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Papstbesuch

Orgelmusik gehört zum Lob Gottes

Papst segnete die neue „Benedikt Orgel“ in der Alten Kapelle, deren Klangfülle ihn sehr begeisterte.

Die alte Kapelle in Regensburg, Foto: dpa
Die alte Kapelle in Regensburg, Foto: dpa

Regensburg.Mit dem Segen von Papst Benedikt XVI. wurde gestern Vormittag die nach dem Heiligen Vater benannte „Papst Benedikt Orgel“ in der Alten Kapelle zu Regensburg feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Als erstes Musikstück nach dem päpstlichen Segensgebet spielte Stiftsorganist Professor Norbert Düchtel das Orgelwerk „Toccata et Fuga in d“ von Johann Sebastian Bach.

Wie schon bei seinen vorangegangenen Auftritten in München, Altötting, Marktl und Regensburg nahm sich der Heilige Vater beim Einzug in die Kirche viel Zeit, um Hände zu schütteln, zu segnen und auf bekannte Gesichter zuzugehen.

Mit den Worten „Das ist der Tag, den der Herr gemacht. Kommt lasst uns jubeln und freuen“ begrüßte Stiftsdekan Hubert Schöner Benedikt in der Basilika, die er auch als „Lateran jenseits der Alpen“ betitelte. Die Orgel, die dank der „Gedächtnisstiftung Peter Kaiser“ in das frisch renovierte Gotteshaus eingebaut werden konnte, nannte er ein „Geschenk des Himmels“. Sie möge „immer zur Ehre Gottes ertönen und unsere Herzen zum Lob des Dreifaltigen Gottes erheben“.

Prof. Herbert Batliner, Präsident der Gedächtnisstiftung, freute sich darüber, den Stiftungszweck in einem der „bedeutendsten und prachtvollsten Gotteshäuser Mitteleuropas“ und einer „bedeutenden Heimstätte der Kirchenmusik“ mit Leben erfüllen zu können.

Musik und Gesang sing mehr als nur Zierde

Die Orgel begleite als Königin der Instrumente die Menschen in der Eucharistie und versuche, die göttliche Botschaft zu übersetzen und so erlebbar zu machen. Dabei vereine sie die Stimmen der Hoffenden mit denen der Glaubenden, aber auch mit denen der Zweifelnden und Verzweifelten. „Ich glaube, dass es keine Stunde in unserem Leben gibt, in der wir nicht des Glaubens und der Musik bedürfen“, so Batliner. „Möge diese Orgel den Herzschlag der Musik und den Lobpreis des Herrn in die Welt hinaustragen, um die Heiligkeit dieses Ortes noch spürbarer zu machen.“

Papst Benedikt XVI. erinnerte in seiner Ansprache an die große Bedeutung, die die Alte Kapelle in der Geschichte der Kirchenmusik gespielt hat, und betonte die Bedeutung der Kirchenmusik für die Liturgie. Das Zweite Vatikanische Konzil habe verdeutlicht, dass Musik und Gesang mehr als eine Zierde des Gottesdienstes sei. „Feierliche Kirchenmusik mit Chor, Orgel, Orchester und Volksgesang ist keine die Liturgie umrahmende und verschönende Zutat, sondern eine wichtige Weise tätiger Teilnahme am gottesdienstlichen Geschehen“, so der Heilige Vater.

Mit der zurecht als „Königin der Instrumente“ bezeichneten Orgel könne man aber auch die Kirche in ihrer Gesamtheit vergleichen. „Auch die Pfeifen dieser Orgel sind Temperaturschwankungen und Ermüdungseinflüssen ausgesetzt. Das ist ein Bild für unsere Gemeinschaft. Wie in der Orgel eine berufene Hand immer wieder die Disharmonie zum rechten Klang vereinen muss, so müssen wir auch in der Kirche in der Vielfalt der Gaben und der Charismen immer neu durch die Gemeinschaft des Glaubens den Einklang im Lob Gottes und in der geschwisterlichen Liebe finden,“ sagte der Heilige Vater.

Ein Klassiker sollte es sein

Als erstes Stück auf der neuen Orgel intonierte dann Stiftsorganist Prof. Norbert Düchtel die Toccata und Fuge in d-moll von Johann Sebastian Bach. Eindrucksvoll und in wunderbarer Form erfüllte er damit die zuvor gehörten Segenswünsche, den Lobpreis des Herrn in der Musik zu erfüllen und zu mehren. Vollendet zum Ausdruck gebracht wurde die prachtvolle Klangfülle des neuen Instruments dann noch einmal im gemeinsam gesungenen „Te Deum“. Das allgemeine Urteil: Die „Papst Benedikt Orgel“ ist ein Meisterwerk der Kirchenmusik und ihres Namens uneingeschränkt würdig.

Johann Sebastian Bach sollte es sein, soweit waren sich Stiftsorganist Prof. Norbert Düchtel und der ehemalige Domkapellmeister Georg Ratzinger bei der Auswahl der Musik für diesen Tag schnell einig geworden. Der einstige Thomaskantor aus Leipzig gehört schließlich zu den Lieblingskomponisten des Heiligen Vaters. „Mit der Toccata und Fuge in d-moll haben wir uns für einen Klassiker entschieden“, erzählt Düchtel, nicht nur des „Wiedererkennungseffektes“ wegen. „Die Spannung, die in dem Stück steckt, ist so enorm, dass sie sich am besten mit einer Barockorgel bewältigen lässt.“

Stiftskapellmeister Prof. Josef Kohlhäufl, der den 100-köpfigen Chor und das mit acht Bläsern und Pauke besetzte Orchester leitete, hatte bei der Auswahl des restlichen Musikprogramms zwei Kriterien besonders berücksichtigt: Die Vorlieben des Pontifex und den Regensburg-Bezug des Komponisten. Kohlhäufl entschied sich für eine Bläserintrade von Karl Norbert Schmid, das „Jauchzet dem Herrn“ in der Bearbeitung von Carl Thiel, Wolfram Menschicks Halleluja und Schmids „Te Deum“ mit Bläser- und Orgelvorspiel. Die neue Papst Benedikt Orgel hat sich seiner Meinung nach hervorragend in das musikalische Gesamtbild mit Chor und Orchester eingefügt. „Und beim Großer Gott hat sich gezeigt, dass die Orgel in Zukunft auch beim Volksgesang in der Alten Kapelle eine dominante Rolle spielen wird“, sagte Kohlhäufl.

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