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Papstbesuch

„Willkommen, Benedikt!“

Regensburg zählte am Tag vor dem Papstbesuch 2006 die Stunden bis zur Ankunft: „Wir halten es fast nicht mehr aus“.
Von Marianne Sperb, MZ

Papst Benedikt XVI ist am 12 und 13. September zu Besuch in Regensburg.
Papst Benedikt XVI ist am 12 und 13. September zu Besuch in Regensburg. Foto: dpa

Regensburg.Papst Benedikt XVI. landete am Montagabend in Regensburg – sehnsüchtig erwartet von Gläubigen und Organisatoren. „Wir haben alles getan, damit seine Tage in Regensburg der schöne und strahlende Höhepunkt seiner Reise werden“, sagte Oberbürgermeister Hans Schaidinger bei der letzten Pressekonferenz vor Ankunft des Heiligen Vaters am Montagmittag. „Jetzt freuen wir uns, nach dem Ende langer Vorbereitungen, dass es endlich ernst wird.“

Anspannung und Vorfreude machen sich in Regensburg breit

In den Stunden vor der Ankunft des Heiligen Vaters war die Spannung in der Stadt fast greifbar. Frühe Pilger unternahmen einen ersten Orientierungsgang durch die Gassen, Regensburger spähten schon mal das Plätzchen aus, auf dem sie abends, bei „Benedettos“ erster Rundfahrt, stehen wollten, Helfer und Sicherheitskräfte bezogen Position. Vom Punker bis zum „alten Muatterl“: Niemand, den der Besuch des Pontifex nicht beschäftigt hätte. „Wir halten es fast nicht mehr aus, ihn zu empfangen und zu hören, was er sagt“, bekannte Generalvikar Michael Fuchs. Der Besuch sei ein „Glaubensereignis“. „In München war es unglaublich, die große Gemeinschaft des Glaubens zu erleben.“ Benedikt XVI. spreche mit der Güte eines Freundes und sage schwierige Dinge mit der Güte eines Vaters, der sich Sorgen mache. „Mein großer Wunsch: Dass wir die Botschaften von Benedikt XVI. als Orientierung für unser Leben verstehen.“

„Mein großer Wunsch: Dass wir die Botschaften von Benedikt XVI. als Orientierung für unser Leben verstehen.“

Generalvikar Michael Fuchs

Mindestens 250000 Menschen werden heute dem Papst auf dem Islinger Feld zujubeln, Tausende die Feier auf Großleinwänden in der Stadt verfolgen, Millionen vor dem Fernseher zusehen. Im Pressezentrum an der Papstwiese stehen Journalisten 282 Arbeitsplätze mit LAN-Anschluss zur Verfügung, 70 Telefone, Netzwerkdrucker, Kopierer, Faxgeräte. „Der Herr sei mit euch“: Der Generalvikar segnete den weißen Fertigbau gestern und betonte die Rolle der Medien, die die Botschaften des Papstes, die Perspektiven, Eindrücke und Kommentare in alle Welt vermitteln.

Sehen Sie in unserer Bildergalerie die wichtigsten Stationen des Papstes auf seinem Lebensweg.

Das Leben von Papst Benedikt XVI.

250000 Menschen haben sich Zugangskarten zur Papstwiese ausstellen lassen. Das strahlende Herbstwetter und die schönen Bilder der Reisestationen München und Altötting dürften zahlreiche Wallfahrer kurzfristig zu einem Besuch bewegen. Die deutliche Botschaft gestern: „Wir haben noch Kapazitäten, die Busse sind nicht ausverkauft“, so Schaidinger, und: „Nicht abschrecken lassen! Wer sich entschließt, den bringen wir zur Messe.“ „Niemand wird abgewiesen“, bekräftigte Michael Fuchs.

