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Die Meinung der Senioren zählt

Was brauchen alte Menschen in Königswiesen-Süd für ein gutes Leben im Alter? Eine Umfrage der Stadt soll Klarheit bringen.
Von Manfred Rohm

Das Seniorenangebot in Königswiesen soll erweitert werden. Fotos: Stephan Scheu/dpa/Ferstl
Das Seniorenangebot in Königswiesen soll erweitert werden. Fotos: Stephan Scheu/dpa/Ferstl

Regensburg.Es ist ein ziemlich junges Viertel in der alten Stadt, aber auch in Königswiesen-Süd sind die Menschen älter geworden, die vor Jahren als junge Familien hier ihre Heimat fanden. Für sie gilt es, das richtige Angebot zu schaffen, damit sie sich wohlfühlen. Denn auch hier gilt: Senioren wollen am liebsten im gewohnten Umfeld bleiben. Sogar wenn sie pflegebedürftig sind, ist ein Heim in ihren Vorstellungen nicht vorgesehen. Aber je älter der Mensch wird, desto kleiner wird sein Aktionsradius. Deshalb gewinnt das direkte Wohnumfeld immer mehr an Bedeutung.

Doch was ist das richtige Angebot? Auch die erfahrenen Mitarbeiter des Seniorenamtes können darauf keine endgültige Antwort geben. Die stellvertretende Amtsleiterin Petra Frauenstein nennt hier zwei Beispiele. Sie weiß von einer Seniorin, die sich bei einer Apotheke regelmäßig Medikamente bestelle, die nicht verschreibungspflichtig sind. Gleichzeitig frage sie nach, ob der Apothekenbote nicht auch noch Milch und Brot mitbringen könne, sie selbst schaffe den Einkauf nicht. Ein anderer suche nach dem Tod seiner Frau seit Monaten nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung. Er würde sich auch gerne in seinem Stadtteil ehrenamtlich engagieren.

Alt ist nicht gleich alt

„Die beiden Beispiele zeigen: Alt ist nicht gleich alt. Die Gruppe der älteren Menschen ist sehr heterogen. Dies zeigt sich in verschiedenen Lebensstilen und Lebenswelten“, sagt Frauenstein. Die Stadt habe die Aufgabe, in einer immer älter werdenden Gesellschaft, Voraussetzungen zu schaffen, dass ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben im Alter möglich ist.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn die älteren Menschen durch ihre Teilnahme dieses Wissen mit uns teilen.“

Gertud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin.

Die beiden älteren Menschen aus ihren Beispielen sind zwei von etwa 1000 Senioren, die in Königswiesen leben. Sie werden ab April Post von der Stadt bekommen. Der Inhalt: Ein Fragebogen, mit dem sie dem Seniorenamt ihre Wünsche und Bedürfnisse mitteilen können. Die Zusammenfassung der Ergebnisse fließt in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt Regensburg ein. Dessen Ziel ist die altersfreundliche Gestaltung der Kommune. „Die Meinung der betroffenen Seniorinnen und Senioren ist uns sehr wichtig, denn sie wohnen in Königswiesen und kennen ihren Stadtteil“, sagt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Wir würden uns sehr freuen, wenn die älteren Menschen durch ihre Teilnahme dieses Wissen mit uns teilen.“

Um das entsprechende Angebot zu schaffen, will das Seniorenamt von den älteren Menschen wissen, wie zufrieden sie in ihrem Stadtteil sind, welche Angebote sie sich wünschen, wie hoch die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement ist, beziehungsweise welche Beratungs- und Unterstützungsleistungen möglicherweise angenommen würden. Eines der großen ehrenamtlichen Projekte der Stadt ist der „Treffpunkt Seniorenbüro“ (TPS) mit mehr als 40 Teams und ebenso vielen Angeboten. Er wird im Sommer am Theodor-Heuß-Platz sein Aktivzentrum eröffnen. Dieses Zentrum soll ein wichtiger Faktor im Konzept der Seniorenarbeit in Königswiesen-Süd werden. Vom ungezwungenen Treffpunkt bis hin zur Möglichkeit, an Vorträgen, kulturellen, sozialen und weiteren Angeboten teilzunehmen, sollen Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote das Konzept abrunden.

Neue Bleibe für die Werkstatt

Die Ergebnisse der Umfrage sollen auch in die Arbeit des „Treffpunkt-Seniorenbüro-Aktivzentrums“ einfließen. Dennoch ist das Angebot offen. Deshalb nimmt das Zentrum auch einen wichtigen Teil im Fragebogen ein. Klar ist lediglich, dass hier die Seniorenwerkstatt nach längerer Wanderschaft eine Bleibe finden wird. „Ich hoffe, dass möglichst viele Seniorinnen und Senioren die Fragebögen ausfüllen und zurückschicken“, sagt Frauenstein. „Je mehr Antworten wir bekommen, desto genauer können wir auf die Wünsche in dem Viertel eingehen.“ Es wäre für sie auch schön, wenn viele Leute bereit wären, sich ehrenamtlich zu engagieren, und vielleicht sogar selber Angebote kreieren würden. Interessierte können sich unter Tel. (09 41) 5 07 15 46 melden. „Wir wollen, dass der Stadtteil auch für ältere Menschen möglichst bunt wird.“

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