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Papstbesuch

Freude, Herzlichkeit und gute Gespräche

Zwei Dominikanerinnen aus Simbabwe waren dem Papst während der Messe ganz nah: „Wir lieben Benedikts Einfachheit.“

Die zwei Dominikanerinnen lieben die Einfachheit von Papst Benedikt XVI.. Foto: Archiv
Die zwei Dominikanerinnen lieben die Einfachheit von Papst Benedikt XVI.. Foto: Archiv

Regensburg.„Man muss einfach dabei gewesen sein“, meinen Jutta und Andreas Götz aus Freystadt euphorisch, während sie kurz vor zwei Uhr früh den Prüfeninger Bahnhof verlassen. In München war der Ausbildungsleiter mit seiner Frau bereits bei der Papst-Messe. Jetzt wollen sie als „Last Minute“-Helfer auf dem Islinger Feld mit von der Partie sein. Ihr Wunsch: Die „Benedetto“-Rufe sollen in Regensburg besser rüberkommen als in München. „München, das war Amtskirche.“ Regensburg soll atmosphärischer, intensiver werden. Viele haben den Traum vom zweiten Weltjugendtag in Köln — als euphorisches Fest der Gläubigen. Für Sandra Schneider (23) und Monika Beer (25) aus Falkenstein, die die Nacht auf dem Islinger Feld verbracht haben, ist es vor der Messe nur ein „kleiner“ Weltjugendtag. „Köln war lustiger.“

Auch Monika und Rainer Nolte aus Burgweinting haben mit den Söhnen Daniel (9) und Simon (8), die Nacht auf der Papstwiese verbracht. Wie war die Stimmung in der Nacht? „Da waren zum einen gute, interessante Gespräche, zum anderen waren da Leute, die das als Event brauchen“, meint Papa Rainer: „Die warten, rauchen und beten um die Wette.“

Die Nacht ist kalt. Der Himmel sternenklar, das Gras feucht, die Nasen laufen. Doch die meisten Pilger sind bestens ausgestattet: Klappstühle, Schlafsäcke, Isomatten, Skianoraks, Thermoskannen.

Dem Papst so nah wie möglich sein

Immer wieder fragen sie sich: Ist der Platz auch strategisch gut gewählt? Kann man es noch weiter nach vorne schaffen? Schließlich will man dem Papst doch so nahe wie möglich sein.

Wer kommt auf das Islinger Feld? Kurzentschlossene, Bundeswehrler, Schulklassen, Anzugträger – querbeet. Papst Benedikt begeistert sie alle. Seine Freude und Herzlichkeit beim Heimatbesuch kommen an. Die Menschen verfolgen seit Tagen die Fernsehübertragungen. Doch trotz der guten Stimmung, gibt es auch kleine Streitereien am Wegesrand. „Wegen mir können wir uns trennen, mir reicht’s“, hört man in der Dunkelheit. Zwei ältere Damen haben einen kleinen Disput im Eingangsbereich des Islinger Feldes. Andere träumen laut von einem gemütlichen Frühstück mit Rührei und Schinken. Gibt es aber nicht. Zumindest an diesem Morgen. Es gibt nur, was im Rucksack selbst mitgebracht wurde: Wurstsemmeln und heißen Tee. Oder: Müsliriegel und Apfelschorle von der Versorgungsstation.

„Ich war noch nie so nah an einem Papst“, meint die 78-jährige Margret Mourray, die mit ihrem Sohn Vincent (42) extra aus dem englischen Chester angereist ist. „Wir lieben seine Einfachheit“, meinen die Dominikanerinnen Kamfwa Mutale und Alexia Dendere aus Simbabwe. „Außerdem unterscheidet er sich sehr von der Persönlichkeit des Kardinal Ratzinger“, sagt Schwester Kamfwa und schmunzelt.

Stimmungsvoller Rahmen

Fazit nach der Papst-Messe: Super Wetter, super Organisation. „Es war ein stimmungsvoller Rahmen, aber der Funke ist nicht so richtig übergesprungen“, meint dagegen Jura-Studentin Dagmar (26) aus Regensburg. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass nicht nur „Kirchgänger“ auf dem Feld waren, mutmaßt Marianne Kunz aus Beratzhausen. „Die Stimmung war nicht so gut, der Gottesdienst nicht mitreißend. Das Vorprogramm war viel zu langweilig“, meint Hans Paulus (53) von der Kolpingfamilie Pfreimd. Dennoch: Der Papst hat alle Teilnehmer begeistert. „Für mich ist Benedikt XVI. einer der intelligentesten Menschen der Welt, aber wenn er spricht, versteht ihn der einfachste“, so Paulus begeistert. Einziges Manko für viele: „Schade, dass das Papamobil nicht direkt bei uns vorbeigefahren ist.“ Stimmung hin oder her. „Es hat sich gelohnt, dass wir uns die Nacht, um die Ohren geschlagen haben“, so Claudia und Matthias aus Hirschau.

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