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Abwrackprämie für Kühlschränke

Zum Kauf von effizienten Haushaltsgeräten zahlt die Stadt Regensburg 50 Euro. Sparsame LED-Leuchtmittel gibt es kostenlos.
Von Claudia Böken, MZ

Die Stadt bezuschusst den Kauf eines umweltfreundlichen Kühl- oder Gefriergeräts mit 50 Euro.
Die Stadt bezuschusst den Kauf eines umweltfreundlichen Kühl- oder Gefriergeräts mit 50 Euro.Foto: dpa

Regensburg.Wer im nächsten Jahr einen neuen Kühl- oder Gefrierschrank, einen Wäschetrockner oder Geschirrspüler benötigt, kann sich über einen kleinen Zuschuss freuen: Wenn er ein hocheffizientes Gerät mit guter Umweltbilanz kauft und dafür sein bisheriges Gerät entsorgen lässt, erhält er – quasi als Abwrackprämie – von der Stadt 50 Euro dazu. Maximal zwei Gerät pro Haushalt werden bezuschusst, macht Umweltbürgermeister Jürgen Huber klar. 15 000 Euro stehen dafür bereit.

Wer sich von alten Glühbirnen trennen will, um zu testen, wie sich moderne LEDs im Wohnumfeld bewähren, kann das sogar völlig kostenlos tun: Gemeinsam mit Osram tauscht die Stadt 2000 10-Watt-LED-Leuchtmittel gegen ebenso viele 60-Watt-Glühbirnen, die danach fachgerecht entsorgt werden. Etwa 10 000 Euro lässt sich Regensburg diese Aktion kosten, die der Stadt im Jahr 100 000 Kilowattstunden oder 44 000 Kilogramm CO2 erspart. Man könne durchaus von einer Abwrackaktion sprechen, stimmt Huber zu, schließlich werde ein Anreiz geboten, sich von umweltschädlichen Geräten zu trennen.

Weg mit alten Heizungspumpen

Es ist nicht etwa so, dass Regensburg im Geld schwimmt und deswegen einen lauen Regen über die Bürger herabrieseln lässt. Vielmehr sind diese beiden Punkte Teile des Förderprogramms „Regensburg effizient“. Für den Leiter des Umweltamts, Rudolf Gruber, wird damit die Energiewende vor Ort vorangetrieben, wie auch schon mit dem Beschluss, die Anschaffung von Elektro-Taxis zu unterstützen. Oberstes Ziel sei die Reduzierung des „Klimakillers“ CO2 in allen Bereichen des Lebens und Arbeitens, so Gruber.

Umweltbürgermeister Huber listet noch eine Menge anderer Punkte auf, die zu dem Förderprogramm „Regensburg effizient“ gehören: So werden beispielsweise hocheffiziente Heizungsumwälzpumpen gefördert, die bis zu 80 Prozent weniger elektrische Energie benötigen als veraltete Pumpen. Hier richte sich die Fördersumme nach der Anzahl der Wohneinheiten in einem Gebäude. Bei einer bis sechs Wohnungen in einem Haus werden maximal zwei Pumpen mit je 75 Euro bezuschusst. 70 000 Euro werden dafür ab dem Jahr 2016 ins Investitionsprogramm aufgenommen.

Maßnahmen zur Energiewende

  • Leuchtmittel:

    2000 LED-Leuchtmittel werden im Rahmen einer Aktion von der Stadt – mit Unterstützung von Osram – kostenlos umgetauscht. Pro Haushalt können bis zu drei 60-Watt-Glühbirnen gegen drei Zehn-Watt LEDs getauscht werden.

  • Saubere Taxis:

    Für E-Taxis hat die Stadt auf zwei Jahre verteilt 250 000 Euro bereitgestellt. Die Anträge werden in der Reihenfolge ihres Eingangs behandelt. Die ersten 25 Autos werden mit je 6000, die weiteren mit 4000 Euro gefördert.

  • Hilfspakete:

    Hilfspakete zur Energieeinsparung werden für einkommensschwache Haushalte geschnürt. Sie enthalten u. a. LED-Leuchtmittel, abschaltbare Steckerleisten, Zeitschaltuhren und wassersparende Duschköpfe.

  • Quartierskonzept:

    Ein Pilotprojekt plant die Stadt bei der Förderung energetischer Quartierskonzepte. Für ein Quartier, das noch gefunden werden muss, übernimmt sie 35 Prozent der Kosten für das Konzept und den Sanierungsmanager.

Zur Freude der ÖDP, die diese Förderung am liebsten schon vor Jahren gesehen hätte: „Alte Heizungspumpen gehören zu den großen unbemerkten Stromverbrauchern im Haushalt. Wenn alle stromfressenden Heizungspumpen der Republik durch neue energiesparende ersetzt wären, könnte allein dadurch ein Atomkraftwerk zusätzlich abgeschaltet werden“, rechnet Fraktionsvorsitzender Benedikt Suttner vor. Bei sechs Wohneinheiten, listet die Stadt auf, würden im Jahr 4266 Kilowattstunden oder 1014 Kilogramm CO2 eingespart.

Eine Aktion hat gleich doppelte Wirkung: der „Energiesparhelfer“. Zwei Langzeitarbeitslose des Jobcenters sollen von der Energieagentur ausgebildet werden, um Personen, die Transferleistungen beziehen, in ihrer eigenen Wohnung über Energie-Einsparmaßnahmen aufzuklären. Wie Evelyn Kolbe-Stockert, die bei der Diakonie in der Insolvenz- und Schuldnerberatungsstelle tätig ist, erläutert, sei dieser Personenkreis besonders häufig von „Energieschulden“ betroffen, da die Energiekosten im Regelsatz der Grundsicherung gewöhnlich zu niedrig angesetzt seien. Die Rewag nehme jährlich rund 1000 Energiesperrungen vor.

Ein Paket hilft sparen

Das sollen die Ratschläge der Energiesparhelfer vermeiden und auch ein 50 Euro teures Paket, das sie zur Beratung mitbringen. Darin enthalten sind LED-Leuchtmittel, abschaltbare Steckerleisten, Zeitschaltuhren, Strahlregler und wassersparende Duschköpfe, Durchflussbegrenzer, Kühlschrankthermometer und ein Raumthermometer.

Das Förderprogramm „Regensburg effizient“, für das bisher 250 000 Euro und ebenso viel für die E-Taxis eingeplant sind, kann jederzeit erweitert werden. Dazu sind bei Bürgermeister Jürgen Huber auch Anregungen aus der Bevölkerung willkommen.

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