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Papstbesuch

Der Papstbesuch von A bis Z

Wieviele Gläubige pilgern zum Islinger Feld? Wie heißt das Lied zum Papstbesuch 2006? Diese und weitere Infos gibt es hier.
Von Helmut Wanner, MZ

I wie Islinger Feld. Pilger machen sich gemeinsam auf den Weg dorthin.
I wie Islinger Feld. Pilger machen sich gemeinsam auf den Weg dorthin. Foto: Gruber

A wie Alle Kirchenglocken der Stadt Regensburg.

Diese läuteten 15 Minuten lang, als der Papst mit dem Helikopter zum längsten Teil seines Heimatbesuchs eintraf. Für Bischof Gerhard Ludwig Müller ist der Besuch des Heiligen Vaters kirchengeschichtlich das wichtigste Ereignis seit der Gründung des Bistums durch den Heiligen Bonifatius im Jahre 739.

B wie Bistum Regensburg.

Von den 1,6 Millionen Einwohner des Gebiets, das von Landshut bis in Teile Oberfrankens reicht, sind gut 1,3 Millionen Katholiken, das sind über 80 Prozent. Heute zählt das Bistum etwa 770 Pfarreien in 33 Dekanaten, und 2500 Kirchen und Kapellen stehen zum Beten bereit.

C wie Johannes Chrysostomos.

Der von den orthodoxen Christen sehr verehrte Heilige wird heute Abend im Zentrum der ökumenischen Vesper im Dom stehen. Eine wertvolle Reliquie, seine linke Hand, wurde 2002 aus dem Domschatz in den Hochchor des Doms überführt. Bei der Vesper bekommt die Handreliquie einen Ehrenplatz neben der Altarinsel im Dom.

D wie Domspatzen.

Die berühmten Sängerknaben werden heute bei der großen Papstmesse auf dem Islinger Feld und bei der ökumenischen Vesper im Dom im Einsatz sein.

E wie Erweckung.

Das Bistum hofft, dass der Pastoralbesuch des Heiligen Vaters eine Initialzündung ist für die Neuevangelisierung in der Diözese.

F wie Familiengrab.

Im Ziegetsdorfer Friedhof liegen Eltern und Schwester des Papstes begraben. Der Heilige Vater wird am Mittwoch zusammen mit seinem Bruder an der Grabstätte beten, die Emilie und Maria Obermeier aus Großberg seit 20 Jahren pflegen.

G wie Georg Gänswein und Alberto Gasbarri.

Wie der Schatten folgen die beiden G-s, der private Sekretär und der Reisemarschall, dem Papst. Der Laie Gasbarri steht seit seinem 23. Lebensjahr in Diensten des Vatikans. Der Schwarzwälder Georg Gänswein ist seit 2003 persönlicher Assistent von Kardinal Ratzinger und wurde auch im neuen Amt sein Privatsekretär. Im März 2006 wurde ihm von Papst Benedikt XVI. der Ehrentitel Prälat verliehen.

H wie Häusl.

30 Jahre führte das Einfamilien-Haus, das sich Prof. Joseph Ratzinger in Pentling kaufte, als er als Dogmatikprofessor nach Regensburg kam, ein mediales Schattendasein. Und Rupert und Therese Hofbauer, die heutigen Papst-Hausmeister, waren nur Nachbarn des Herrn Professor. Jetzt kämpfen die TV-Stationen um die besten Kamera-Standorte, wenn der Heilige Vater am morgigen Mittwoch durch seinen Garten schreitet, den ihm die Weidener Berufschullehrer neu gestaltet haben.

I wie Islinger Feld.

500 000 Quadratmeter, die einst Ackerland und Wiese waren und Generationen von Gymnasiasten als Kurzziel für den Schulausflug dienten, wurden jetzt für die große Papstmesse aufbereitet. Ein Architekt gliederte die Fläche so, dass sie aus der Luft aussieht wie der Rauchmantel des Papstes, den dieser abends bei der Dom-Vesper trägt. 40 Lautsprechertürme und zehn Großbildleinwände sorgen dafür, dass die erwarteten 250 000 Pilger vom Geschehen alles mitbekommen.