Nicht abschrecken lassen! Wer sich entschließt, den bringen wir zur Messe.“

Oberbürgermeister Hans Schaidinger

Pentling als offizielles Zuhause des Papstes

Wem gehört der Papst? Ein winziges Bisschen klang der Besitzanspruch im Pressezentrum durch. Regensburgs Oberbürgermeister freute sich, den Pontifex „dort begrüßen zu dürfen, wo er, wie er selbst sagt, zu Hause ist“. Landrat Herbert Mirbeth betonte postwendend, der Landkreis sei ein Stück stolz auf Benedikts Heimkehr „dorthin, wo er sein Haus hat, und wo er noch offiziell gemeldet ist: in Pentling“. Der Ort gehe mit seiner Rolle „mit Stolz und Selbstverständlichkeit“ um.

Das Jahrtausendereignis ist verbunden mit gigantischen Vorbereitungen. Ohne die Ehrenamtlichen, hielt Mirbeth fest, wäre es nicht möglich. Ein Beispiel: Rund 2700 Feuerwehrleute werden in diesen Tagen im Einsatz sein, davon rund 1000 aus dem Landkreis. 6000 Ehrenamtliche stellen sich in den Dienst der Diözese, 400 Helfer arbeiten unter Regie der Stadt. Allein bei der Kommunion am Papstfeld werden 700 Priester und Diakone eingesetzt sein. Und für einen Teil der insgesamt 5000 Polizisten begann, nach rund zehn Monaten Vorbereitung, am Montag um sieben Uhr der „Echt-Einsatz“, der erst am Donnerstag um zwölf beendet sein wird.

Etliche Planungen waren im Vorfeld notwendig

Hans Junker, Polizeipräsident für Niederbayern/Oberpfalz, betonte: „Der Besuch ist ein einmaliges Ereignis, erstens wegen der Persönlichkeit des Pontifex, zweitens wegen der Zahl der Pilger – doppelt so viele, wie die Stadt Einwohner hat.“ Die Beamten betreuen zwölf Veranstaltungen, sorgen für die Sicherheit des hohen Besuchs und der Pilger und setzen das ausgetüftelte Verkehrskonzept um, das wegen der Autobahn-Sperre in Regensburg besonders kompliziert ist. München, Altötting und Marktl am Inn haben den Ernstfall bereits hinter sich. „Ich hoffe, alles läuft hier genauso reibungslos ab“, sagte Junker. Sein persönliche Wunsch: „eine begeisterte Atmosphäre“.

„Der Besuch ist ein einmaliges Ereignis, erstens wegen der Persönlichkeit des Pontifex, zweitens wegen der Zahl der Pilger – doppelt so viele, wie die Stadt Einwohner hat.“

Hans Junker, Polizeipräsident für Niederbayern/Oberpfalz

Polizeidirektor Klaus Rösler, Leiter der Bundespolizei in Schwandorf, lobte die Pilger von München, die geduldig Unannehmlichkeiten ertrugen. Er versprach für seine 1600 Mitarbeiter, die die Ströme der Bahnreisenden lenken, sie wollten freundlich ihren Teil zum guten Verlauf beitragen. Röslers Appell: „Wir wollen, dass Sie gefahrlos reisen. Machen Sie sich früh auf den Weg, bringen Sie Geduld und Verpflegung mit, und rechnen Sie damit, dass die Rückreise länger dauern kann.“ 1600 Malteser, Johanniter und Rotes Kreuz-Mitarbeiter reisten am Montag aus ganz Deutschland in Regensburg an. 1400 helfen an Großparkplätzen, am Islinger Feld und auf Bahnhöfen, weitere 200 assistieren Behinderten und lotsen sie von den Umsteigeplätzen auf der Autobahn und in Oberhinkofen zur Wiese.

„Wir sind alle furchtbar angespannt und freuen uns, dass der Heilige Vater heute Abend bei uns ist“

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld

„Wir sind alle furchtbar angespannt und freuen uns, dass der Heilige Vater heute Abend bei uns ist“, bekannte Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, Vorsitzender des Diözesankomittes, im Pressezentrum. Er schilderte die Atmosphäre beim Papst-Besuch in München: „Es war so großartig, ihn zu erleben und zu sehen, was er uns bringt: das Angebot zu glauben.“

Mehr zum Papstbesuch in Regenburg finden Sie hier.

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