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Sonntag, 22. Juli 2018 24° 4

Interview

Der Mann mit der Spitzen-Idee

Am Sonntag steigt das 90. Kinderbürgerfest. Wir haben mit Erfinder Martin Wunnike über diese Erfolgsgeschichte gesprochen.
Von Heike Haala

1996 packte ihn die Idee, ein KiBü zu veranstalten: Martin Wunnike, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags und Vater des KiBüFoto: altrofoto.de
1996 packte ihn die Idee, ein KiBü zu veranstalten: Martin Wunnike, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags und Vater des KiBüFoto: altrofoto.de

Regensburg.1996 feierte das Kinderbürgerfest im Regensburger Stadtpark Premiere. Am Sonntag geht das 90. Fest dieser Art über die Bühne. Können Sie sich noch an das erste KiBü erinnern, Herr Wunnike?

Ja, das war der 7. Juli 1996. Am Tag zuvor wurde mein Sohn getauft. An diesem Tag hat es geschüttet wie aus Kübeln. Selbst bei der Eröffnung hat es noch leicht geregnet. Dann aber wurde es langsam besser. Mittags hatte es um die 20 Grad und locker bewölkten, weiß-blauen Himmel – das ist das beste KiBü-Wetter.

Das klingt nach bangen Minuten zur Premiere: Wann wurde Ihnen klar, dass Sie hier einen Clou gelandet haben?

Am Nachmittag haben uns die Besucher regelrecht überrannt. Am frühen Nachmittag gingen uns die Getränke aus. Auch das Lager am ehemaligen Coca-Cola-Standort in Obertraubling war leer. Wir mussten die Tankstellen abklappern, um für Nachschub zu sorgen.

Hier finden Sie einen Lageplan des KiBü:

Was genau sind denn die Zutaten für dieses Erfolgsrezept?

Die Zeitung wirkt hier wie eine Brücke. Sie bringt die Menschen, also junge Familien mit Kindern, mit der Stadtgesellschaft zusammen. Vereine, Initiativen oder Anlaufstellen stellen sich den möglichen Interessenten auf dem KiBü quasi vor. Ob soziale, politische oder sportliche Aspekte – wer auf einem der KiBüs war, hat einen guten Überblick darüber, was die Stadt für die Kinder zu bieten hat. Die Vereine und Initiativen bekommen dafür eine offene Bühne und können sich zeigen und sich selbst feiern.

Und welcher Gedanke steckt hinter diesem Konzept?

Kinder werden hier als Bürger wahrgenommen. Deswegen findet das KiBü auch immer an einem Sonntag statt. Es ist nicht kommerziell, keine Geschäfte sind auf, die Eltern haben Zeit und können sich auf die Kinder konzentrieren, die hier im Mittelpunkt stehen.

Das komplette Programm des KiBü finden Sie hier!

Wie ist Ihnen denn die Idee zum Kinderbürgerfest gekommen?

Beim Joggen. Die guten Ideen kommen mir immer beim Joggen oder beim Jonglieren mit Bällen oder Keulen. Wir hatten im Jahr 1995 den 50. Geburtstag der Mittelbayerischen gefeiert und an allen Standorten Brückenfeste für die Bürger veranstaltet. In Cham gab es ein Kinderbrückenfest. Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen. Außerdem wollte ich ein Gegengewicht zum Bürgerfest schaffen. Bei diesem Fest ist das Kinderprogramm reduziert und man muss es zum Teil mit der Lupe suchen. Beim Kinderbürgerfest aber haben die Eltern den Stress und für die Kinder ist es das pure Vergnügen.

Waren Sie sich gleich sicher, damit einen guten Einfall gehabt zu haben?

Nein, mir war selbst beim Startschuss noch nicht klar, was mich auf dem Kinderbürgerfest im Stadtpark erwarten würde. Am Ende des Tages aber war klar: Wir machen weiter.

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Waren Sie denn auf jedem KiBü?

Zweimal war ich im Urlaub und zweimal war ich bei der Oldtimerrallye. Aber der Stephan Zenger vom Clowntheater Spectaculum war jedes Mal da. Der ist so etwas wie der Wächter oder die Polizei für das Kinderbürgerfest und achtet seit Jahren darauf, dass dieses Konzept nicht verwässert.

Was sind die Highlights auf dem KiBü? Das lesen Sie hier

Welche Aktionen sind Ihnen dabei besonders im Gedächtnis geblieben?

Das sind bestimmt nicht die effektheischerischen, kostspieligen Dinge, sondern eher leise und unkomplizierte Aktionen, die aber von großer Fantasie und Kreativität zeugen. Zum Beispiel hat die Wasserwacht einmal eine Schiffsschaukel aus einem Schlauchboot gebaut. In Neumarkt hat die Firma Bögl einen Großbagger hingestellt. Die Kinder durften ihn auf dem Schoss des Baggerführers steuern. Auf einem anderen Kinderbürgerfest gab es eine Kriech-Geisterbahn: Die Kinder sind durch einen Tunnel gekrochen. Für den Gruselspaß haben die Eltern von außen gesorgt. Zum Beispiel mit Taschenlampen oder Wasser.

Ein Video von der Vorstellung der KiBüs finden Sie hier:

Die KiBüs stehen vor der Tür

Wie wird das Kinderbürgerfest Ihrer Meinung nach in 30 Jahren aussehen?

Genau so. Nur dass hoffentlich die heutigen Besucher mit ihren Kindern kommen. Ich habe das KiBü längst in jüngere Hände gegeben: Alexandra Wildner, die in der Verlagsleitung der Mittelbayerischen den Privatkundenbereich verantwortet, Melanie Emmerl, Marlen Möller und Lisa Peters haben diese Aufgabe übernommen.

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Infos zum Kinderbürgerfest

  • Wann und wo?

    Das KiBü öffnet am Sonntag von 11 bis 17 Uhr seine Pforten im Stadtpark.

  • Anfahrt:

    Die Buslinien 1, 6 und 11 fahren ab Hauptbahnhof/Albertstraße im Viertelstundentakt. An der Pindl-Schule gibt es einen ausgeschilderten Fahrrad-Parkplatz mit 200 Stellplätzen.

Das MZ-Kinderbürgerfest im Regensburger Stadtpark

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