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Tiere

Von Uni-Kater Pep fehlt jede Spur

Seit Ende März vermissen die Regensburger Studenten und sein Frauchen das Tier. Ein Verlag plant ein Buch über ihn.
Von Heike Haala, MZ

Ein Bild aus dem Januar 2015: Pep vor einem der Opac-Computer im Philosophikum. Seit Ende März ist der Kater verschwunden.
Ein Bild aus dem Januar 2015: Pep vor einem der Opac-Computer im Philosophikum. Seit Ende März ist der Kater verschwunden. Foto: Hofmann

Regensburg.Seit fast zwei Monaten ist Unikater Pep nun schon verschwunden. Am 28. März wurde das Tier, das sich Anfang des Jahres zum bundesweiten Internet-Phänomen entwickelte, zum letzten Mal gesehen. Seither ist es verschwunden. Yvonne Weißflach, Peps Frauchen, sagt im MZ-Gespräch, dass sich ihr Haustier in der Zwischenzeit nicht bei ihr habe sehen lassen.

Der umtriebige Kater Pep, der eigentlich bei seinem Frauchen in der Brunhuberstraße lebt, strawanzt gerne tagelang auf dem Regensburger Campus herum. Damit Weißflach dennoch Bescheid weiß, wo sich ihr Liebling gerade aufhält, haben sie und eine Nachbarin Ende des vergangenen Jahres die Facebook-Gruppe „Pep Tracking“ gegründet. Der Gedanke hinter dieser Aktion war eigentlich, dass Studenten Bilder von Pep posten, wenn sie ihn sehen, damit Frauchen in etwa weiß, wo sie das Tier suchen muss. Das funktionierte gut. Die Studenten ließen Weißflach wissen, wenn er etwas angeschlagen wirkte. Auch konnte Pep dank so eines Foto-Posts schon aus der Pustet-Filiale an der Universität befreit werden, nachdem er sich dort versteckt hatte und eingesperrt wurde.

Pep wurde zum Campus-Star

Pep entwickelte sich durch diese Gruppe aber auch zum Star des Campus. Die Studenten drückten auf den Auflöser, sobald sie das Tier sahen und luden die Dateien auf die Pinnwand der Gruppe. Die schwoll nach einem MZ-Artikel innerhalb wenige Tage von 300 auf über 4500 Mitglieder an.

Umso schmerzlicher trifft es die Studenten jetzt, dass Pep verschwunden ist. Manche mutmaßen in der Gruppe, dass er vor zwei Monaten vielleicht eine Familie gegründet hat, um die er sich jetzt kümmert, andere gehen vom Schlimmsten aus. Immer wieder schreiben die User, wie sehr sie den Kater vermissen.

So geht es auch seinem Frauchen. Sie hat aber das Gefühl, dass Pep noch lebt: „Ich glaube fest daran, dass es dem Kerl jetzt gut geht“, sagt sie im MZ-Gespräch. Sie würde zu gerne wissen, wo das Tier gerade steckt und hofft auf ein Zeichen oder eine Nachricht über seinen Verbleib. Bei ihr zu Hause steht weiter alles für Pep bereit: sein Kratzbaum, sein Fressnapf, das Katzenklo. Auch hält sie ein ordentliches Fresschen für den Kater parat, falls er sich wieder blicken lässt.

Pep - die Uni Regensburg hat einen Internetstar

Tierarzt hat wenig Hoffnung

Tierarzt Franz Loster ist da weniger optimistisch. Er sagt, dass Katzen, die länger als eine Woche verschwunden sind, in der Regel nicht mehr auftauchen. Er arbeitet inzwischen 25 Jahre als Tierarzt und in dieser Zeit sei es viermal passiert, dass eine Katze nach über einem Jahr wieder aufgetaucht ist. Oft würden neugierige Tiere auch in ein Auto steigen, sich in Kellern oder Garagen verirren.

Weißflach geht weiterhin jedem Hinweis nach, der sie über die Facebook-Gruppe „Pep Tracking“ erreicht. Auf die Diskussion in dem Forum geht sie inzwischen aber nicht mehr ein. Das wäre zu nervenaufreibend für sie. Sollte Pep aber wieder auftauchen, wird sie seine Fans sofort davon in Kenntnis setzen, verspricht sie.

Falls jemand eine schwarz-weiß gemusterte Katze sieht, die Pep ähnlich sehen könnte, hat sie ein paar Tipps parat, woran ihr Liebling zu erkennen ist: Eines seiner Augen ist komplett von weißem Fell umgeben, das andere dagegen von schwarzem. „Deswegen sieht das Lid über dem Auge, das von weißem Fall umgeben ist, so aus, als würde es ein bisschen hängen“, sagt Weißflach. Pep hat außerdem ein schwarzes Hinterbein mit einem dünnen weißen Streifen im Fell. „Das Muster sieht ein bisschen so aus wie ein Skelett“, sagt Weißflach außerdem.

Ein Buch über Pep

Weißflach hat auch gehört, dass ein Buch über Pep veröffentlicht werden soll, das seine Geschichte erzählt: „Das wäre eine nette Erinnerung an ihn“, sagt sie. Der Verlag Bastei Lübbe bestätigt gegenüber der MZ, dass er voraussichtlich in einem Jahr ein Sachbuch über den Unikater Pep veröffentlichen wird. Die Planungen befänden sich aber noch im Anfangsstadium, ein Manuskript gebe es noch nicht.

Die Leser könnten sich auf eine Tiergeschichte im Stile von „Bob, der Streuner“ von James Bowen einstellen. Das Buch über den rot-weiß getigerten Kater und sein Herrchen avancierte zum Bestseller und wurde in 26 Sprachen übersetzt. In Deutschland verlegt es ebenfalls Bastei-Lübbe. 2014 erschienen die zwei Nachfolger-Bände „Bob und wie er die Welt sieht“ sowie „Ein Geschenk von Bob“.

Der Verlag hat also Erfahrung mit Publikationen über einen Kater, dessen Name vorwärts und rückwärts gelesen gleich klingt. Es gibt noch eine weitere Parallele zwischen Bob und Pep. Die Geschichte über den verwahrlosten Kater, den der damalige mittellose und drogenabhängige Straßenmusiker James Bowen eines Tages vor seiner Wohnungstür fand und aufpäppelte, wurde ebenfalls durch einen Zeitungsartikel populär, bevor sie in Buchform veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zum freiheitsliebenden Pep aber, der sein zu Hause eher selten aufsucht, kommt Bob immer zu Bowen zurück: Bob begleitet sein neues Herrchen zu seine Auftritten und hilft ihm, seine Drogensucht zu überwinden.

Hinweise zu Pep

  • Hinweise:

    Wer einen schwarz-weiß gemusterten Kater gesehen hat, der Pep sein könnte, der wird gebeten, sich an sein Frauchen Yvonne Weißflach zu wenden.

  • Kontakt:

    Yvonne Weißflach bittet um Kontakt über die Facebook-Gruppe „Pep Tracking“ oder eine persönliche Nachricht auf Facebook.

  • Identität:

    Unikater Pep ist gechipt. So kann sein Frauchen die Identität der Katze in jedem Fall zweifelsfrei überprüfen lassen, sollte das notwendig sein. (la)

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