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Papstbesuch

„So was erlebt man nie wieder“

15000 Ministranten feierten die Messe auf dem Islinger Feld mit – die Regensburger waren mittendrin.
Von Antje Karbe, MZ

Papst Benedikt XVI. beeindruckte viele Ministranten, bei der heiligen Messe auf dem Islinger Feld in Regensburg.
Papst Benedikt XVI. beeindruckte viele Ministranten, bei der heiligen Messe auf dem Islinger Feld in Regensburg. Foto: dpa

Regensburg.Einen Sack Flöhe zu hüten ist leichter. „In Dreier-Reihen gehen. Vorne nicht so schnell“, ruft Pfarrer Andreas Giehrl seine Ministranten energisch zur Ordnung. 80 Schützlinge, zwischen 9 und 19 Jahren alt, stürmen geradezu Richtung Papstwiese – und das um fünf Uhr morgens. Aus allen Dörfern haben sich die Ministranten im Oberislinger Pfarrheim eingefunden. Die 15-jährige Manuela ist schon um Viertel nach vier in Graßlfing losgeradelt. „Nicht gerade viel Schlaf“, wie sie trocken feststellt. „Aber ich wollte in der Gemeinschaft zur Papstmesse gehen. So etwas erlebt man nie wieder.“

Sehen Sie hier einige Eindrücke von der Messe am Islinger Feld.

Geduld ist gefragt

Vor Aufregung hellwach marschiert die Gruppe jetzt im Chorgewand Richtung Islinger Feld. Am Treffpunkt „Schwarzes M“ startet jede volle Stunde ein Einzug der Ministranten – insgesamt 15000 sind angemeldet. Ein Ansager mahnt die Wartenden, genug zu trinken und sich später vor der Sonne zu schützen, dann setzt sich der Zug in Bewegung.

Eine Viertelstunde später sind alle zufrieden: Die Minis aus Oberisling und Co. konnten sich die erste Reihe in Block C2 sichern. Vom Papst-Altar trennen sie jetzt nur noch die Stühle für Priester und Prominenz. Manuela und ihre Freundinnen positionieren ihre Klapphocker und bewundern erstmal den „geilen Sonnenaufgang“.

„In die Kirche bin ich von klein auf gegangen, das hat mich schon immer interessiert“

Manuela

Die Wartezeit bis zum Messebeginn scheint unendlich – die Geduld der jungen Messdiener auch. Sie packen Proviant und Kartenspiele aus oder haben auch so ihren Spaß, schließlich kennen sich die meisten schon lange. Ministranten seien sie seit der Kommunion, erzählen Manuela und Julia (16). „In die Kirche bin ich von klein auf gegangen, das hat mich schon immer interessiert“, sagt Manuela.

Gott ist im Leben der Jugendlichen eine feste Größe. „Der Glaube gibt mir Kraft“, sagt Julia. „Gott ist hilfreich. Ich bete oft. Wenn ich an ihn denke, mache ich alles richtig“, erklärt ihr Bruder Johannes (12). Und die katholische Kirche? „Ein Treffpunkt für alle Gläubigen, um sich auszutauschen“, sind sich alle einig.

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

Eine große Stunde für alle

Auch das ist klar: Der Besuch von Kirchenoberhaupt Benedikt XVI. ist für alle in der Gruppe eine große Stunde. „Gerade weil er einer von uns ist und sich immer ganz menschlich und normal gibt“, findet Manuela. Max (12) berichtet von einer Audienz beim Papst in Castel Gandolfo. „Es war super. Ich war einfach nur froh.“

Die Ministranten sind bereit für große Emotionen. Als das Papamobil erscheint, springen 15000 Jugendliche jubelnd auf und versuchen, den Tross des Papstes auf der großen Leinwand zu orten. Im Block C2 müssen sie sich damit begnügen, das Papamobil kommt nicht wirklich näher. Manuela und Julia finden’s schade, aber verständlich: „Das geht nicht anders, bei so vielen Leuten.“

„Es kam gut raus: Glaube ist keine Angstmache, wir haben einen liebenden Gott. Aber wir haben auch eine Verantwortung.“

Franziska

Weniger gut finden die meisten die Sonne, die inzwischen unbarmherzig auf die Köpfe prallt. „Die Hitze macht mich fertig“, stöhnt Johannes nach der Predigt. Sein Sitznachbar ist kurz eingenickt. „Ich bin saumüde“, gesteht Franziska (18) und ist auch irgendwie froh, als die Messe zu Ende geht. Benedikts Predigt habe ihr aber schon gefallen. „Es kam gut raus: Glaube ist keine Angstmache, wir haben einen liebenden Gott. Aber wir haben auch eine Verantwortung.“

„Es war schön“, findet Julia. „Wenn man sich umdreht und Tausende erblickt, das ist was besonderes. „Der Papst hat sich bei allen bedankt. Dabei müssen wir uns eigentlich bedanken, dass er hierher kommt“, sagt Manuela und packt fröhlich ihren Klappstuhl ein. Johannes ist bereit für die versprochene Brotzeit im Pfarrheim. Danach gibt es einiges zu verdauen. „Und zwar auf der Couch.“

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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