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Papstbesuch

Neue Glaubens-Schubkraft durch Benedikt

„Dies ist nicht nur ein Übergangspapst!“ – warum junge Menschen zur Eucharistiefeier mit dem Heiligen Vater kommen.
Von Hans Scherrer, MZ

Die Auftritte von Papst Benedikt XVI. sind längst zum Event geworden, der Blick auf eine berühmte Persönlichkeit fasziniert auch Jugendliche.
Die Auftritte von Papst Benedikt XVI. sind längst zum Event geworden, der Blick auf eine berühmte Persönlichkeit fasziniert auch Jugendliche. Foto: dpa

Regensburg.Was treibt junge Menschen dazu, viele Kilometer weit nach Regensburg zu reisen, sich dann schließlich um Mitternacht im Schlafsack auf den kalten Boden des Islinger Feldes zu legen, um dann noch einmal zehn Stunden lang auf den Beginn der Eucharistiefeier mit dem Heiligen Vater zu warten?

„Benedetto“ als Vaterfigur für viele Jugendliche

„Es ist dieses wunderschöne Gefühl, Glauben in großer Gemeinschaft zu leben und zu erleben“, sagt Sandra Possmann (22), die mit einer 15-köpfigen Gruppe aus dem Nürnberger Land gekommen ist. Dieses Gefühl, so erzählt die junge Krankenschwester weiter, habe sie schon beim Weltjugendtag in Köln gespürt und dabei „erstmals Papst Benedikt so wahrgenommen, wie er vielleicht immer schon war: ein warmherziger Mensch und eine Vaterfigur, die Werte zu vermitteln weiß.“

Sehen Sie hier einige Eindrücke von der Messe am Islinger Feld.

„Dies ist nicht nur Übergangspapst“, ergänzt ihr Freund Alexander, der seinen vollen Namen nicht nennen will, „weil das hier bedeutungslos ist.“ Gleichwohl ist er überzeugt, dass von Papst Benedikt „noch große Impulse ausgehen werden: Viele Menschen sind wieder auf der Sinnsuche und dieser Papst kann dem Glauben neue Schubkraft geben.“ Da spiele es nur eine untergeordnete Rolle, wie lange das Pontifikat Benedikts noch dauere.

Veränderungen sind unerwünscht

An große Veränderungen glaubt Ramona Niedermeier indes nicht. Aber: „Es soll in der Kirche alles so bleiben wie es ist“, meint die 16-jährige Realschülerin aus Hemau, die sich riesig freut, den Papst einmal aus der Nähe erleben zu dürfen. „Man hat ja früher immer so schlimme Sachen über ihn gehört“, sagt sie, ohne dies konkreter zu beschreiben. „Und jetzt erleben wir ihn hautnah. Und siehe da: das glatte Gegenteil. Der ist ja voll nett.“ Zur Messe auf die Papstwiese sei sie gekommen, „weil dies ein großes Ereignis ist, etwas, das man wahrscheinlich nur einmal im Leben mitbekommt.“ Im übrigen habe sie schon in den vergangenen Tagen den Besuch von Papst Benedikt in Bayern ganz intensiv im Fernsehen mitverfolgt.

„Ich glaub’, der hat die Seiten gewechselt: vom strengen Lehrer zum gütigen Vater“

Michael Schmid, K.St.V. Agilolfia

„Ich glaub’, der hat die Seiten gewechselt: vom strengen Lehrer zum gütigen Vater“, meint Michael Schmid von der K.St.V. Agilolfia, der „ältesten ortsansässigen Studentenverbindung in Regensburg“, die als Delegation in schmucker Uniform erschienen ist. Man sei hier, weil der Papst ja selber Mitglied des Kartellverbandes Katholischer Verbindungen (KV) sei „und damit ein Bundesbruder von uns ist und uns auch durch das religio-Prinzip verbunden ist. Das ist für uns natürlich Verpflichtung.“ Ganz abgesehen davon, dass der Papstbesuch eine wohl einmalige Sache sei. Und Michael Schmid verrät auch noch, was ihn besonders erstaunt habe: „Ich habe den Joseph Ratzinger erst jetzt richtig lachen gesehen!“

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

„Ich bin hierher gekommen, weil ich glaube, dass es eine gute Sache ist, wenn so viele Menschen auf einem Platz im Glauben zusammenstehen“, sagt Evelyn Brandl aus Bad Abbach. Sie erhoffe sich darüber hinaus, dass dieser Besuch Akzente setzt, dass die Menschen längerfristig im Glauben wieder mehr zusammenstehen. Dass nun auch die Rolle der Frau in der Kirche gestärkt werde, bleibe indes wohl „eher ein Wunsch, der vermutlich nicht in Erfüllung geht.“

„Das, was wir heute erleben, das vergisst man auch nach Jahren nicht. Das wirkt lange nach.“

Stefanie Fuchs

Sie sei zum Islinger Feld gekommen, „weil ich gläubige Katholikin bin“, betont Stefanie Fuchs aus Wald und dieses Event mit dem Papst wolle sie mitfeiern. Auch finde man hier „eine wunderbare Stimmung vor. Man trifft Menschen hier, bekannte und nicht bekannte und alle reden zwanglos miteinander.“ Papst Benedikt, so glaubt sie, sei ein Papst für alle, vor allem aber für die jungen Menschen, denen er etwas mitgeben kann. „Das, was wir heute erleben, das vergisst man auch nach Jahren nicht. Das wirkt lange nach.“

Freiwillige Helfer für die gute Sache

Er sei ja „eigentlich gar nicht katholisch“, erzählt Daniel Prell, sondern getauft, konfirmiert und gläubiger Christ. Dennoch habe er sich als ehrenamtlicher Helfer gemeldet, „weil das eine gute Sache ist.“ Vom Papstbesuch in Bayern erwartet sich der 28-jährige Jurastudent einen Schritt in Richtung Ökumene, „etwas, das zur Entkrampfung zwischen den Konfessionen beiträgt. Das wäre nicht schlecht.“ Sein Einsatz auf der Papstwiese hänge auch mit dem Wunsch zusammen, „etwas Sinnvolles zu tun, mal wieder etwas Vernünftiges zu machen und dieses Ereignis in gewisser Weise mitzuerleben.“

Sie haben den Papst schon bei seiner Ankunft in Regensburg am Vorabend der Messe gesehen, erzählen Jasmin (11) und Daniel (8) Hagner aus Undorf. Und einen supertollen Platz hätten sie gehabt: „Im Unterislinger Weg beim Papier Liebl. Da hat man ihn ganz genau sehen können.“ Drum seien sie erst gar nicht mehr nach Hause gefahren, erzählen die beiden, sondern hätten die Nacht zusammen mit ihren Eltern in Regensburg bei Freunden verbracht – ganz in der Nähe der Papstwiese.

„Dennoch haben wir schon um fünf Uhr aufstehen müssen“, sagt Daniel. Und das sei ihm zunächst schwer gefallen. Aber dann habe er sich doch gefreut. „Eine Messe mit dem Papst“, sagt Jasmin, „das ist schließlich etwas ganz Besonderes, wo doch der Papst das Oberhaupt der ganzen Kirche ist.“

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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