontifex nach dem angeblich unauflöslichen Widerspruch zwischen Vernunft und Glaube gefragt und ausgeleuchtet, wie beide einander bedingen. Die Vorlesung gilt nicht nur als Sternstunde für die Universität Regensburg, sondern wird auch bewertet als Weg weisender Beitrag auf dem Weg zur Versöhnung von Wissenschaft und Glaube und zu einem Dialog der Kulturen und Religionen.

Positives Regensburg-Bild

Der telegene Aufenthalts „Benedettos“ dürfte bei Millionen von Menschen ein positives Bild von Regensburg hinterlassen haben: Das Bild von einer schönen, warmherzigen, begeisterungsfähigen Stadt. Die Fahrten im Papamobil durch die Gassen und über die Plätze waren auch eine phantastische Bühne für die Welterbe-Stadt. Das bescheinigten selbst objektive Beobachter wie die Moderatoren der großen TV-Sender. Danach wirkte die Herzlichkeit, mit der Regensburg den Pontifex vor allem bei seiner ersten Runde am Montag Abend, empfangen hatte, an keiner Station der Pastoralreise so überwältigend, überzeugend und warm. Und nirgends, hieß es, habe Benedikt selbst so gelöst und glücklich gewirkt – Einschätzungen, die das Image Regensburgs auf lange Zeit hin prägen werden.

Sehen Sie hier einige Eindrücke von der Messe am Islinger Feld.

Vom Papstbesuch bleibt auch ein verstärkter Impuls für die Ökumene mit den Kirchen des Ostens und – in diesem Prozess eine Stärkung des Regensburger Standorts des Ostkirchlichen Instituts in der Ostengasse 31, dessen Vertrag mit der Stadt jetzt wieder verlängert wurde. Der Papst hat bei der ökumenischen Vesper im Dom besonders die Arbeit von Bischofs Rudolf Graber hervorgehoben, der vor 40 Jahren die ostkirchlichen Symposien aus der Taufe hob. „Bis heute haben hier 735 Leute aus den Ländern des Ostens studiert. Sie wurden Professoren, Äbtissinnen, Priester und Bischöfe“, so der Direktor im Ostkirchlichen Institut, Dr. Klaus Wyrwoll zur MZ. Er verweist auf die Zahl von 49 ehemaligen „Regensburgern“, die in ihren Ländern heute Bischöfe sind. Gestern ehrte der im Vatikan für die Ökumene zuständige Kardinal Walter Casper das OKI in der Ostengasse durch seine Anwesenheit. In seinem Referat bei den jetzt stattfindenden 40. Symposien bestätigte der Mann aus dem Vatikan, dass es nicht nur die Theologie sei, sondern gerade die menschlichen Kontakte, „die das Katholische umranken und es furchtbarer machen“.

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

Ikone fürs Priesterseminar

Auch das Priesterseminar, in dem der Heilige Vater drei Nächte verbrachte, wird eine dauerhafte Erinnerung an den Besuch des Pontifex erhalten. Eine seltene Kopie des Gnadenbildes aus der Alten Kapelle, das seine Besitzerin dem Papst geschenkt hat, wird nun seinen dauerhaften Platz in der Kapelle des Priesterseminars finden. Das teilte der Heilige Vater Marc Loerke von der Ikonengalerie Hahn Hinter der Grieb in einem Schreiben mit. Er hatte den Kontakt hergestellt. Seine Gattin Rosemarie hatte das Gemälde aufwändig restauriert. Das großformatige Bild ist in der Ikonen-Ausstellung im Dollinger Saal zu besichtigen.

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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Alles rund um das Leben und Wirken von Papst Benedikt XVI. finden Sie hier in unserem News-Blog:

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