MyMz
Anzeige

Diskussion

Bürgermeisterin hält an RKK fest

Reizthema im Presseclub: Am Donnerstag standen Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Christine Schimpfermann Rede und Antwort.
Von Heike Haala

 Ernst Waller, Leiter der Lokalredaktion Regensburg bei der Mittelbayerischen Zeitung, befragte Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann sowie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zusammen mit Anja Stubba vom Funkhaus Regensburg (v. l.). Foto: Lex
Ernst Waller, Leiter der Lokalredaktion Regensburg bei der Mittelbayerischen Zeitung, befragte Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann sowie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zusammen mit Anja Stubba vom Funkhaus Regensburg (v. l.). Foto: Lex

Regensburg.Wo auch immer das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) einmal stehen wird und wie auch immer es dann aussehen mag: Die Befürworter sowie die Kongress- und Konzertveranstalter werden noch viel Geduld beweisen müssen, bis das Projekt verwirklicht ist. Und die Kritik daran wird so schnell auch nicht verstummen. Das war am späten Donnerstagabend im Presseclub klar.

Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sowie Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann waren in die Clubräume in der Ludwigstraße gekommen, um sich den Fragen zum Regensburger Kultur- und Kongresszentrum und damit auch zu einem wahren Zankapfel in der Stadtgesellschaft zu stellen: Den Abend über das zwar im Koalitionsvertrag verankerte, aber eben gerade auch wieder heftig umstrittene Projekt moderierten Anja Stubba vom Funkhaus Regensburg und Ernst Waller, Leiter der Lokalredaktion Regensburg bei der Mittelbayerischen Zeitung.

Der Termin in den Ferien war gut besucht. Foto: Lex
Der Termin in den Ferien war gut besucht. Foto: Lex

Die Frage nach der Eröffnung
Wie lange sich die Verwirklichung des Projekts noch hinziehen könnte, offenbarte Maltz-Schwarzfischers Antwort auf die letzte Frage von MZ-Lokalleiter Waller. Der wollte wissen, ob ein 60-Jähriger heute davon ausgehen könne, die Eröffnung eines RKK überhaupt noch mitzuerleben. Maltz-Schwarzfischer antwortete auf diese Frage nicht direkt. Sie verwies aber darauf, dass es in Regensburg viele Menschen gibt, die einhundert Jahre und älter sind.


Während der Diskussionsrunde kündigte die Bürgermeisterin auch die weiteren Schritte in Sachen Bürgerentscheid an, den die Regensburger Bürgerinitiative (BI) gegen ein RKK am Keplerareal mit einer Unterschriftensammlung ins Rollen gebracht hatte. So werde der 14. Oktober, der Tag der Landtagswahl in Bayern, für diese Abstimmung anvisiert. Darüber entscheide die Staatsregierung.


Das nächste wichtige Datum in dieser Angelegenheit ist aber bereits der 14. August. „An diesem Tag wird sich der Ferienausschuss mit dem Bürgerentscheid und seinem Zulassungsbeschluss befassen“, sagte Maltz-Schwarzfischer. Während der Stadtratssitzung werde es auch darum gehen, ob die Frage, die die Regensburger beantworten sollen, für einen Bürgerentscheid geeignet ist. Geplant ist im Moment folgender Wortlaut: „Sind Sie dafür, dass alle Vorarbeiten und Planungen für ein Kultur- und Kongresszentrum auf dem Kepler-Areal unverzüglich gestoppt werden?“

Eine Woche lang hat sich die Lokalredaktion Regensburg mit allen Aspekten des RKK beschäftigt. Alle Teile unserer Serie finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Die Bürgermeisterin zeigte sich nicht bange vor dem Tag, an dem die Regensburger darauf oder auf eine ähnlich lautende Frage antworten: Dass Bürgerentscheid zustande kommt, bedeute noch lange nicht, dass die Bürger auch im Sinne der RKK-Gegner abstimmen. Aber sogar dieses Szenario hätte in ihren Augen nicht zwingend die Konsequenz, dass gar kein RKK gebaut werde.

„Dass es zum Bürgerentscheid kommt, heißt nicht, dass er mit Ja entschieden wird.“ Gertrud Maltz-Schwarzfischer Bürgermeisterin von Regensburg

Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass die Gegner lediglich mit dem Standort unzufrieden sind und nicht zwingend gegen das Projekt an sich. „Sie lassen nicht grundsätzlich gegen ein RKK abstimmen, sondern nur gegen das Keplerareal“, sagte sie. Schimpfermann ergänzte: Ein aus der Sicht der Gegner erfolgreicher Ausgang des Bürgerentscheids würde nicht bedeuten, dass die anderen Projekte am südlichen Eingang zur Altstadt zum Erliegen kommen. Der Zentrale Omnibusbahnhof, die ÖPNV-Trasse und die Umgestaltung des Geländes würden dennoch weiter vorangetrieben und auch umgesetzt werden.

Beide Frauen betonten mehrfach, dass sie hinter dem Projekt stehen und auch keine Zweifel an seiner Notwendigkeit hegen. Sie argumentierten mit den Schwächen der anderen Veranstaltungsorte: Das Audimax habe eine Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr, das Marina Forum keinen Saal, in den 1800 Menschen passen, die Donau-Arena liege nicht zentral genug. Fragen nach den zukünftigen oder bisherigen Kosten des RKK ließen sie mit einer Ausnahme offen. Der nach der Erbpacht: Der jährliche Zins betrage über 200 000 Euro. Im Vertrag vereinbart sind laut Pressestelle 263 603,45 Euro.

Die Zuhörer hakten nach

Das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum bleibt ein Zankapfel. Das war nach der Diskussionsrunde im Presseclub klar. Foto: Lex
Das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum bleibt ein Zankapfel. Das war nach der Diskussionsrunde im Presseclub klar. Foto: Lex

Anschließend fühlten die Zuhörer den Damen auf den Zahn. Unter ihnen befanden sich auch mehrere Anhänger der BI, die sich gegenseitig für ihre Fragen applaudierten – etwa als ein Zuhörer den Bedarf für ein RKK anzweifelte. Eine andere Nachfrage zielte auf das Misstrauen ab, das der Stadtspitze zu dem Thema seit der umstrittenen Bürgerbefragung vom vergangenen Herbst entgegenschlägt. Der Zuhörer lobte zwar die vorhergegangenen Ideenwerkstätten, kritisierte aber, dass die Beteiligung der Regensburger seither nachgelassen habe. So eine intensive Beteiligung könne es nicht im Dauerbetrieb geben, sagte Maltz-Schwarzfischer. Sie beteuerte aber, dass die Bürger weiterhin über alle Schritte informiert und auch dazu befragt werden.

Einen anderen Zuhörer trieb die Beschreibung der Bürgermeisterin eines Stadteingangs um, durch den möglicherweise viel weniger Verkehr fließt. Die hatte in Aussicht gestellt, dass im Bereich der Maximilianstraße und des Ernst-Reuter-Platzes große Flächen entsiegelt und gegrünt werden könnten. „Können wir das probeweise mal ein Jahr machen?“, fragte der Mann und hakte nach: „Wohin soll denn der Verkehr geleitet werden?“ Darauf antwortete die Bürgermeisterin kurz und knapp: „Außenrum.“

Weitere Nachrichten aus Regensburg finden Sie hier.

Aktuelle Nachrichten von mittelbayerische.de jetzt auch über WhatsApp. Hier anmelden: https://www.mittelbayerische.de/whatsapp.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht