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Papstbesuch

Zweite Altstadtfahrt wird zum Triumphzug

Tausende Gläubige und Schaulustige jubelten Papst Benedikt zu, auch anschließend beim Eintrag in das goldene Buch.
Von Roman Hiendlmaier und Stefan Gruber, MZ

Papst Benedikt XVI. fährt winkend im Papamobil durch die Regensburger Innenstadt. Foto: dpa
Papst Benedikt XVI. fährt winkend im Papamobil durch die Regensburger Innenstadt. Foto: dpa

Regensburg.So nah wie die kleine Antonia ist dem Papst in seinen Regensburger Tagen kaum jemand gekommen. Ein Sicherheitsbeamter reichte gestern Abend Benedikt das Baby vor der Abfahrt vom Dom zum Papamobil – der Pontifex herzte die kleine Regensburgerin. Die Fahrt des Papstes nach dem ökumenischen Vespergottesdienst unter Glockengeläut durch die Regensburger Altstadt wurde zu einem Triumphzug. Es jubelten ihm so viele Menschen zu wie außerhalb der Papstmesse am Vormittag noch nie bei seinem aktuellen Aufenthalt in Regensburg.

Vom Domplatz bis zum Bismarckplatz standen tausende Zuschauer dicht gedrängt in Reihen, was der Platz zwischen den Häusern und den Absperrungen hergab. Ob Huckepack, von Stühlen, Leitern, Verkehrsschildern sowie aus zahlreichen Fenstern jubelte ihm die Menge frenetisch zu. Schon von weitem war sichtbar, auf welchem Streckenabschnitt sich das Papamobil gerade befand: Hunderte Kameras und Kamera-Handys wurden hochgereckt, ein Blitzlichtgewitter erleuchtete ununterbrochen das Gesicht des Heiligen Vaters, der wie schon am Vorabend aus dem geöffneten Seitenfenster des Papamobils seinen Anhängern zujubelte.

Radierung als Geschenk

Nach dem Gottesdienst hatte zunächst Hans Schaidinger auf den Papst gewartet: Benedikt trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Anschließend überreichte ihm der Oberbürgermeister eine Radierung. Dessen Motiv wurde geheim gehalten, es soll sich um eine Auftragsarbeit handeln.

Schon vor der Szene mit der kleinen Antonia versuchte Benedikt, mit seinen Anhängern in unmittelbaren Kontakt zu kommen. Er ging am Domplatz auf die Menschen zu, wurde jedoch von Sicherheitsleuten höflich, aber bestimmt zur Umkehr ins Papamobil bewegt.

Kein Ausstieg aus Papamobil

Während des Gottesdienstes verbreitete sich unter den Zaungästen das Gerücht, der Papst werde zumindest einen Teil der Strecke zu seinem erneuten Nachtquartier, dem Bischöflichen Priesterseminar, zu Fuß bewältigen. Ein vielfacher Wunsch, der jedoch nicht in Erfüllung ging – im Gegenteil: Weil das Sichtfeld der meisten Besucher durch die Vielzahl der Menschen begrenzt war, verschwand das Papamobil noch schneller aus dem Blickfeld des Einzelnen als am Abend zuvor.

Jedoch blieb auch der Trost aller seiner Anhänger, die erneut oft stundenlang ausgeharrt hatten, der gleiche wie bei Benedikts erster Altstadt-Tour: Sie hatten den Papst aus nächster Nähe gesehen – sogar erleuchteter als am Montagabend.

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