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Auftritt

Benefizkonzert an der Winterhalter-Orgel

Orgel und Trompete erfüllten am Dreikönigstag die Kirche St. Benedikt in Regensburg mit festlichen Klängen.
Von Josef Eder

Claudia Düchtel, Prof. Norbert Düchtel und Hans Jürgen Huber (v. l.) beim Benefizkonzert in Oberisling. Foto: Eder
Claudia Düchtel, Prof. Norbert Düchtel und Hans Jürgen Huber (v. l.) beim Benefizkonzert in Oberisling. Foto: Eder

Regensburg.Es war ein Scheinwerfertag für die jetzt endgültig fertig gestellte Winterhalter-Orgel in der Oberislinger Kirche St. Benedikt. Bisher fehlte noch das Register Fagott. Nachdem einstündigen Benefizkonzert für festliche und weihnachtliche Musik am Nachmittag des Dreikönigstages mit zwei Uraufführungen waren es ausschließlich Scheine, die in die aufgestellten Körbchen flogen. Trompete und Orgel waren zu hören: eine seltene, aber immer wieder reizvolle, festliche Klangkombination, bei der die Klänge der Instrumente ineinander verschmelzen. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Tosender Applaus als Lohn

An der Orgel saß Professor Norbert Düchtel, und Hans Jürgen Huber blies auf verschiedenen Trompeten. Bei jedem Stück, das eine andere Technik erforderte, wechselte Huber die Mundstücke. Tosender Applaus war der Lohn für das Duo, denn beide intonierten zum dritten Mal in Folge ohne Lohn die schönen Werke, die die Meister in allen Tonlagen forderten.

„Die Orgel ist fertig. Die Königin der Instrumente ist das Gegenstück zum Hochaltar.“

Professor Norbert Düchtel, Organist

Hans Jürgen Huber, vielen Regensburgern bekannt als 1. Trompeter der Formation „Schutzblech“, blies das Blechblasinstrument. Düchtel ging ganz im Spiel auf der neuen Kirchenorgel auf. Voller Körpereinsatz war gefragt. Während die Finger über die zweimanualige Tastenkombination sausten, steuerte er mit den Füßen weitere Klangelemente. Seine Frau Claudia zog die Register. Die Königin der Instrumente füllte mit ihrem herrlichen, kraftvollen Klang das Kirchenschiff. Doch nur so weit, dass Hubers Trompete immer gleichberechtigt erklang. Wie eineiige Zwillinge harmonierten beide Musiker.

Als erstes Stück erklang „Vom Himmel hoch“ (Johann S. Bach). Das Concerto del Signor Blamont in A-Dur (J.G. Walter) folgte. Dann kam mit „Christmas Collection I” die erste Uraufführung. Es waren traditionelle Lieder, die Düchtel in dieser Kombination für beide Instrumente bearbeitete: „The first Noel“ (England), „In dulce Jubilo“ und „Es ist ein Ros entsprungen“ (beide Deutschland).

Blick vom Altar zur Orgelempore Foto: Eder
Blick vom Altar zur Orgelempore Foto: Eder

Nach dem französischen „Votre Bontè grand Dieu“ (Claude-B Balbastre), Variationen des Weihnachtsliedes aus dem Nachbarland, folgte die zweite Uraufführung. Christmas Collection II stand im Programmheft. Mit dem amerikanischen “O Holy Night” (Adolph Charles Adam) eröffneten beide die Liederfolge, „Hark! The Herald Angels sing (Mendelsohn-Bartholdy) folgte. Weiter ging es im Zyklus mit „Vom Himmel hoch, ihr Engel kommet" (Hans U. Hielscher) und am Ende war „Sing Joy“ zu hören.

Danach intonierten beide das Largo (Anton Dorvark) aus der Symphonie Aus der Neuen Welt op 95. Das gewaltige „Gloria in excelsis Deo“ füllte mit Variationen aus dem Lied „Engel auf den Feldern singen“ den modernen Kirchenbau. Die Gemeinde sang „O du fröhliche“ und dann gab es mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ die gewünschte Zugabe.

Königin der Instrumente

Prof. Norbert Düchtel und Hans Jürgen Huber Foto: Eder
Prof. Norbert Düchtel und Hans Jürgen Huber Foto: Eder

„Die Orgel ist fertig. Die Königin der Instrumente ist das Gegenstück zum Hochaltar“, sagte Düchtel erfreut. „Viel Geld hat der ideenreiche Ort für das Instrument gesammelt. Wir beide spielen heute zum weiteren Schuldenabbau, denn so ein Instrument ist sehr kostenintensiv. Das neue Fagottregister wird heute im Vordergrund stehen.“ Dabei erwähnte Düchtel auch das Ehepaar Guder sowie Kirchenpfleger und Mesner Alois Bösl, die seine ersten Ansprechpartner vor Ort sind. Pfarrer Stefan Haimerl erinnerte an die tiefe Sehnsucht der Menschen, die die Suche nach Liebe, Erfüllung und Glück antreibt.

Die Musiker

  • Norbert Düchtel:

    Von 1979 bis 2015 lehrte er als Dozent für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation an der Hochschule für Kirchenmusik in Regensburg.

  • Hans Jürgen Huber:

    Dozent für Trompete, Registerproben und Instrumentallehrer. 2009 folgte er dem Ruf eines Lehrauftrages im Fach Trompete am musischen Gabrieli Gymnasium in Eichstätt.

  • Nächstes Konzert:

    Am 16. Juni wird in der Minoritenkirche in Regensburg ein Konzert für drei Trompeten, Pauke und Orgel gespielt.

Sphärische Klänge waren es, die die Virtuosen in das schlichte Kirchengebäude zauberten. Klingt es so im Himmel? Wir Menschen haben ein unterschiedliches Bild von der Nachwelt. Wer einmal den „Brandner Kaspar“ gesehen hat, hat die Orgelklänge im Kopf, wenn Erzengel Gabriel mit dem Schwert erscheint, dem der gütige Portner Petrus, durch das Tor des bayerischen Himmels schreitend, folgt.

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