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Papstbesuch

Nach dem Papamobil kreiste der Traktor

Das Islinger Feld wurde 2006 mit Riesenschritten wieder in einen Acker verwandelt. Nur das Papstkreuz sollte bleiben.
Von Michael Jaumann, MZ

Blick auf das Islinger Feld in Regensburg vor Beginn eines Festgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten.
Blick auf das Islinger Feld in Regensburg vor Beginn eines Festgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Foto: dpa

Regensburg.Schon am Dienstagnachmittag begannen Helfer, die Einrichtungen am Islinger Feld abzubauen. Ende September wird nur mehr das Kreuz an die Papstmesse erinnern. „Eigentlich habe ich ja Abbaupläne entworfen…“, seufzt Eduard Paulin, technischer Leiter am Islinger Feld. Begünstigt durch die rasche Entleerung der Papstwiese haben die Organisationen aber am Dienstag unverzüglich mit dem Abbau am Gelände begonnen. Und da sei dann einiges an Planung umgeworfen worden. „Gestern hat das Technische Hilfswerk mit 300 Leuten begonnen, die Elektrik rauszureißen. Jetzt kannst’ nirgends mehr rumfahren“, schimpft Paulin.

Abbau wie im Zeitraffer

Solche Mängel im Ablaufplan sieht aber nur der Insider. Wer gelegentlich vorbei kommt, sieht stattdessen einen wohlgeordneten Abzug, bei dem wie im Zeitraffer immer mal wieder ganze Stücke der Infrastruktur verschwinden. Die Stühle, die morgens noch aufgeklappt standen, sind zu schwarzen Stapeln gebündelt, die Nebenbühne wird zusehends zum Skelett, und die Lautsprecher befinden sich auch schon alle am Boden. An die 140 Helfer sind mit dem Abbau der Technik befasst.

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

Das Pressezentrum ist zwar bis heute Nachmittag besetzt. Vor dem Zelt hat man aber schon die Bodenplatten aus Kunststoff wieder heraus genommen. Ein paar Spanplatten bilden jetzt den Zugangsweg. „Wennst nicht aufpasst, ziehen die dir den Stuhl hinter dem Rücken weg“, wundert sich auch Polizeisprecher Michael Rebele. Der hält zusammen mit den anderen Presseprechern noch die Stellung bis zur Pressekonferenz, wo die Chefs der beteiligten Institutionen Bilanz ziehen wollen. Gegen 15 Uhr wird T-Systems beginnen, an den rund 280 Arbeitsplätzen für Journalisten die Stecker raus zu ziehen. „Die Gitterboxen zum Einlagern sind schon da“, teilt Helmut Schwarzbeck von T-Systems mit. Morgen Abend soll die Telekommunikation abgebaut sein.

Schon abgerückt sind Malteser und Feuerwehr. „Als letztes wurde gestern Vormittag der Einsatzleitcontainer abgeräumt, sagt Kreisbrandrat Waldemar Knott. Auch die Malteser hätten bereits nach der Papstmesse begonnen, ihre Leute zurück zu führen, sagt deren Sprecher Stefan Kalm. „Am Dienstag um 20 Uhr waren alle weg.“ Nicht minder schnell zeigt sich der Bauhof des Landkreises. Roland Ferber hat mit seinen Helfern bereits gestern alle Halteverbote und wegweisende Beschilderung abgebaut. Ausgenommen war natürlich Pentling, wo der Papst einen Teil seines privaten Tags verbrachte.

Zukunft der Papstwiese noch unklar

Anfang nächster Woche wird der letzte Lastwagen mit technischem Gerät von Privatfirmen das Gelände verlassen, schätzt Eduard Paulin. Das Technische Hilfswerk, das den Auf und Abbau seines Geräts selbst verantwortet, wird wohl noch etwas mehr Zeit benötigen. Nächste Woche wird auch begonnen, den Altarhügel einzuebnen und den auf Planen verlegte Schotter der Wege abzutransportieren. Ende September muss das Feld so zurück gegeben werden wie es übernommen wurde. Noch vor dem Winter soll die Erde umbrochen und das Feld bestellt werden.

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Dann ragt nur mehr das zehn Tonnen schwere Papstkreuz 16 Meter auf seinem Schotterhügel über die Ebene. Es ist im Lauf des Sommers zum beliebten Ziel von Ausflüglern aus Stadt und Land geworden. Aber auch diese für die Gläubigen letzte greifbare Erinnerung an die Messe mit Papst Benedikt dürfte am Ilsinger Feld nicht von Dauer sein. Denn das Kreuz aus Stahl und Holz solle nur solange bleiben, bis man eine Verwendung dafür gefunden hat, informiert Colette Vogeler von der Pressestelle der Diözese.

Einer dauerhaften Lösung am Islinger Feld könnte im Wege stehen, dass es dem Vernehmen nach auf zwei Grundstücken steht. Die Stadt jedenfalls hat bisher keine Absicht, sich der Erinnerungsstätte anzunehmen. „Das ist Sache der Diözese“, wehrt die städtische Sprecherin Elisabeth Knott solches Ansinnen ab.

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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