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Jubiläum

Evangelische sind stolz auf ihre Kirche

Das Gotteshaus Maria Magdalena in Regensburg feiert zehnten Geburtstag. Bis kurz vor der Weihe wurde damals gearbeitet.
Von Roland Ebner

Am Sonntag feiert die evangelische Kirche Maria Magdalena in Burgweinting ihr Weihe-Jubiläum. Foto: Roland Ebner
Am Sonntag feiert die evangelische Kirche Maria Magdalena in Burgweinting ihr Weihe-Jubiläum. Foto: Roland Ebner

Regensburg.Allmählich wird‘s eng!“, so beschrieb Pfarrerin Dr. Bärbel Mayer-Schärtel seinerzeit ihre bange Stimmungslage. Bis zum letzten Tag vor der Weihe des neuen evangelischen Gotteshauses wurde dort geschraubt, poliert und eingeräumt. Und dann ist doch noch alles rechtzeitig fertig geworden zum großen Tag des Herrn. Das ist jetzt auch schon wieder zehn Jahre her und die Maria Magdalena Kirche darf deshalb am kommenden Sonntag, 24. März, ihr kleines Jubiläum feiern.

Die Vorgeschichte reicht ein bisschen weiter zurück: Bis zur Gemeindegründung im Februar 2006 war die evangelische Gemeinde ein Sprengel von St. Matthäus, und das bereits seit 1956, erklärt Pfarrerin Dr. Mayer-Schärtel im Gespräch mit der MZ. Gottesdienste wurden ab 1966 in der Burgweintinger Mennoniten-Kirche gehalten.

Ehrenamtliches Engagement

Grundsteinlegung für die Kirche an der Rudolf-Schlichtinger-Straße war im September 2007. Die kirchliche Weihe erfolgte nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit im März 2009. Architekt Ricco Johansen hatte damals insgesamt etwa 1,4 Millionen Euro verbaut – „ohne Außenanlagen“, wie Mayer-Schärtel betont.

Pfarrerin Dr. Bärbel Mayer-Schärtel am Altar Foto: Ebner
Pfarrerin Dr. Bärbel Mayer-Schärtel am Altar Foto: Ebner

Die wurden im Jahr 2013 geweiht, sind inzwischen schon lange angelegt und zeigen sich derzeit wieder im ersten Frühlings-Flor. Der Kirchenbauverein habe sich hier allerhand Verdienste erworben, wie die Pastorin erzählt. Seit 2009 gibt es diese segensreiche Einrichtung, Mit ihrer Hilfe wurde seither schon allerhand finanziert. „Sandkasten und Schaukel, Einfahrt und Einfassung der Blumenbeete aber auch Ruhebänke“, zählt sie auf.

Das alles sei noch ausbaufähig, wie Mayer-Schärtel in ihrer zweiten Eigenschaft als Kirchenvorstand andeutet. Das heißt, auf der Mitgliederliste des Kirchenbauvereins scheint noch eine Menge Platz zu sein. Zwölf Euro pro Jahr und Kopf gilt als Beitrag.

Lob hat sie parat für das „große ehrenamtliche Engagement“ der Gemeindemitglieder. „Gartenarbeiten und Mesnerdienste, Gebäudesicherung sowie Leitung von Kreisen und Gruppen vor allem für Kinder und Familien“ , nennt sie. Und da ist dann auch noch die Burgweintinger Feuerwehr im Einsatz: „Die hilft uns sogar beim Glühbirnenwechsel und beim Kreuz abstauben im Kirchenraum“, sagt Mayer-Schärtel. Eine normale Leiter reiche hier nicht aus.

Große Wertschätzung erfahre in Maria Magdalena aber auch der Bereich „Kultur“, betont sie: „Es war von Anfang an Wunsch der Gemeinde, dass die Kirche auch für kulturelle Veranstaltungen offen sein soll.“ Nun, das ist sie tatsächlich: Gut 15 bis 20 Veranstaltungen pro Jahr stehen auf dem Programmzettel. Beispielsweise gastiert im März und April wieder die Theatergruppe „EIGENart“ an der Schlichtinger Straße. Premiere ist 29. März. Und zum neunten Mal schon bricht die Nacht herein mit den „Spirituellen Liedern Regensburg“. Der Termin ist hier der 4. April.

Ein besonderes Lob zollt die Pfarrerin übrigens der ökumenischen Verbundenheit der drei christlichen Gemeinden in Burgweinting: „Wir Geistlichen verstehen uns auch persönlich sehr gut und haben sogar einen eigenen Stammtisch.“

All dies will auch organisiert sein. Neben der Pfarrerin ist mit einer Viertelstelle Diakonin Johanna Rein im Einsatz als pädagogisch-theologische Mitarbeiterin. Heike Schekerka und Claudia Kerscher wechseln sich als Sekretärinnen ab, und Anne Mika wirkt derzeit als Vikarin.

„Was noch fehlt, sind die Glocken im Turm und eine eigene Orgel“, seufzt die Pfarrerin. „Bauliche Probleme“ bringt sie unter anderem dafür in Anschlag. So habe es der Architekt versäumt, den Glockenstuhl sowie den Zugang zur Glockenstube einzurichten. Deshalb könnten Wartungsarbeiten am künftigen Geläut nicht vorgenommen werden.

Das Glocken-Projekt hat Pause

Das Projekt müsse aber auch deshalb pausieren, weil die Stadt einen neuen Bauantrag samt Lärmschutzgutachten verlange. Obwohl die Glocken selbst im Gebrauchthandel für etwa 30 000 Euro zu haben wären, summiere sich die Investition aufgrund dieser baulichen Probleme auf 150000 Euro. Und dies sei momentan nicht zu stemmen, zumal bis 2028 monatlich 1300 Euro Restschulden zu begleichen seien. „Ach, wir dachten, es geht einfacher“, erinnert sich die Pfarrerin.

Ihr Resümee nach zehn Jahren ist jedoch absolut positiv: „Wir sind sehr dankbar und glücklich, dass wir unser Gemeindezentrum haben und auch sehr stolz auf unsere Ma-Ma-Kirche.“

Den Auftakt der Feier am Sonntag gibt um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Posaunenchor St. Matthäus. Danach folgt ein Sektempfang mit Geburtstagskaffee. Anschließend zeigt die Theatergruppe „EIGENart“ Ausschnitte aus ihrer Neuinszenierung „Eine höllische Nacht“. Für Kinder sind Spiele und Basteleien vorgesehen. Ein Gospel-Projektchor sorgt für Musik und Clownerien gibt’s von „Stiefelotta“. Das Mittagessen brutzelt auf dem Grill und köchelt im Topf.

Die Gemeinde

  • Gemeindegründung:

    am 1. Februar 2006; zuvor gehörte sie zum Sprengel von St. Matthäus.

  • Grundsteinlegung:

    für Maria Magdalena war im September 2007.

  • Kirchenweihe:

    am 21. März 2009 mit Landesbischof Dr. Johannes Friedrich und Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss

  • Gemeinde:

    Sie umfasst Burgweinting, Harting, Oberisling mit insgesamt 2000 Evangelischen. (mer)

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