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Verkehr

Die Klenzestraße als Problemzone

Anwohner in Königswiesen fürchten die Ausfahrten vor ihren Häusern. Die Stadt sagt, es lägen keine Beschwerden vor.
Von Laura Knupper

Gehsteig, Radweg, Grünstreifen, Autos: So sehen viele Ausfahrten der Klenzestraße aus. Für viele ist das zu unübersichtlich. Foto: Laura Knupper
Gehsteig, Radweg, Grünstreifen, Autos: So sehen viele Ausfahrten der Klenzestraße aus. Für viele ist das zu unübersichtlich. Foto: Laura Knupper

Regensburg.Die Stadt liegt weit vorne, wenn es um Unfälle geht. 2018 gab es einen neuen Rekord: 6268 Unfälle passierten im Stadtgebiet. 300 mehr als noch im Vorjahr. Ein Ort in Regensburg, wo es bereits öfter zu Kollisionen kam, ist die Klenzestraße. Viele Ausfahrten sind, laut den Anwohnern, dort zu unübersichtlich. Bis deutlich erkennbar ist, ob ein Verkehrsteilnehmer von der Seite kommt, steht der Fahrer oft bereits mitten auf der Fahrbahn.

„Jeder ist froh, wenn er es ohne Unfall auf die Straße geschafft hat“, erzählt Paul Eckmann, Anlieger der Klenzestraße. Für ihn stellt die momentane Situation eine große Gefahr dar, die unbedingt entschärft werden muss.

Zunächst zur Ausgangslage: Zwischen Ausfahrt und Fahrbahn befinden sich ein Bürgersteig, ein Fahrradweg und ein fünf Meter breiter Grünsteifen. Jetzt ist es noch möglich, durch die kahlen Äste ein wenig zu sehen, aber so bald alles Grün ist, verdecken Bäume und Büsche den Blick auf den Verkehr.

Die Straße verläuft im Bogen, wodurch der Verkehr beruhigt werden sollte. Bei der Planung sah die Verkehrssituation aber noch anders aus als heute. Wolfgang Schönfeld, ein weiterer Anwohner, erzählt, dass es vor 40 Jahren, als er dort eingezogen ist, nur wenige Autos gab. „Mittlerweile hat fast jeder der Bewohner hier ein Auto und will das natürlich abstellen“, sagt er und meint damit die Reihe Autos, die am Fahrbahnrand stehen.

Sichtfeld ist beeinträchtigt

Durch den Verlauf und die parkenden Autos wird das Sichtfeld aus der Einfahrt ebenfalls stark beeinträchtigt. Besonders große Fahrzeuge wie Lastwagen, die wegen einer Baustelle in der Straße dort parken, verhindern die Sicht auf den Gegenverkehr. „Die Muldenkipper stehen immer da, genau wie die Busse. Da sieht keiner mehr was“, klagt Paul Eckmann.

Viele Autofahrer sind schnell unterwegs auf der Strecke. Natürlich haben sie Vorfahrt auf der Straße, aber eine erhöhte Geschwindigkeit verringert die mögliche Reaktionszeit, wenn plötzlich ein Auto oder ein Radfahrer aus einer Ausfahrt kommt. Wolfgang Schönfeld machte bereits eine unglückliche Erfahrung mit den Ausfahrten. Seine Frau übersah einmal einen Motorradfahrer, der von links kam. Schwer verletzt wurde keiner. Um eine Wiederholung zu verhindern, will er eine Verbesserung der Verkehrssituation.

Sicherheit

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Paul Eckmann sieht die Stadt Regensburg im Zugzwang: „Wie man das Problem am besten löst, weiß ich nicht. Die Stadt soll sich was überlegen. Aber so kann es nicht weitergehen.“ Er meldete es bereits im Planungsamt. Die Mitarbeiter dort sagten ihm, es werde weitergeleitet, aber bis heute kam keine Antwort. Deswegen wandte er sich an die Medien.

Auch Wolfgang Schönfelder nahm Kontakt zur Stadt auf. Er erzählt, dass er eigentlich gute Beziehungen zu verschiedenen Stadträten habe und deswegen bereits das Gespräch mit ihnen gesucht habe. Das Interesse hielt sich aber in Grenzen. „Es muss erst etwas Schlimmes passieren, damit sich jemand kümmert, aber das kann ja auch nicht sein“, kritisiert er die fehlende Reaktion.

Halteverbot als Lösung

Auf Nachfrage bei der Stadt kam die Antwort, dass keine Beschwerden der Anwohner bekannt seien und laut dem Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr, gebe es in der Klenzestraße kein erhöhtes Unfallaufkommen. Trotzdem fühlen sich die Anwohner nach eigenen Worten stets unwohl bei den Ausfahrten.

Für Paul Eckmann wäre es schon hilfreich, wenn das Sichtdreieck für die Autofahrer besser werden würde. Die parkenden Autos seien hier das größte Problem. Es gebe zwar Grenzmarkierungen, die das Parken am Rand der Ausfahrten untersagen, aber manche davon sind nicht mehr gut sichtbar oder Autofahrer ignorieren sie. Seiner Erfahrung nach sind sie bis jetzt auch nicht groß genug, um genügend Überblick zu geben. Wenn zumindest das verbessert werden würden, wäre es ein Schritt zu einer sichereren Ausfahrt, ist er sicher.

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Kontakt zur Stadt

  • Ansprechpartner:

    Anlaufstellen sind die Stadtverwaltung, das Ordnungs- oder das Stadtplanungsamt. Auch die Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer kümmert sich um die Anliegen der Bürger.

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    Es ist wichtig, dass der Kontakt schriftlich erfolgt, per Mail oder Brief. Anonyme Briefe werden nicht beantwortet, sondern nur persönliche, die mit Name und Adresse versehen sind.

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