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Einweihung

Ein Brückenschlag in Regensburg

Der Steg zwischen der Konradsiedlung und dem Brandlberg ist nun fertig. Viele Anwohner probierten ihn gleich aus.
Von Daniel Steffen

Die Einweihung des neuen Stegs weckte bei den Anwohnern reges Interesse. Foto: Steffen
Die Einweihung des neuen Stegs weckte bei den Anwohnern reges Interesse. Foto: Steffen

Regensburg.2018 – das ist laut Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer das „Jahr der Brückenschläge“. Erst kürzlich habe die Stadt den Regensburgern die sanierte Steinerne Brücke zurückgegeben – und nun konnte die Bürgermeisterin im Stadtnorden erneut eine Einweihung feiern.

„Sicherlich ist der eingeweihte Fußgänger- und Radfahrsteg über die Pilsen-Allee nur eine kleine Brücke. Aber er verbessert eine natürliche, alte Verbindung zu einem Stadtteil mit neuem Gesicht“, sagte sie vor den 100 Besuchern, die sich zum festlichen Anlass in der Posener Straße eingefunden hatten.

Symbolisches Band durchtrennt

Dort schnitt die Bürgermeisterin gemeinsam mit Regierungspräsident Axel Bartelt, Planungsreferentin Christine Schimpfermann und Tiefbauamt-Chef Peter Bächer das symbolische Band durch, um das Bauwerk freizugeben. Dies wurde von den Anwohnern gleich ausgiebig „getestet“: Die einen schoben ihr Rad die Rampe hoch, die anderen machten sich mit dem Rollstuhl oder mit dem Kinderwagen auf den Weg –und der Großteil überquerte den 55 Meter langen Steg per pedes. Während die Fußgänger dank einer Treppe auf kürzestem Weg oben auf dem Steg ankommen, müssen Rad- und Rollstuhlfahrer die 160 Meter lange Rampe benutzen.

„Nicht die Schönheit, sondern die Sicherheit des Stegs ist entscheidend – gerade für Senioren und Kinder. Und diese ist gegeben.“

Josef Mös

Um auch Menschen im Rollstuhl sowie Benutzern mit Kinderwagen gerecht zu werden, sei diese Länge erforderlich, teilte die Stadtverwaltung mit. Wie Planungsreferentin Christine Schimpfermann sagte, betrage die Steigung der Rampe sechs Prozent, ferner seien mehrere Zwischenpodeste in die Rampe eingearbeitet worden. Die Länge des Stegs beträgt 55 Meter. Neben der Pilsen-Allee überquert der Steg auch die Bahnstrecke Regensburg-Hof, die in Zukunft elektrifiziert werden soll. Die Oberleitungen, die dafür nötig sind, seien bei der Planung der Brücke berücksichtigt worden.

„Man kann den Weg zum Brandlberg jetzt sehr abkürzen. Unsere ganze Familie ist Mitglied beim BSC. Von daher ist der Steg für mich sehr okay. Allerdings hat mein Mann ganz schön gepfiffen, als er mich im Rollstuhl die Rampe hochgefahren hat.“

Lieselotte Pröll

Den Planungsbeginn datierte die Bürgermeisterin auf das Jahr 2005. Schon damals, als sich mit dem vorgesehenen Bau der Pilsen-Allee eine Trennung der Stadtteile Konradsiedlung und Brandlberg abzeichnete, hätten sich Bürger gewünscht, diese Trennung durch eine neue Rad- und Gehwegverbindung zu überwinden. „Diese Idee wurde von der Regierung der Oberpfalz im Planfeststellungsbeschluss aufgenommen“, sagte die Bürgermeisterin.

Großzügiger Zuschuss vom Land

Für die Stadt habe dies finanzielle Vorteile erbracht: 2,2 Millionen Euro von den drei Millionen Euro Baukosten habe der Freistaat tragen können. Man habe die „volle Zuwendungsfähigkeit erreicht“, sagte Maltz-Schwarzfischer. Erfreulich sei ebenso, dass die kalkulierten Kosten der Gesamtmaßnahme Pilsen-Allee von 65 Millionen Euro auch nach Steg-Fertigstellung um eine Million Euro unterschritten wurden.

Auch in menschlicher Hinsicht sei der Steg wichtig. „Er lässt zusammenwachsen, was zusammengehört“, sagte die Bürgermeisterin hinsichtlich der Anwohner aus der Konradsiedlung und am Brandlberg. „Neue und alteingesessene Bewohner werden die Infrastrukturen der jeweils anderen Seite sicherlich intensiv nutzen.“ Vor allem aber hat sich der Fußweg zum neuen BSC-Vereinsgelände erheblich verkürzt, da das nördliche Stegende direkt zu den Sportstätten des BSC führt.

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