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Papstbesuch

Eine ganze Stadt strahlt

Der Gastgeber Regensburg heimst 2006 von Pilgern viele Komplimente ein. Auch Polizei und Stadt zeigen sich zufrieden.
Von Gertrud Baumgartl, MZ

Tausende von Menschen verfolgten am 12. August auf dem Islingerfeld in Regensburg die Papstmesse.
Tausende von Menschen verfolgten am 12. August auf dem Islingerfeld in Regensburg die Papstmesse. Foto: dpa

Regensburg.Es ist ein strahlend schöner Herbsttag, der nur noch von einem übertroffen wird: dem Strahlen der Menschen auf den Straßen. „Wie ein autofreier Sonntag“, sagen die wenigen Leute in der Altstadt, die zur Zeit der Papstmesse ihren Alltag leben: Mütter mit Kinderwagen, Bäckereikundschaft, Verkäuferinnen, Busfahrer. Wer kann, sitzt vor dem Fernseher und sieht sich die Übertragung vom Islinger Feld seit dem frühen Morgen an: das Intonieren der Allerheiligen-Litanei, den feierlichen Einzug von 800 Priestern, die Menge, die sich ruhig in der Erwartung des Papstes versammelt hat.

Pilger sind sich einig: „In Regensburg war es am schönsten“

Ein paar junge Menschen haben hier trotz Kälte und Morgentau die Nacht verbracht. Wie etwa Doris Metzger aus Köln mit ihren Freundinnen Patrizia, Claudia und Elisabeth. Sie sind dem Papst vorher nach München und Altötting gefolgt, übernachteten auch dort im Freien. „In Regensburg war es am schönsten“, sind sie sich einig. Besonders angetan ist die insgesamt 40-köpfige Pilgergruppe von der Organisation. „Einfach spitze“, lobt Doris Metzger. Vor allem die farbige Beschilderung der Pilgerwege habe ihnen die Orientierung sehr erleichtert. Und da ist auch noch die Freundlichkeit der Leute, sowohl hier in der Stadt als auch draußen auf dem Feld. Dass sie sich dort schon um 23.15 Uhr auf den Isomatten schlafen legen konnten, freut alle. Und trotz des eigenen Proviants seien sie am Schluss auch für Bananen und Getränke dankbar gewesen.

Sehen Sie hier einige Eindrücke von der Messe am Islinger Feld.

Ehrfurcht kennzeichnet die Menge, während Papst Benedikt XVI. die feierliche Messe zelebriert. Blau leuchtet der Himmel, kein Wölkchen trübt ihn. Kaiserwetter? Nein, das hier ist Papstwetter. Und so wird es allen in Erinnerung bleiben, die dieses Jahrtausendereignis in Regensburg mitgefeiert haben.

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

Die Stadt hat das Ihrige dazu beigetragen. Die Menschen sind voll des Lobes über die unermüdlichen Helfer, die selbst auf auswärtige Gäste zukommen, ihnen die nächste Bushaltestelle zeigen, einen Stadtplan mitgeben und schon um halb fünf Uhr morgens gute Laune ausstrahlen. Und die signalrot gewandeten Männer und Frauen, die seit Montag Abend am Bahnhof nur dazu da sind, um allen Bahnpilgern oder Touristen den richtigen Weg zu weisen, tun auch das ganz entspannt. „Immer wieder kommt ein Schub. Das seh‘ ich schon von hier und kann mich drauf einstellen“, verrät ein Mitarbeiter. Er hat sonst mit Bahnimmobilien zu tun, jetzt genießt er die Abwechslung. Hat man doch vom gläsernen Steg über den Gleisen einen wunderbaren Blick auf die endlosen Reihen von Menschen, die mittags von der Papstwiese zurückkehren. Kein Marsch, mehr ein Schlendern und Spazierengehen. Und dass sie das auf autofreien Straßen tun können, wird ein weiteres Mal positiv registriert.

Dank guter Organisation lief alles glatt

„Sehr zufrieden“, zeigt sich auch die Polizei. „Es gab absolut keine Unfälle oder Staus“ , freut sich Klaus Pickel von der Pressestelle. Die Sperrung der A3 in den Morgenstunden sei völlig unproblematisch verlaufen. Das liegt für Pickel an der bis ins Detail geplanten, aufwändigen Vorbereitung und der „hervorragenden Zusammenarbeit verschiedener Institutionen“. Positiv überrascht ist Pickel außerdem über die rund vier- bis fünftausend Pilger, die mit dem Fahrrad zur Messe auf dem Islinger Feld kommen. Aber auch die Bürger erhalten ein dickes Lob: Man merke an allen Ecken, wie kooperativ und einsichtig die Regensburger sind, so die Polizei. Sie hätten sich an die Empfehlungen gehalten und toll mitgearbeitet. „Nur 18 falsch geparkte Autos mussten abgeschleppt werden – eine kleine Zahl für so ein Jahrtausendereignis.“.Aber die Zahl der Motorisierten hielt sich ohnehin in Grenzen: Auf dem für 3600 Autos ausgelegten Parkplatz in Neutraubling-Birkenfeld standen mal eben 50. Und der Busparkplatz in Neutraubling blieb völlig leer.

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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