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Vereine

Zweites Leben knackt 30 000-Euro-Marke

Mit der Idee des Spendentellers konnte der Regensburger Verein in den vergangenen zwölf Jahren zahlreichen Patienten helfen.
Von Laura Lindner

Martina Irrgang, Monika Gerl, Maria Dotzler, Markus Küster, Marion Robel und Götz Lück (v. l.) feiern beim Herbstfest. Foto: Lindner
Martina Irrgang, Monika Gerl, Maria Dotzler, Markus Küster, Marion Robel und Götz Lück (v. l.) feiern beim Herbstfest. Foto: Lindner

Regensburg.Das Herbstfest des Vereins Zweites Leben findet seit nunmehr fünf Jahren immer bewusst am Nachmittag statt. „Wir wollen mit diesem Fest Freude unter den Patienten und Angehörigen verbreiten“, erklärte Vorsitzende Maria Dotzler. Etwa 100 Leute versammelten sich dafür im vereinseigenen Café auf dem Gelände des Bezirksklinikums, während die Ukulele Fever Band und Hans Scheibenpflug mit seiner Drehorgel für die musikalische Unterhaltung sorgten.

Verein hat 500 Mitglieder

Der im Jahr 2000 gegründete Verein unterstützt Menschen in ihrem Leben nach einer Schädel-Hirn-Verletzung oder einem Schlaganfall. ZweitesLeben will „die Lebensqualität betroffener Männer und Frauen verbessern“, schilderte Dotzler. Genau deshalb seien sowohl aktuelle als auch ehemalige Patienten mit ihren Familien die wichtigsten Gäste für Dotzler, da diese teilweise momentan nicht an anderen Festen teilnehmen könnten.

Doch zu feiern gab es in diesem Jahr auch noch etwas anderes: Mit seit 2006 aufgestellten Spendentellern hat der Verein die 30 000-Euro-Marke überschritten und deshalb auch alle Aufsteller, wie Geschäftsmann Götz Lück und Steuerberater Markus Küster, zu einem Empfang eingeladen. Seit zwölf Jahren hat der Verein unter dem Motto „Kleine Spende – große Hilfe“ in rund 40 Geschäften in und um Regensburg einen von der Firma Artekum kreierten Teller zugunsten des Vereins aufgestellt.

„Der Verein Zweites Leben hilft in der Region Regensburg so vielen schwer hirnverletzten Menschen, dass wir als dieser Region verpflichtete Bank die sehr innovative Spendenteller-Idee sehr gerne unterstützen“, sagte Florian Mann, der Prokurist der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach, die diese Aktion als Sponsor begleitet.

Das Wohn-Projekt

  • Regensburg:

    Hier fehlt für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung geeigneter Wohnraum, der Betroffenen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

  • Grundstück:

    2016 bot die Stadt dem Verein auf dem Areal der ehemaligen Nibelungenkaserne ein geeignetes Grundstück zum Kauf an. Inzwischen wurde dieses erworben und die Planungen für den Bau von 14 barrierefreien Wohnungen sind abgeschlossen.

Noch eine weitere Marke wurde von Zweites Leben geknackt und freut den Vorstand: „Seit diesem Jahr haben wir mehr als 500 Mitglieder“, sagte Dotzler. Auch Prof. Dr. Felix Schlachetzki zeigte sich erfreut: „Die Klinik ist glücklich darüber, diesen starken Partner zur Seite zu haben.“ Denn man könne nie genug für alle Mitmenschen tun, mit denen es das Schicksal nicht gut gemeint hat. Schlachetzki bezeichnete den Verein als einen stets unruhigen Partner, der nie still steht in seinem Bestreben, die Patienten mit ihrem zweiten Leben nach einem Schlaganfall oder einer Schädel-Hirn-Verletzung nicht alleine zu lassen.

Auch deshalb ist Dotzler auch weiter auf der Suche nach Regensburger Geschäftsleuten, die einen Spendenteller aufstellen. Die Betriebe und Geschäfte müssen sich dabei nicht um die Aufstellung oder Entleerung kümmern, das übernehmen die ehrenamtlichen Helferinnen rund um Monika Gerl. Denn für seine Arbeit braucht der Verein immer finanzielle Mittel. Die Hilfe umfasst sowohl gesundheitliche, berufliche, psycho-soziale als auch wirtschaftliche.

Hilfe in allen Bereichen

Der Verein hilft außerdem bei der Wiedereingliederung, wenn andere Möglichkeiten nicht gegeben sind. Er leistet Hilfe im Rahmen der Nachsorge und unterstützt die Betroffenen, ein lebenswertes zweites Leben führen zu können. Neben den finanziellen Mitteln besteht die Unterstützung laut Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer auch aus Zeit, Kraft und Herz der ganzen Helfer.

„Hier sieht man, wie aus einer kleinen Initiative etwas ganz Großes werden kann“, sagte die Bürgermeisterin auf dem Herbstfest. Besonders die Beratung und Betreuung von Angehörigen ist laut Maltz-Schwarzfischer sehr wichtig. Seit 2010 besteht die Beratungsstelle des Vereins für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung und schloss damit eine Versorgungslücke in der Region Oberpfalz.

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