MyMz
Anzeige

Papstbesuch

Was erwarten Pilger vom Papst?

Die Messe auf dem Islinger Feld 2006 weckt bei Besuchern viele Hoffnungen. Ob sie erfüllt werden, wird sich zeigen.

Strenge oder Milde? Welche Erwartungen werden an Papst Benedikt XVI. gestellt? Auf was freuen sich die Pilger in Regensburg am Meisten?
Strenge oder Milde? Welche Erwartungen werden an Papst Benedikt XVI. gestellt? Auf was freuen sich die Pilger in Regensburg am Meisten? Foto: dpa

Regensburg.„Glaube ist schwierig geworden, weil die Welt, die wir antreffen, ganz von uns selber gemacht ist und sozusagen Gott in ihr nicht mehr direkt vorkommt.“ Mit Sätzen wie diesem begeistert Papst Benedikt XVI. seine Zuhörer. Die MZ wollte von Pilgern wissen, was sie sich von der Papstmesse erwarten.

Familie soll christliche Wertvorstellungen weitergeben

Um dem Verlust von Glauben entgegenzutreten, predigt der Heilige Vater auch die Rückbesinnung auf christliche Werte. Wenn man sich nur auf sein technisches Know-how verlasse und moralisches Vermögen vernachlässige, bestehe die Gefahr, dass technische Innovationen ausschließlich für kriegerische Auseinandersetzungen genutzt werden, warnt der Papst. Er versucht, die Gläubigen mehr an die Kirche zu binden. Vor allem spricht er die Verantwortung der Eltern an, die Kinder christlich zu erziehen. Für den Heiligen Vater steht die Familie als treibende Kraft für die Weitergabe des Glaubens und der christlichen Wertvorstellungen im Vordergrund. „Die Grunderfahrungen der Kindheit sind die Wurzeln, aus denen wir leben“, sagt der Papst.

„Die Grunderfahrungen der Kindheit sind die Wurzeln, aus denen wir leben“

Papst Benedikt XVI.

Die Neuerungen der letzten Zeit könnten aber auch ungläubige Katholiken zurück zu ihren Wurzeln führen. So hat der heilige Vater das Protokoll grundlegend geändert. Der Knicks und der Handkuss, die bei einem Treffen mit dem Papst bisher unabdingbar waren, wurden gestrichen. Papst Benedikt XVI. zieht es vor, seinem Gegenüber „einfach nur“ die Hand zu reichen. Die Hand reichen will der Heilige Vater auch den anderen Glaubensgemeinschaften. Dies soll durch ein Mehr an Nächstenliebe und Toleranz geschehen. Mit Herz und Verstand sollen Katholiken und Protestanten in der Ökumene eine Brücke zueinander bauen. Auch über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche wird derzeit nachgedacht. Zwar sollen Frauen auch in Zukunft nicht die Priesterweihe empfangen, doch steht schon heute fest, dass sie mehr einbezogen werden.

Sehen Sie hier die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Weg zum Pontifikat.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. kritisiert die Entfremdung und Entfernung vor allem der westlichen Welt von christlichen Grundwerten und der katholischen Kirche: „Die Welt braucht Gott. Wir brauchen Gott“.

„Wer bereit ist hinzuhören, dem hat Papst Benedikt auch etwas zu sagen“.

Marianne Brunnhuber

Wünsche und Erwartungen an den Papst sind unterschiedlich

Nach diesen starken Worten erwarten die Papst-Pilger auch für die heutige Messe am Islinger-Feld ergreifende und tiefgründige Aussagen des Pontifex. Die Pilger hoffen zum Beispiel auf das „gemeinsame Erlebnis eines großartigen Gottesdienstes“, so Helga Hüffner. Veronika Auburger erwartet von der Messe, dass sie „sehr viele Menschen in ihrem Glauben vereint“. So mancher Gläubige wünscht sich Ablass durch gemeinsames Beten und den Empfang der heiligen Kommunion, wie etwa Walter Trutzel aus Laaber. „Wer bereit ist hinzuhören, dem hat Papst Benedikt auch etwas zu sagen“, versichert Marianne Brunnhuber, die aus Dillingen nach Regensburg gekommen ist. (MZ)

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Alles rund um das Leben und Wirken von Papst Benedikt XVI finden Sie hier in unserem News-Blog:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht