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Miteinander

Erstes Stadtteilfest in Burgweinting

Burgweinting ist einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile Regensburgs. Ein Fest brachte die Menschen jetzt zusammen.
von Elisabeth Angenvoort

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (hier mit Vanessa Eisenbraun, Mitte, Vorsitzende der Jugendgruppe), war einer von vielen Verbänden, die sich beim Stadtteilfest engagierten. Foto: E. Angenvoort
Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (hier mit Vanessa Eisenbraun, Mitte, Vorsitzende der Jugendgruppe), war einer von vielen Verbänden, die sich beim Stadtteilfest engagierten. Foto: E. Angenvoort

Regensburg.Geographisch rückt das Neubaugebiet Nordwest III immer weiter weg vom älteren Ortsteil Burgweinting in Richtung Oberisling. Um einem tatsächlichen Auseinanderdriften der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen entgegenzuwirken, organisierte das „Netzwerk Burgweinting“ nun das erste Stadtteilfest entlang der Kirchfeldallee. Nach den Worten von Netzwerksprecher und Jugendzentrumsleiter Nikolas Jansen wollte man damit Möglichkeiten für Gespräche und Begegnungen schaffen, um Barrieren zu überwinden.

Es sei „wunderschön“ zu sehen, wie viele Menschen sich hier engagieren, sagte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrer Begrüßung – zumal sie eine sehr persönliche Beziehung zu Burgweinting und speziell zur Kirchfeldallee habe. Als Archäologin sei sie vor Jahren bei den Ausgrabungen vor Ort gewesen; damals habe man kaum eine Vorstellung gehabt, was aus dem riesigen Gelände, der größten Flächenausgrabung in Süddeutschland, einmal entstehen würde. Seit der Steinzeit, führte Maltz-Schwarzfischer aus, leben in Burgweinting Menschen, „weil es ein schöner Ort zum Leben ist, die Stätte einer langen und reichen Kultur“.

Einblicke in die Vergangenheit

Fachkundige Einblicke in die Geschichte des Stadtteils bot die Historikerin Katharina Lenz bei einer Führung zu den bedeutungsvollsten Orten: vom Römerspielplatz, der „archäologischen Achse von Burgweinting“, zu den Überresten einer Villa Rustica bis zum Bajuwarenhaus auf dem Gelände der Otto-Schwerdt-Mittelschule.

Ganz in der Gegenwart orientieren sich die Mitglieder der „Patchworkgruppe“: eine Gemeinschaft von Frauen, die aus Stoffresten in aufwendiger Arbeit Decken fertigen, um diese an Flüchtlingslager weiterzuleiten. „Unsere Motivation ist die Freude an der Arbeit“, sagte Christa Werner von der Mennoniten-Gemeinde Burgweinting, und natürlich die Freude, die man anderen Menschen machen kann. Eine „Mennoniten-Decke“ sei auch am Tag schön anzusehen, habe einmal ein Flüchtling gesagt; das habe sie inspiriert. Miteinander und füreinander – das ist auch das Anliegen der Bewohner von „Allmeind“, einem der beiden Mehrgenerationenhäuser im Stadtteil. „Allmeind“ leite sich vom mittelhochdeutschen Begriff für Gemeingut-Land ab, erklärte Uta Hildt, Vorstandsvorsitzende des Bewohnervereins. Seit zehn Jahren lebe man schon die Idee des gemeinsamen Wohnens, 56 Menschen sind es derzeit. Das Jubiläumsjahr sei auch ein Anlass für die Organisation des Festes gewesen. So haben sie heute einen Wunschbaum aufgestellt; jeder kann hier seine persönlichen Anliegen mitteilen.

„.Sichere Radwege“, „weniger Autos“, steht auf den Karten, „mehr Feste“, „ein Freibad“; aber auch „gutes Leben“ und „freundliche Menschen“. Freundliche Menschen trifft man hier viele, die „Netten Nachbarn“ gehören dazu, ein „Helferkreis im Kleinen“. Reinhold Röttger, Diakon der Pfarrei Sankt Franziskus, koordiniert die ehrenamtlichen Helfer, die „aus dem christlichen Anspruch der Caritas heraus“ dort Hilfe leisten, wo sie gebraucht wird.

Zukunft für Generationen

Und dann ist da noch eine weitere große Wohnanlage mit freundlichen Menschen, das „Haus mit Zukunft“, ein inklusives Mehrgenerationenhaus. Der jüngste Bewohner ist drei, der älteste 80 Jahre alt. Der Künstler Markus Kostka lebt hier. Einige seiner mit dem Mund gemalten Bilder sind entlang der Mauer zu sehen, die das Künstler-Café umgibt.

Sichtbar zu sein ist der Wunsch der bereits in zweiter Generation in Burgweinting lebenden Russlanddeutschen. Sie machen etwa 30 Prozent der Bevölkerung aus, schätzt Waldemar Eisenbraun, ehemaliger bayerischer Vorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Sie wollen sich ausdrücklich in das Stadtgeschehen einbringen und arbeiten eng mit dem Jugendzentrum Utopia zusammen, sind auch im Stadtjugendring vertreten. Gemeinschaft – einer ihrer wesentlichen Werte – wurde sichtbar beim Stadtteilfest gelebt.

Der Stadtteil Burgweinting

  • Geschichte:

    Seit der Jungsteinzeit leben Menschen in Burgweinting. Das bedeutet 5000 Jahre Kultur. Heute liegt die Einwohnerzahl bei etwa 11 000.

  • Gemeinschaft:

    Das „Netzwerk Burgweinting“, eine offene Kooperationsgemeinschaft, setzt sich mit vielen Aktionen wie dem Stadtteilfest für den Zusammenhalt der Bevölkerung ein.

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