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Umwelt

Schüler pflanzen Erdbeeren am Keilberg

Die Mittelbayerische und die VR-Bank schenkten der Grundschule vier Hochbeete. In denen werden fleißig Beeren gepflanzt.
Von Laura Lindner

Hans Leichtl erklärt den Grundschülern, wie man die Erdbeerpflanzen richtig pflegt und hegt. Fotos: Lindner
Hans Leichtl erklärt den Grundschülern, wie man die Erdbeerpflanzen richtig pflegt und hegt. Fotos: Lindner

Regensburg.Die kleinen roten Früchte sollen wieder Einzug halten auf dem Keilberg. Zumindest wenn es nach der Grundschule Keilberg geht, die dabei von der VR-Bank Niederbayern/Oberpfalz eG, vormals PSD-Bank, im Rahmen der Umweltprojektförderung „Die grüne Hand“ unterstützt wird. In Kooperation mit der Mittelbayerischen Zeitung wird diese Auszeichnung jährlich an zehn Schulen in der Region vergeben, die sich in innovativen Projekten für Ökologie und Nachhaltigkeit einsetzen.

Zur feierlichen Preisübergabe warteten die Grundschüler der Klassen 1 bis 4 im Schulgarten mit einem abwechslungsreichen Programm auf. Kurzerhand hatten die Kinder zusammen mit der Lehrerin Heidrun Binni zwei Lieder einstudiert, die sie den Gästen vortrugen.

Erdbeeren muss man pflegen

Unter diesen war auch Michael Zinner von der VR-Bank Niederbayern/Oberpfalz. Auch heuer hätten sich laut Zinner wieder 40 Projekte beworben. Für die Jury aus MZ und VR-Bank stand fest: Für das Projekt „Obstgarten“ verdienen die Schüler „Die grüne Hand“. „Damit soll auch ein Bezug zur Geschichte Keilbergs und dem Erdbeeranbau in der Vergangenheit geschaffen werden“, erklärte Zinner.

Hans Leichtl aus Keilberg hat eine Enkeltochter an der Grundschule und ist dort als „Erdbeerprofi“ bekannt. Deshalb bepflanzte er mit den Kindern die vier gesponserten Hochbeete im Garten der Schule mit Erdbeeren. Vorsichtig nimmt der Gärtner die Erdbeerpflanzen aus den Plastiktöpfen und erklärt den Kindern, welche Schritte als Nächstes folgen.

Zuerst wird der Ballen von den Wurzeln befreit, um diese „anzureizen“, erklärt Leichtl. Die Kleinen hören dem Profi gespannt zu und versuchen, es ihm gleich zu tun. Danach werden sorgsam die Ableger entfernt. „Das ist besonders wichtig, weil die Ernte sonst mager ausfällt“, so Leichtl weiter. Denn die gesamte Energie der Pflanze soll in die Früchte fließen und nicht in die Ableger.

Als er erklärt, dass man aus diesen Ablegern neue Erdbeerpflanzen ziehen könne, staunten die Grundschüler nicht schlecht. Wichtig ist auch die Tiefe beim Einpflanzen. „Auf keinen Fall zu tief in die Erde stecken“, mahnte Leichtl. Als alle Beete voll bepflanzt waren, fehlten nur noch die Sägespäne. Diese sollten die Kinder vorsichtig auf der Erde verteilen, ohne dabei die Pflanzen zu verletzten oder umzuknicken.

Leichtl beschrieb den Kindern, welche positiven Effekte es hat, die Pflanzen zu mulchen. Ein besonderer Vorteil sei, dass der direkte Kontakt der Frucht mit feuchtem Gartenboden vermieden wird und damit Fruchtfäule verhindert werden kann.

Darüber hinaus wusste der „Erdbeerprofi“ den Kleinen viel über die Keilberger Geschichte und den besonderen Bezug zum Erdbeeranbau zu erzählen. Ein Soldat namens Aumer habe die roten Früchte früher aus Frankreich mitgebracht. „Am Anfang wurden die Erdbeeren nur in den Gärten und Beeten der Bevölkerung abgebaut“, erläuterte der Keilberger.

Keilberg war früher Erdbeerland

Doch dort fehlten den leckeren Beeren laut Leichtl vor allem Luft, Licht und Sonne. Das war der Grund, weshalb der Anbauort bald auf die Felder verlagert wurde. „Früher war Keilberg voller Erdbeerfelder“, erinnert sich der Hobbygärtner. Hochgezüchtete Sorten seien schließlich der Grund gewesen, weshalb die Felder nach und nach verschwanden.

Im Schulgarten der Grundschule Keilberg fällt auf, dass dieser mit zahlreichen kleinen Bänken bestückt ist. „Das ist unser grünes Klassenzimmer“, freute sich Martina Käs, die Schulleiterin. Die Schule wartete laut Käs noch auf große Sonnensegel, damit das Klassenzimmer im Freien noch mehr genutzt werden kann.

„Wir kommen mit den Schülern zum Lesen raus oder machen auch Unterricht“, sagte die Schulleiterin. Ihr liegt besonders am Herzen, dass die Kinder ihrer Grundschule sich mit heimischen Pflanzen auskennen: „Unsere Kinder sollen heimische Beeren kennenlernen.“

Dafür hat die Schule außer den Erdbeeren bereits Johannisbeeren, Himbeeren und Walderdbeeren angepflanzt. Im Spätsommer soll Leichtl wieder kommen und eine weitere Erdbeersorte für das nächste Jahr anpflanzen. Damit die Kinder auch jetzt schon etwas Beeriges zu Naschen hatten, bekamen alle ein Erdbeereis.

Nachhaltigkeit siegt

Mit dem Umweltpreis „Die grüne Hand“ werden jährlich zehn Schulen aus der Region mit jeweils 1000 Euro gefördert, die sich in Projekten mit den Themen Ökologie und Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

Neben der Grundschule Keilberg gewann beispielsweise auch das Johann-Michael-Fischer Gymnasium Burglengenfeld mit dem P-Seminar Chemie: Experimente im kleinen Maßstab.

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