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Wachstum

Braunkohle soll Agrarchemie ersetzen

Beim ersten Bodentag in der Friedrich-Zeche in Regensburg tauschten sich 35 Fachleute aus. Es ging um humusreiche Böden.
Von Engelbert Weiss, MZ

Der Bodensachverständige Johannes Prügl führt eine Methode zum schnellen Test von Böden vor.
Der Bodensachverständige Johannes Prügl führt eine Methode zum schnellen Test von Böden vor. Foto: Rösl

Regensburg.Wie man gute Erträge erreichen kann ohne die Böden auszurauben und langfristig zu ruinieren, darüber sollte der erste Bodentag in der Friedrich-Zeche in Regensburg informieren. „Das geht auch ohne Agrarchemie und stattdessen mit dem Einsatz regionaler Rohstoffe“, versichert Diplom Ingenieur Franz Rösl, der erstmals zu einem Bodentag eingeladen hatte. 35 Fachleute von Bodeninstituten, Ingenieurbüros, Garten- und Landschaftsbauer, Landwirte und Vertreter des Stadtgartenamts waren dazu gekommen, ließen sich informieren und diskutierten miteinander.

Den Humusgehalt verbessern

Wie kann man den Humusgehalt im Boden sinnvoll steigern, wie die Nährstoff-Speicherfähigkeit verbessern, wie kann man die Mikrobiologie im Boden fördern, wie die Wasser- und Luftfeuchtigkeit erhöhen? All das ist möglich, ohne Agrarchemie oder wertvollen und teilweise sehr weit transportierten Torf einzusetzen, behauptet Veranstalter Rösl. Der Geschäftsführer des Braunkohle- und Tontagebau und Erdenwerks setzt auf die Verwendung von regionalen Rohstoffen zur Bodenverbesserung mit huminsäurereicher Braunkohle. Er berichtet über Anwendungsbeispiele in der Landwirtschaft, bei Substraten im Garten- und Landschaftsbau und im Privatbereich. Er begründet auch, warum Braunkohlemulch die bessere Alternative zu Rindenmulch ist.

Testmethoden vorgestellt

Diplom Ingenieur Johannes Prügl, Gartenbau- und Bodensachverständiger aus Au in der Hallertau, informierte bei dem Fachtag über Sinn, Unsinn und Einsatz von verbesserten Böden im Garten- und Landschaftsbau. Außerdem stellte er Methoden vor, wie man in der Praxis Böden und Substrate auf ihren Humusgehalt schnell testen und beurteilen kann.

Diplom Ingenieur Rupert Wirzmüller, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner in Regensburg, stellte gelungene Planungen und Realisierungen von intensiven Dachbegrünungen vor. Außerdem konnten die Tagungsteilnehmer auf dem Bergwerksgelände in Dechbetten Mischtechniken kennenlernen und Qualitäts-Erden begutachten.

Der Fachtag wird wiederholt

„Die Veranstaltung ist bei den Teilnehmern so gut angekommen, dass künftig jedes Jahr eine Wiederholung geplant ist“, berichtet Franz Rösl. Der Bodentag soll dann an zwei Tagen stattfinden, einmal für die Landwirtschaft und einmal für Garten- und Landschaftsbau.

Braunkohle in Regensburg

  • Bergwerk

    In Dechbetten am Stadtrand von Regensburg wird heute noch Braunkohle im Tagebau abgebaut.

  • Geo-Lehrpfad

    Ganz oben im Bergwerksgelände gibt es einen Geo-Lehrpfad mit anschaulichen Informationen über die Erdgeschichte in der Region. Es wird auch erklärt, warum es in Regensburg Braunkohle gibt. Die nächste Führung ist am Sonntag, 18. Oktober, um 15 Uhr.

  • Kontakt und Infos

    Weitere Infos gibt es bei der Firma Rösl unter Tel. (09 41) 3 07 61-0 oder im Internet unter: www.roesl.de. (we)

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