J wie jüdische Gemeinde.

Bei der ökumenischen Begegnung in St. Ulrich, die der Domvesper vorausgeht, werden die Vertreter der Jüdischen Gemeinde als erste dem Heiligen Vater begegnen. Darauf freuen sich die Vorstände Paulette Citronenbaum, Ilse Danziger, Michael Russakovski, Otto Schwerdt, Hans Rosengold und Rabbiner Dannyel Morag. Bei der anschließenden Prozession zum Dom mit Vertretern der anderen christlichen Kirchen werden sie dann nicht dabei sein. Sie werden den Dom über den Hintereingang betreten und dort ihre Plätze einnehmen. Die Jüdische Gemeinde ist stolz darauf, zum Gelingen des Papstbesuches ihren Teil beizutragen. In der Synagoge erhält das Gefolge des Papstes koscheres Essen, während Papst Benedikt XVI. schräg gegenüber bei seinem Bruder zu Mittag isst.

K wie Kapitel.

Drei davon gibt es in Regensburg: Das prächtige, das schmächtige und das mächtige Kapitel nennt sie der Volksmund. Die Kapitelherren vom Kollegiatsstift unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle haben die Ehre, dass Papst Benedikt am privaten Mittwoch „seine“ nach ihm benannte Orgel einweiht. Das Kollegiatsstift St. Johann, das Domkapellmeister Georg Ratzinger zu seinen Kanonikern zählen darf, stellte sich gestern Abend geschlossen vor ihrer Stiftskirche auf, um dem Heiligen Vater, die Ehre zu erweisen. Das Regensburger Domkapitel schließlich empfängt als Hausherr des Regensburger Doms heute Abend den Pontifex zur ökumenischen Vesper.

L wie Lied zum Papstbesuch.

Christian Dostal (Musik) und Hagen Horoba ((Text) ist mit „Wer glaubt ist nie allein“ ein Ohrwurm mit Tiefgang gelungen. Es wird zu einem der bewegendsten Momenten dieses Papstbesuches zählen, wenn es heute auf der Papstwiese von 250 000 Menschen zusammen mit dem Papst und Vertretern der Weltkirche angestimmt werden wird.

M wie Ministranten.

15 200 Messdienerinnen und Messdiener werden heute in liturgischen Gewändern an der großen Papstmesse am Islinger Feld teilnehmen. Sie sollen durch ihre enorme Präsenz zeigen, dass der Kirche im Bistum die Zukunft gehört.

N wie Nachrichten vom Papstbesuch.

50 Fernsehteams haben sich für die Berichterstattung angemeldet, außerdem 500 schreibende Journalisten und 200 Fotografen.

O wie Orgel.

Nur geladene Gäste dürfen mit dem Heiligen Vater die neue Mathis-Orgel hören, wenn sie Stiftsorganist Prof. Norbert Düchtel das erste Mal öffentlich spielen wird. Für das Publikum besteht während der gut eine Woche später stattfindenden Festwoche zur Weihe der neuen Mathis-Orgel in der Alten Kapelle noch Gelegenheit, sich einen Klangeindruck zu verschaffen. Der Eintritt ist jeweils frei. Die Termine sollte man schon jetzt festhalten: 24. September, 9.15 Uhr, Festgottesdienst mit Werken von Josef G. Rheinberger. Abends um 18 Uhr Eröffnungskonzert mit Norbert Düchtel. Am 26. September, 20 Uhr, Orgelkonzert mit Gerhard Weinberger, München. Die weiteren Termine: 28. September, 20 Uhr, Orgelkonzert mit Edgar Krapp, München. 30. September, 20 Uhr, Hans Haselböck, Wien, und die Choralschola ehem. Regensburger Domspatzen, Josef Kohlhäufl (Ltg.).

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

P wie Paulusheim auf dem Ziegetsberg.

Dort hat Joseph Ratzinger die Doktorandenseminare mit seinen Schülern abgehalten. Diese Seminare waren der Ursprung des Schülerkreises um Joseph Ratzinger, einer internationalen Freundschaftsgruppe, die nun schon seit 30 Jahren besteht. Das Haus liegt fünf Gehminuten vom Häusl der Ratzingers entfernt.

