MyMz
Anzeige

Naturschutz

Ein Paradies für seltene Arten

Flora und Fauna sind am Keilsteiner Hang und am Brandlberg üppig. Neue Schilder geben Wanderern darüber Auskunft.
von Daniel Steffen

Sie freuen sich über die Anbringung der Infotafeln in den Naturschutzgebieten: Dr. Hannaleena Pöhler (Umweltamt), Gabriela Rossi (Regierung der Oberpfalz), Umweltamt-Leiter Rudolf Gruber und Hannelore Schäffer (Umweltamt, Sachgebiet Naturschutzrecht). Foto: Stadt Regensburg/Stefan Effenhauser
Sie freuen sich über die Anbringung der Infotafeln in den Naturschutzgebieten: Dr. Hannaleena Pöhler (Umweltamt), Gabriela Rossi (Regierung der Oberpfalz), Umweltamt-Leiter Rudolf Gruber und Hannelore Schäffer (Umweltamt, Sachgebiet Naturschutzrecht). Foto: Stadt Regensburg/Stefan Effenhauser

Regensburg.Die Naturschutzgebiete Brandlberg und Keilsteiner Hang beherbergen äußert seltene Pflanzen- und Tierarten. Der Weidenblättrige Wolfsmilch, so betont Umweltamtsleiter Rudolf Gruber, komme bundesweit einzigartig nur auf dem Brandlberg vor. Hierbei handelt es sich um eine krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 70 Zentimetern erreicht. Mit Artenhilfsprogrammen wird versucht, den Bestand auch gerade dieser Pflanze zu schützen. Ähnliches gilt für den Ausdauernden Lein, eine blau bis lila blühende Pflanze, die zwar in vielen Gärten blüht, in ihrer wilden Variante aber vom Aussterben bedroht ist.

Tafeln aufgestellt

Der Ausdauernde Lein ist als Wildpflanze höchst selten. Foto: Fotolia/Rau
Der Ausdauernde Lein ist als Wildpflanze höchst selten. Foto: Fotolia/Rau

Um auf die seltenen Pflanzen und Tiere sowie auf den Artenreichtum aufmerksam zu machen, haben die Stadt und die Regierung der Oberpfalz nun in drei Naturschutzgebieten Hinweistafeln aufgestellt. Neben dem Brandl- berg und dem Keilsteiner Hang gibt es solche Schilder auch im angrenzenden Naturschutzgebiet Südöstliche Juraausläufer. Insgesamt wurden elf Tafeln aus städtischen und Bezirks-Mitteln angebracht. Die Tafeln, die mit einem QR-Code für multimediale Nutzung ausgestattet sind, bieten nicht nur Informationen über die Besonderheiten der Naturschutzgebiete, sondern appellieren auch an das Natur- und Umweltbewusstsein der Wanderer.

So müssen Hunde angeleint sein, ferner dürfen keine Pflanzen entnommen und keine Wege verlassen werfen. Welche Wege benutzt werden dürfen, ist auf einer Karte eingezeichnet. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, keinerlei Müll wegzuwerfen.

Ein Segen für die Brandlberger

Für diejenigen, die wohnortnah Erholung suchen, sind die Naturschutzgebiete ein Segen. So wie am Brandl- berg. „Für uns war das sehr gut, dass der Brandlberg 1996 zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist, weil die Kalkwerke beabsichtigt hatten, den Brandlberg wegen des Kalkstein-Vorkommens zu sprengen“, sagt Konrad Birkmeier, der Geschäftsführer des örtlichen Männer- und Burschenvereins. Der Kalkstein sei von der Qualität sehr hochwertig, deswegen habe daran ein so großes Interesse geherrscht.

Das Naturschutzgebiet Keilsteiner Hang

  • Der Keilsteiner Hang

    ist das älteste Naturschutzgebiet der Stadt (seit 1939). Die Strukturen des Gebietes reichen von Buchenmischwäldern bis Trockenrasen und Felsbiotopen.

  • Diese Strukturen

    sorgen für eine sehr hohe Artenvielfalt. Aus der Tierwelt sind etwa die Vogelart Neuntöter und aus der Flora das Hahnenfußgewächs Küchenschelle zu nennen.

Birkmeier spaziert regelmäßig die Wanderwege am Brandlberg entlang, seine Frau sogar täglich. „Das Naturschutzgebiet wird sehr rege genutzt. Nicht nur an den Sonntagen, sondern auch wochentags wandern dort ganze Gruppen in Richtung Grünthal“, sagt er. Das Gebiet zeichnet sich durch nährstoffarmen Magerrasen und niedrige Sträucher aus – ein idealer Lebensraum für die Haselmaus, die etwa so groß wie eine Hausmaus ist und sich vorwiegend von Nüssen, Beeren und Insekten ernährt. In den Ländern der Europäischen Union steht sie unter strengem Artenschutz.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht