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Preise als Ansporn, Neues zu wagen

Die Stanglmeier-Stiftung unterstützt Auslandspraktika von OTH-Studenten. Auch die beste Innovation wurde ausgezeichnet.
Von Louisa Knobloch, MZ

Stiftungsvorstand Johannes Paintl (l.) und OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier (r.) gratulierten den Preisträgern: Dominik Stadler, Nils Weiss, Blasius Walch, Christian Böhm und Ulrike Hardner (v.l.)
Stiftungsvorstand Johannes Paintl (l.) und OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier (r.) gratulierten den Preisträgern: Dominik Stadler, Nils Weiss, Blasius Walch, Christian Böhm und Ulrike Hardner (v.l.) Foto: Knobloch

Regensburg.Ein Auslandsaufenthalt ist eine Herausforderung: „Man muss den Alltag in einem anderen Sprach- und Kulturkreis meistern und sich integrieren“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Baier, der Präsident der OTH Regensburg bei der Verleihung der Josef-Stanglmeier-Preise am Donnerstagnachmittag an der Hochschule. Die jungen Leute würden aber sehr von dieser Erfahrung profitieren: „Immer, wenn unsere Studentinnen und Studenten von einem Aufenthalt im Ausland zurückkommen, wird deutlich, dass sie viel gelernt haben; vor allem aber, dass sie reifer geworden sind.“

Bereits seit 1995 unterstützt die Josef-Stanglmeier-Stiftung Auslandspraktika von Studenten der OTH – im Jahr 2015 wurden 91 Studenten mit insgesamt 11 000 Euro gefördert. Weitere 10 000 Euro fließen in Preise, die gestern vergeben wurden. Neben guten Noten spielt auch gesellschaftliches Engagement bei der Auswahl der Preisträger eine Rolle, betonte Stiftungsvorstand Johannes Paintl. In seinem Grußwort zitierte er auch Maria Hollweck, die 2013 den Preis erhalten und ein Jahr in den USA verbracht hatte: „Im vergangenen Jahr habe ich so viel gelernt wie noch nie zuvor“, schrieb die Studentin in ihrem Abschluss-Bericht an die Stiftung.

In diesem Jahr dürfen sich drei Studenten über den mit 2500 Euro dotierten Auslandspreis freuen: Christian Böhm, der Europäische Betriebswirtschaft studiert, möchte nach Hongkong. Das Ziel von Blasius Walch (Maschinenbau) ist Chile. Und Ulrike Hardner, die International Relations and Management studiert, plant sowohl einen Aufenthalt in London als auch in Kolumbien, wo sie bereits ein Jahr Freiwilligendienst geleistet hatte.

Innovationspreis für Messsystem

Stellvertretend für alle Preisträger bedankte sich Hardner bei der Josef-Stanglmeier-Stiftung: „Sie unterstützen uns nicht nur finanziell, sondern geben uns auch Mut und bestätigen und in unserer Entscheidung ins Ausland zu gehen oder innovative Ideen in die Tat umzusetzen“, betonte sie. Im Ausland lerne man nicht nur eine neue Sprache und Kultur kennen, sondern erfahre auch viel über sich selbst, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen sowie Erwartungen an die Zukunft.

Was man bei seinem Auslandspraktikum alles erleben kann, stellte Vorjahres-Preisträger Michael Bender aus der Fakultät Bauingenieurwesen vor. Der gelernte Zimmerermeister hatte in der Schweiz sechs Monate Praktikum bei einem international tätigen Holzbauunternehmen gemacht und an einem großen Bauprojekt mitgearbeitet. „Es war ein super Team, ich bin sehr gut aufgenommen worden.“

Neben den Auslandspreisen vergibt die Stiftung auch den 2000 Euro dotierte Innovationspreis. Dieser ging an Dominik Stadler aus dem Masterstudiengang Applied Research in Engineering Sciences. Betreut von Prof. Dr. Michail Chamonine (OTH) und Prof. Dr. Hubert Motschmann (Institut für Theoretische und Physikalische Chemie der Universität Regensburg) hatte Stadler ein innovatives Messsystem entwickelt, mit dem sich automatisiert, zuverlässig und schnell die Grenzflächeneigenschaften von Tensiden charakterisieren lassen. Ein Anerkennungspreis von 500 Euro ging an Nils Weiss für die Entwicklung eines elektrischen Ultraleichtrollers.

Migration aus anderem Blickwinkel

Prof. Dr. Philip Anderson hielt den Festvortrag. Foto: Knobloch
Prof. Dr. Philip Anderson hielt den Festvortrag. Foto: Knobloch

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Philip Anderson von der Fakultät für angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg zum Thema „Wo bin ich zu Hause? Flucht, Transmigration und Zugehörigkeit“. Darin beleuchtete er zunächst verschiedene Arten von Migration wie Arbeits-, Bildungs-, Alten- sowie Fluchtmigration. Kritisch äußerte Anderson sich zur Abwehrpolitik der Europäischen Union: „Diese führt dazu, dass das Mittelmeer ein Massengrab wird.“ Statt sich nur nach Süden abzugrenzen, sei eine ganzheitliche Betrachtung des Wirtschafts-, Sozial- und Migrationsraums Mittelmeer nötig.

Auch eine Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ Migranten hält Anderson für bedenklich: „Die Einwanderung von Hochqualifizierten oder benötigten Fachkräften, etwa in der Pflege, finden wir nicht verwerflich.“ Er rief dazu auf, gerade jungen Flüchtlingen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Genauer ging er auf das Phänomen der Transmigration ein: „Dabei pendeln Menschen zwischen ihrer Herkunfts- und neuen Region und sind in beiden zu Hause.“

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