Q wie Quadratmeter.

Davon stehen, rein rechnerisch, jedem Pilger 0,75 zur Verfügung.

R wie Rupertia.

Das so genannte Chargenkabinett Rupertiae wird beim großen Papstgottesdienst auf dem Feld stark vertreten sein. Denn der Heilige Vater wird bei der katholischen deutschen Studentenverbindung als „S.H. Bbr. Papst Benedikt XVI.“ geführt. Der Papst ist Mitglied der CV-Verbindungen Rupertia in Regensburg, Alcimonia in Eichstätt und Capitolina in Rom. Er ist das erste deutsche CV-Mitglied, das das Papstamt bekleidet. Ein weiterer Regensburger hat dort ein hohes Amt inne. Der Unternehmer Karl-Heinz Götz ist Vorsitzender des CV-Rates.

S wie Spende.

Die Bischöfe der drei vom Papstbesuch berührten bayerischen Diözesen München und Freising, Passau und Regensburg, Kardinal Friedrich Wetter, Wilhelm Schraml und Gerhard Ludwig Müller, wollen an den Papst bei seinem Besuch ein Geschenk übergeben. Dieses Geschenk soll – entsprechend einem Wunsch von Benedikt XVI. – einem Projekt der franziskanischen Gemeinschaft in der Stadt Nazareth zugute kommen. Dort soll ein Gemeindezentrum entstehen, das der Seelsorge und dem Zusammenhalt der Christen, der sozialen Fürsorge vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch der kulturellen Entfaltung, der Bildung und Begegnung mit Menschen anderer Religion und Volksgruppen dienen soll. In Nazareth ist die größte katholische Gemeinde im Heiligen Land beheimatet. Jeder Pilger kann für das Projekt spenden: Liga Bank, Bankleitzahl 750 903 00, Kontonummer 217 00 00, Kennwort „Papstprojekt/Nazarethhilfe“.

T wie Tisch des Herrn.

Über 500 Priester und Diakone werden bei der Messe heute die Kommunion an die Gläubigen austeilen. 50 Katholiken erhalten die Hostie aus der Hand des Heiligen Vaters persönlich.

U wie Unterkunft.

In Hotels, bei Privat, in Dult-Zelten, auf freiem Feld, im „Casa Benedikto“ – einem umgestalteten Möbelhaus: Die räumlichen Möglichkeiten für Pilger, zur Nacht das Haupt zu betten, sind vielfältig, aber nicht billig. Hotels nehmen so genannte Messe-Preise.

V wie Verpflegung.

Auf dem Islinger Feld gibt es Verpflegungsstationen, an denen kostenlos Wasser, Bananen und Müsliriegel verteilt werden. Und an den Einfallsstraßen der verschiedenen Pilgerwege gibt es genügend Imbissstände, die die ganze Nacht geöffnet haben.

W wie Wappen des Papstes.

Bär, Jakobsmuschel, gekreuzte Schlüssel, Mohr, Mitra und Pallium sind Bestandteil des Wappens des ersten Bayerischen Papstes. Schüler der 11. Malerklasse der Regensburger Berufsschule II haben es als Schmuck für die Ulrichskirche gemalt. Eine Aktion, die Brücken baute zwischen Christen, Bekenntnislosen und Muslimen.

X wie in auxilium.

Mit diesem Gebetseinstieg „Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“ und der Antwort „Der Himmel und Erde erschaffen hat“ aus dem 121. und 124. Psalm beginnt jede Messe, auch die am Islinger Feld.

Y wie die Form des Palliums.

Benedikt XVI. erhielt bei der Messe zu seiner Amtseinführung ein langes, besticktes Pallium umgehängt. Es ist eine Art Stola, etwa drei Finger breit, aus weißer Wolle. Bestickt ist sie mit fünf roten Kreuzen. Sie stehen für die fünf Wundmale Jesu.

Z wie Zugangskarte.

Ohne die geht beim Besuch des Heiligen Vaters in Regensburg (fast) nichts.

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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Alles rund um das Leben und Wirken von Papst Benedikt XVI finden Sie in unserem News-Blog.

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