MyMz
Anzeige

Kirche

Eine Orgel als Weihnachtsgeschenk

St. Franziskus in Regensburg darf sich über die Genehmigung zum Orgelbau freuen. Etwa 600 000 Euro kostet das Instrument.
von Roland Ebner

Mit 1450 Pfeifen wird die neue Orgel durchs Kirchenschiff brausen. Computeranimation Firma Eule
Mit 1450 Pfeifen wird die neue Orgel durchs Kirchenschiff brausen. Computeranimation Firma Eule

Regensburg.Sehr klang-rund und harmonisch wird‘s durchs Kirchenschiff brausen, wenn das Christkindlein-Präsent für St. Franziskus erst aufgebaut ist auf der Empore: Die lang erwartete große Orgel wurde kurz vor Weihnachten von der Bischöflichen Finanzkammer genehmigt, jubeln Thomas Steffl und Johannes Buhl gemeinsam. Ersterer ist ständiger Diakon, studierter Musikus und nicht zuletzt Organist in St. Franz; Buhl wiederum ist Vorsitzender des Kirchenbauvereins und als solcher seit Jahren „Spiritus Rector“ in Sachen Orgelbau.

„Aufgewachsen im Schatten des Turms von St. Emmeram war der jetzt 71-jährige Buhl schon in seinen Zwanzigern in der dortigen Kirchenverwaltung aktiv, wurde später zum Kirchenpfleger ernannt. Sein Wissen um die wirtschaftlichen beziehungsweise finanziellen Belange einer Pfarrei hat ihn begleitet bei seinem Umzug nach Burgweinting im Jahr 1992.

Die Gremien haben zugestimmt

Tja, nach seiner „Orientierungsphase in der Pfarrei“ habe man 2004 bei ihm angefragt, ob er nicht das Amt des Vorsitzenden im Kirchenbauverein (KBV) übernehmen wolle. Den gibt es seit 1995 mit derzeit rund 80 Mitgliedern. Die Aufgaben des Vereins waren seinerzeit die „finanzielle Unterstützung und projektbezogene Bewusstseinsförderung in der Pfarrei“, zunächst eben der Kirchenneubau. Buhl hat zugesagt, ist „quasi vom Nichtmitglied auf den Thron des Chef-Organisators gehüpft“.

Auch die Ganzjahres-Krippe gestaltet Johannes Buhl. Foto: Roland Ebner
Auch die Ganzjahres-Krippe gestaltet Johannes Buhl. Foto: Roland Ebner

Und dergestalt hatte er gleich gut zu tun, wie er sich erinnert. Die Kirchenweihe stand bereits an, und die musste er ins Werk setzen. Hat Buhl gut organisiert. Der KBV war damit aber keineswegs abgedankt, wie der damalige Pfarrer Franz Matok in der Festschrift klar machte: „Jetzt ist die Kirche fertig, aber es bleibt noch viel zu tun...“

Das hat sich Buhl zu Herzen genommen und drei Ziele auf seinen Programmzettel gesetzt: „Eine Orgel muss her und ein Kreuzweg auch! Außerdem harrt die Franziskus-Kapelle der Ausstattung.“ Für den KBV-Vorsitzenden war klar, dass er mit diesen Aufgaben durchaus ausgelastet sein würde in den kommenden Jahren. Buhl: „Das Orgel-Problem stand dabei freilich bis heute im Zentrum.“

Das hat er im Jahr 2005 dann gleich ernsthaft angepackt. Bei der damaligen Mitgliederversammlung ist er „voll eingestiegen“ und hat die Seinigen einfach direkt konfrontiert mit dem klangvollen aber teuren Vorhaben: „Jetzt‘s braucht‘s eine Orgel!“

Über die Reaktion staunt Buhl noch heute: „Interessant war, dass die Gremien samt Kirchenpfleger, Kirchenverwaltung und Pfarrer gleich zugestimmt haben.“ Eine Erklärung liefert Diakon Steffl: „Die Musik hatte ja schon immer einen hohen Stellenwert in Burgweinting.“

290 000 Euro Spendengelder für die Orgel

  • Gegründet

    wurde der Kirchenbauverein (KBV) St. Franziskus e.V. 1995. Er hat derzeit etwa 80 Mitglieder.

  • Vereinsvorsitzender

    seit 2004 ist Johannes Buhl,

  • Zweck

    des Vereins ist u.a., Mittel zu sammeln zum Kauf einer Orgel.

  • Die neue Orgel

    soll von der renommierten Firma Eule in Bautzen hergestellt werden.

  • Die Kosten

    werden etwa 600 000 Euro betragen.

  • Die Hälfte

    trägt die Diözese; Spendengelder bislang 290 000 Euro. (er)

Mit einer „aufblasbaren Hammond-Orgel“ war‘s also nicht getan: „Adäquat zur Größe des Kirchenraums musste die Königin der Instrumente auf jeden Fall gebaut sein“, so Steffl. Das bedeute „25 Register mit etwa 1450 Pfeifen“. Man habe sich schließlich für den Orgelbauer Eule in Bautzen entschieden. Der gilt immerhin „als die Nummer zwei unter den Fachkräften in Deutschland“.

Das große Werk kostet freilich schon ein Geld: Etwa 600 000 Euro sind veranschlagt. Benefizveranstaltungen hat Buhl seither immer wieder organisiert: Ausstellungen, Adventsingen und nicht zuletzt die „Orgelpfeifen-Aktion“ sind hier nur zu nennen. Jedes Gemeindemitglied kann eine Pfeife der neuen Orgel erwerben, von fünf Euro für eine kleine bis zu den großen Prospektpfeifen für 500 Euro.

Spenden von Pfarreiangehörigen

Dergestalt sind bislang tatsächlich 290 000 Euro reingekommen. Buhl: „Hauptsächlich stammen die Gelder von Pfarreinangehörigen und Menschen, die der Pfarrei nahe stehen.“ Und weil knapp die Hälfte der Anschaffungskosten die Diözese übernimmt, sieht alles recht gut aus.

Die Genehmigung zum Orgel-Bau ist jedenfalls eingetroffen. Steffl: „Der nächste Schritt ist nun die Vertragsunterzeichnung mit der Orgelbaufirma. Dies planen wir Anfang Februar zur Jahresversammlung des KBV. Orgelweihe dürfte im Jahre 2020/21 sein. Ein tolles Weihnachtsgeschenk!“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht