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Polizei

Kind missbraucht: Verdächtiger in Haft

Die Polizei hat einen 55-jährigen Regensburger festgenommen. Er soll in Kumpfmühl ein Kind unsittlich berührt haben.

Mitarbeiter der Polizei suchten bei einer groß angelegten Öffentlichkeitsfahndung nach dem Täter. Foto: Haala
Mitarbeiter der Polizei suchten bei einer groß angelegten Öffentlichkeitsfahndung nach dem Täter. Foto: Haala

Regensburg.Nach dem sexuellen Missbrauch eines Kindes in Regensburg, ist am späten Mittwochnachmittag, 13. Februar, ein 55-jähriger Mann aus dem Regensburger Stadtosten festgenommen worden. Das teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz am Freitag mit.

Die intensive Arbeit der Ermittlungsgruppe „EG Kumpfmühl“ bei der Kriminalpolizei Regensburg unter Beteiligung einer Vielzahl von weiteren Kräften der Kriminal-, der Schutz- und der Bayerischen Bereitschaftspolizei, führte durch einen Hinweis aus der Bevölkerung zur Festnahme eines Tatverdächtigen.

In den frühen Nachmittagsstunden des Donnerstag, 24. Januar, hatte ein Unbekannter im Bereich der Theodor-Storm-Straße in Regensburg ein Kind angesprochen und so manipuliert, dass es seinen Weg mit ihm bis hin zur Boelckestraße fortsetzte.

In der Boelckestraße soll der Verdächtige das Kind angesprochen und missbraucht haben. Foto: Haala
In der Boelckestraße soll der Verdächtige das Kind angesprochen und missbraucht haben. Foto: Haala

Dort suchte sich der Täter Sichtschutz im Abgang zu einer Tiefgarage und nahm Handlungen an dem Kind vor. Letztlich hat der Täter von dem Kind noch am Ort des Geschehens abgelassen und sich unerkannt entfernt.

Vermutlich sprach der Verdächtige weitere Kinder an

Bereits am Donnerstag, 10. Januar, war es im gleichen Stadtteil von Regenburg zu einem Ansprechen von zwei Kindern gekommen. Nach bisherigem Ermittlungsstand ist der Beschuldigte auch hier dringend tatverdächtig. „Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich in allen drei Fällen um den gleichen Mann handelt“, sagt Dietmar Winterberg, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberpfalz.

Zunächst ist gegen 12.15 Uhr im Bereich Bischof-Wittmann-/Simmernstraße ein Kind angesprochen und auf seinem Weg von einem Unbekannten begleitet worden, der kurz darauf – vermutlich durch einen Passanten gestört – unvermittelt weggelaufen ist.

Gegen 14.30 Uhr hatte vermeintlich der gleiche Mann im Bereich der Augsburger-/Kriemhildstraße ein weiteres Kind angesprochen und ging mit diesem in den Hofbereich von Wohnhäusern. Dort veranlasste der Täter, dass sich das Kind auf eine Treppe setzt. Bald darauf entfernte sich der Unbekannte und ließ das Kind zurück.

Ermittlungen

Viele Hinweise nach Missbrauch

Es gibt noch keine heiße Spur nach dem Vergehen an einem Kind in Kumpfmühl. Die Kripo gründete jetzt eine Ermittlungsgruppe.

Bereits zu diesem Zeitpunkt galt für die Polizei und die Einsatzkräfte im Raum Regensburg eine erhöhte Aufmerksamkeit hinsichtlich des Unbekannten.

Um weitere Erkenntnisse zu erlangen und auch Zeugen zu erreichen, die ihre Beobachtungen bislang eventuell nicht relevant eingeschätzt haben, wurde am Samstag, 9. Februar, mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei eine groß angelegte Befragung von Anwohnern und Passanten im Bereich Kumpfmühl unter Vorlage von Lichtbildern und durch Vorzeigen eines Tätervideos durchgeführt.

Polizei überprüfte 80 neue Spuren

Dem erneuten Aufruf, jede Beobachtung mitzuteilen, folgten etwa 50 Hinweisgeber, so dass es insgesamt etwa 80 neue Spuren zu überprüfen galt. Eine Mitteilung führte schließlich zum Tatverdächtigen. Laut Winterberg habe es sich dabei um einen anonymen Anrufer gehandelt, der einen Hinweis auf eine konkrete Person gab. Wie genau der Hinweis aussah, sagte er aber nicht. Zunächst habe es aber Schwierigkeiten gegeben, den Aufenthaltsort des Mannes herauszufinden.

Ein Video von der Öffentlichkeitsfahndung sehen Sie hier:

So startete die Polizei die Fahndung.

Aufgrund der belastenden Ermittlungsergebnisse ist der Tatverdächtige in den Nachmittagsstunden des Donnerstags, 14. Februar, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg, einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser hat einen Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts der sexuellen Belästigung, des sexuellen Missbrauchs von Kindern und der sexuellen Nötigung erlassen. Der nun Beschuldigte ist in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.

Dort wird er laut Angaben von Winterberg auch bleiben, bis die Entscheidung gefallen ist, ob es zu einer Verhandlung gegen ihn kommt. „Niemand braucht zu befürchten, dass der Tatverdächtige hier zeitnah herumläuft“, sagt Winterberg. Wann die Entscheidung über ein Verfahren fallen wird, konnte Dietmar Winterberg nicht sagen. Sollte es zu einer Verurteilung kommen müsse er mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen. Während eines Verfahrens müsste auch die Frage nach einer anschließenden Unterbringung geklärt werden.

Oberstaatsanwalt Dr. Markus Pfaller bestätigt: Momentan könne keine Aussage dazu gemacht werden, wann die Entscheidung über eine Anklage und ein Verfahren fallen wird. Da der Mann momentan in Haft sitzt, ist Eile geboten. „Es gilt der Beschleunigungsgrundsatz, jetzt darf es zu keiner vermeidbaren Verzögerung kommen“, sagt er.

Die Ermittlungen laufen jetzt weiter. Dabei werden Beweise und auch die restlichen Hinweise aus der Bevölkerung ausgewertet. „Da ist noch viel Arbeit zu leisten“, sagt Pfaller. Der Mann wurde bereits einmal vernommen. „Und er wird auch noch einige Male vernommen werden“, sagt Winterberg.

Der Mann hatte schon ähnliche Delikte begangen

Die Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden mit den Medien und der Bevölkerung führte am Ende zur Ergreifung des Mannes, der in der Vergangenheit bereits andernorts wegen ähnlicher Delikte polizeilich in Erscheinung getreten ist. Um welche Delikte es sich dabei handelte, sagte Polizeisprecher Winterberg nicht. Auf die Frage, warum der Mann dennoch auf freiem Fuß war, sagte er: „Es ist die Sache der Justiz, das zu klären.“

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