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Projekt

Wie Behinderte künftig wohnen wollen

„Regensburg inklusiv“ geht in das letzte Jahr. Formen des Zusammenlebens werden erprobt. Die Zirkel sollen weitergehen.
Von Angelika Lukesch, MZ

Barrierefreies Wohnen, wie im Haus St. Klara, soll in Regensburg zur Selbstverständlichkeit werden.
Barrierefreies Wohnen, wie im Haus St. Klara, soll in Regensburg zur Selbstverständlichkeit werden.Foto: Kjf

Regensburg.Regensburg ist auf dem Weg zur einer Stadt, die Inklusion in allen Bereichen lebt. Vor drei Jahren wurde das Projekt „Regensburg inklusiv“ aus der Taufe gehoben. Dies ist ein Projekt, in dem alle, die sich mit dem Thema Inklusion beschäftigen oder selbst betroffen sind, mitmachen können.

„Ziel ist es, dass alle Menschen in Regensburg gleichberechtigt an allen Lebensbereichen teilhaben können. Uns geht es um ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung“, lautet die Selbstbeschreibung des Projekts, das unter dem Dach der Katholischen Jugendfürsorge (Kjf) angesiedelt ist.

Alle Bereiche sensibilisieren

Die Projektarbeit wurde in mehrere Inklusionszirkel aufgeteilt, die sich mit den Themen Bildung, Wohnen, Arbeit sowie Freizeit, Sport Gesundheit, Kunst/Kultur befassen. Viele Male haben diese Zirkel bereits getagt, Ideen gesammelt, Netzwerke aufgebaut und die Öffentlichkeit für das Thema Inklusion in allen Lebensbereichen sensibilisiert.

Thomas Kammerl spricht zu den Teilnehmern des Inklusionszirkels Wohnen.
Thomas Kammerl spricht zu den Teilnehmern des Inklusionszirkels Wohnen. Foto: Lukesch

Wie soll es nun weitergehen?

„Wir haben vieles vorangebracht in diesen drei Jahren“, stellte Projektkoordinator Thomas Kammerl beim 9. Treffen des Inklusionszirkels „Wohnen“ in der Kjf-Lernwerkstätte im Gewerbepark fest. Getroffen hatte sich hier der Inklusionszirkel „Wohnen“, der sich an diesem Abend vor allem mit grundsätzlichen Fragestellungen beschäftigte. Kammerl wies auf die Bitte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hin, der erst vor wenigen Tagen einen Bericht über Handlungsbedarf und Lösungswege angefordert hatte.

Dies war der Anlass für dieses Treffen gemeinsam herauszufinden: „Wie geht es weiter mit/nach ´Regensburg inklusiv´?“ Die rund zwanzig Teilnehmer des Zirkels waren sich schnell einig darüber, dass es nach „Regensburg inklusiv“ unbedingt weitergehen müsste. Der Vorschlag, das Projekt in einen Verein überzuführen, wurde von der Mehrheit als nicht zielführend betrachtet. Offiziellere Strukturen seien besser, schon allein, um dem Vorhaben und den Einlassungen mehr Gewicht zu verleihen. Die Zirkelteilnehmer plädierten einhellig für die Weiterführung der Inklusionszirkel und waren der Meinung, dass die Stadt dies in die Hand nehmen solle. „Die Stadt hat diese Aufgabe, schließlich fallen die Entscheidungen auch im Stadtrat“, sagte ein Diskussionsteilnehmer.

Auch Simon Dickert, Bewohner der neuen inklusiven Wohnanlage St. Klara, sprach sich ausdrücklich für die Fortführung der Inklusionszirkel aus wie auch dafür, dass nicht nur Fachleute und Funktionsträger dazu eingeladen werden sollten, sondern auch die Betroffenen selbst. „Wir sind für alles offen!“ stellte Projektleiter Kammerl fest. Architekt Georg Katini regte die Bildung einer „Plattform für inklusives Wohnen“ an.

Sabrina Härtel
Sabrina Härtel Foto: Angelika Lukesch

Ein weiterer Punkt auf der Agenda des Zirkeltreffens war Sabrina Härtel, die ihre Masterarbeit an der Ostbayerischen Technischen Universität (OTH) über das Thema „Wie wollen Menschen mit Behinderung wohnen?“ schreiben will. Härtel erläuterte den Anwesenden ihre Vorgehensweise, deren Herzstück eine ausführliche Befragung von Menschen mit Behinderung bilden soll.

Fragebogen in „einfacher Sprache“

Die Anwesenden sagten ihre Unterstützung bei der Durchführung zu und boten an, die eigenen Netzwerke zu aktivieren, um möglichst viele Betroffene erreichen zu können. Dabei müsse auch die Unterschiedlichkeit der Behinderungen beachtet werden, denn nicht jeder könne einen Fragebogen ausfüllen, sei es online oder schriftlich.

Hilfe und Unterstützung sei bei vielen nötig. Außerdem, riet eine Dame im Inklusionszirkel, müsse der Fragebogen auch in „einfache Sprache“ übersetzt werden. Im August 2016 will Härtel ihre Ergebnisse vorstellen – ein weiterer Baustein, der der Arbeit des Inklusionszirkels „Wohnen“ zugute kommen wird.

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