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Kirche

Orgelbau-Vertrag ist unter Dach und Fach

Die Firma „Orgelbau Eule“ konstruiert für St. Franziskus in Burgweinting ein Instrument mit 26 Registern und 1719 Pfeifen.
von Roland Ebner

Dirk Eule (links) unterschreibt den „Vertrag Orgelbau“ mit Pfarrer Franz Ferstl (rechts) und Johannes Buhl, Vorsitzender des Kirchenbauvereins St. Franziskus. Foto: Martin Bonauer
Dirk Eule (links) unterschreibt den „Vertrag Orgelbau“ mit Pfarrer Franz Ferstl (rechts) und Johannes Buhl, Vorsitzender des Kirchenbauvereins St. Franziskus. Foto: Martin Bonauer

Regensburg.Genehmigt hat die Bischöfliche Finanzkammer die neue große Orgel für St. Franziskus kurz vor Weihnachten (wir berichteten ausführlich). Nach langer Wartezeit mit viel Engagement der Burgweintinger Christen durfte nun ein weiterer Höhepunkt gefeiert werden: Pfarrer Franz Ferstl und Dirk Eule von der ausführenden Firma „Eule Orgelbau“ in Bautzen unterzeichneten den entsprechenden Orgelbau-Vertrag.

Dazu eingefunden hatten sich verschiedene Mitglieder des Kirchenbauvereins St. Franziskus, Organisten der Pfarrei, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat sowie die „FranziskusSingers“. Die musikalische Umrahmung besorgten Diakon Thomas Steffl, Trompete, und Hannah Lerchenberger am Klavier.

Ein gewichtiges Werk

Durchaus angemessen war diese abendliche Feierstunde vor dem Gesamthintergrund des gewichtigen und auch recht kostspieligen Werks. Immerhin sind rund 600 000 Euro dafür aufzubringen. Die Hälfte davon trägt die Diözese (wir berichteten).

Und außerdem war das Ganze auch nicht von jetzt auf gleich zu stemmen für Pfarrei und Kirchenbauverein. Anfang Juli 2017 kam es zur ersten Besichtigung samt Akustiktest in der Kirche durch „Orgelbau Eule“, erinnert sich Steffl im Gespräch mit der MZ. Der erste Orgel-Entwurf sei mittlerweile mehrfach überarbeitet worden. Steffl: „Heute gleicht sich die Orgel der elliptischen Form der Kirche an.“

Jiri Kocourek (links) testet am Modell die Akustik und den besten Standort. Foto: Thomas Steffl
Jiri Kocourek (links) testet am Modell die Akustik und den besten Standort. Foto: Thomas Steffl

Bei einer Breite von etwa acht Metern wird die Königin der Instrumente mit immerhin gut fünf Tonnen auf der Empore lasten. Die Orgel besteht aus zwei Manualen und einem Pedalwerk mit vier Bälgen. Diese wiederum „dienen der Windversorgung der Pfeifen“, erklärt Organist Steffl. „Schleifladen und elektropneumatische Traktur“ kommen hinzu.

Vorgesehen seien bislang 26 Register, so Thomas Steffl. Und er denkt dabei dann gleich voraus und rechnet mit künftiger Burgweintinger Großherzigkeit: „Bei möglichen weiteren Geldspenden wäre die Orgel noch um vier Register erweiterbar.“ Bislang sind etwa 290 000 Euro aus derartigen Spendengeldern eingegangen.

Und dann hat er noch eine kleine Lektion in Sachen althergebrachter Orgelbau parat: „Spezielle Registerfarben der mitteldeutschen Tradition werden in den Flöten-, Streicher- und Zungenregister verwirklicht.“

Und weiter: „Ein Teil der Pfeifen befindet sich in einem Holzkasten, dem sogenannten Schwellwerk, dessen Front sich wie eine Art Jalousie öffnen und schließen lässt, wodurch die Lautstärke der darin befindlichen Pfeifen reguliert wird.“

Insgesamt werden 1719 Pfeifen eingebaut. Die längste Pfeife wird fünf Meter lang sein und die kleinste misst gerade mal einen Zentimeter.

Die Orgel entsteht in reiner Handarbeit. Und das erfordert lange, sehr lange Erfahrung sowie sehr viel Können. Deshalb habe sich St. Franziskus letztlich für die Firma „Orgelbau Eule“ entschieden.

Internationales Renommee

Sie gilt heute als „wichtigster Vertreter der mitteldeutschen Orgelbautradition“, erklärt Organist Thomas Steffl: „In der Traditionslinie stehen Silbermann – darauf spielte Johann Sebastian Bach – Hildebrandt und Ladegast.“ Diese Tradition sei außergewöhnlich hinsichtlich Klang und Disposition. Steffl spricht hier von einem „Schmankerl“.

Alles in allem handele es sich bei dieser Firma um eine solche „mit internationalem Renommee“. Seinen Worten zufolge gilt „Orgelbau Eule“ als zweitgrößter Orgelbauer in Deutschland. Derzeit sind dort 45 Mitarbeiter und fünf Lehrlinge am Werk.

Wie auch immer: Zunächst wird jetzt in der Werkstatt des Orgelbauers die St. Franz-Orgel fix und fertig aufgebaut, dann nach St. Franziskus transportiert und schließlich auf der Empore installiert. Zwei Intonateure der Firma passen das Instrument dann an die Raumakustik an. „Aufgebaut wird die Orgel voraussichtlich im April 2022“, prognostiziert Steffl. Das Ganze soll etwa eine Woche dauern – dann kann sie erklingen.

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