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Bistum gibt Papst-Plastik in Auftrag

Die Kirche stellt der Stadt Regensburg ein Denkmal zur Erinnerung an den Besuch von Benedikt XVI. vor die Schottenkirche.
Von Julia Ried, MZ

2006 besuchte Papst Benedikt XVI. Regensburg. Ein Denkmal vor der Schottenkirche soll nun daran erinnern.
2006 besuchte Papst Benedikt XVI. Regensburg. Ein Denkmal vor der Schottenkirche soll nun daran erinnern. Foto: Gruber

Regensburg. Die Entscheidung über das Papst-Denkmal in Regensburg ist gefallen: Künftig soll ein Kunstwerk des niederbayerischen Bildhauers Joseph Michael Neustifter in der Grünanlage vor dem Portal der Schottenkirche St. Jakob an den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 erinnern. Darauf einigten sich Vertreter von Stadt und Bistum, wie die städtische Pressestelle am Mittwoch mitteilte. Ein konkreter Entwurf, wie das Kunstwerk aussehen wird, liegt noch nicht vor.

Ob Neustifters Vorschlag einer Ringskulptur aus dem Jahr 2007 wieder aufgenommen wird, ist noch völlig offen. Der Künstler sagte unserer Zeitung dazu: „Das ist eine Idee, die für einen anderen Platz gemacht worden ist. Ich weiß nicht, ob man das an einen anderen Ort transportieren kann.“ Der Spezialist für klerikale Kunst hatte damals den Einfall präsentiert, dass ein überdimensionaler Fischerring – der Ring gehört zu den Insignien päpstlicher Macht – an den Papstbesuch erinnert. Als Standort war der Platz vor dem Westportal des Doms in der politischen Debatte, die dann wieder einschlief.

Neustifter will sich nun den neuen Standort zunächst mit Vertretern des Bistums ansehen und dann überlegen, was dort möglich ist. „Man will jetzt ganz frei sein“, sagte er über den Auftrag vom Bischof, den er als „große Ehre“ bezeichnet.

Was die Gestaltung angeht, trifft das Bistum die letzte Entscheidung: Denn die Diözese übernimmt die Kosten für das Kunstwerk. Zum weiteren Vorgehen teilte Sprecher Clemens Neck per E-Mail mit: „Im nächsten Schritt wird der Bildhauer Joseph Michael Neustifter gebeten, Ideen zu entwickeln. Wir sind gespannt auf seine Vorschläge.“ Einen ersten Gesprächstermin mit dem Künstler vereinbarte Generalvikar Michael Fuchs am Mittwoch, wie Neustifter erzählte. Zum Standort teilte Bistumssprecher Neck mit, der Platz vor der Schottenkirche sei eine „gute Wahl“.

Die Stadt stellt die öffentliche Grünfläche zur Verfügung. Die Vorbereitung des Untergrundes soll durch Sponsorengelder finanziert werden, wie Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra informierte. Ob sich der Stadtrat mit dem Denkmal befassen wird, ist deshalb fraglich. Da die Stadt nicht viel Geld dafür ausgeben muss, kann es der Sprecherin zufolge sein, dass die Sache als „Geschäft der laufenden Verwaltung“ erledigt wird.

Bezug zum Priesterseminar

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ließ über seine Pressestelle mitteilen: „Ich freue mich sehr, dass die Entscheidung für diesen Standort in großer Einmütigkeit gefallen ist.“ Das Portal der Schottenkirche sei eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt und gelte weit über die Grenzen Regensburgs hinaus als eines der bedeutendsten Werke abendländischer Kunst und Kultur. Noch ein anderer Grund habe für den Standort gesprochen: „Dadurch wird ein direkter Bezug zum benachbarten Priesterseminar hergestellt, in dem Benedikt XVI. anlässlich seines Besuches in Regensburg übernachtet hatte.“

CSU-Stadtrat Armin Gugau zeigte sich sehr erfreut über die Einigung. Die CSU hatte in den vergangenen Jahren mehrmals ein Kunstwerk zur Erinnerung an den Papstbesuch gefordert, zuletzt in einem Brief an den Oberbürgermeister im Frühjahr 2016, den Gugau mit weiteren Stadträten aus seiner Fraktion unterzeichnete. „Der jetzige Oberbürgermeister hat das innerhalb kürzester Zeit umgesetzt“, lobte er am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung Wolbergs. Die CSU wünsche sich allerdings zusätzlich ein Dokumentationszentrum zum Papstbesuch, das multimedial an diesen erinnert.

Piraten-Stadträtin Tina Lorenz äußerte sich auf Facebook zu der Einigung.

Piraten-Stadträtin Tina Lorenz dagegen kritisierte das Vorgehen im sozialen Netzwerk Facebook. „Der Stadtrat wurde mit der Entscheidung, ein Denkmal für den Papstbesuch in einer öffentlichen Grünanlage zu errichten, nicht befasst und ich hätte auch nicht dafür gestimmt“, schreibt sie. Sie verstehe den Wunsch der Katholiken, an das Ereignis zu erinnern. „Ich hätte mir aber einen (gerne öffentlich zugänglichen Standort) gewünscht, der der katholischen Kirche gehört.“ Die Grünen und die Linke hatten sich im März gegen ein Papst-Denkmal in der Öffentlichkeit ausgesprochen.

„Vielen Leuten die Hände reichen“

Der Eggenfeldener Künstler betonte, er lege Wert darauf, dass sein Werk den hohen Ansprüchen an Kunst in der Stadt gerecht wird. „Es muss ein Zeichen der Zeit sein, das passend ist für die Thematik.“ Dabei wolle er nicht nur die ansprechen, die sich eine Plastik zur Erinnerung an den Papstbesuch ausdrücklich wünschen. „Es ist immer schön, wenn man vielen Leuten die Hände reichen kann.“

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Das Papst-Denkmal

  • Erste Pläne:

    Die ersten Planungen für ein Denkmal, das an den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Regensburg im September 2006 erinnert, entstanden schon in den Monaten danach. „Kunst vorm Dom soll an Besuch des Papstes erinnern“, titelte der MZ-Lokalteil im September 2007. Künstler Joseph Michael Neustifter schlug auf Bitten des Bistums eine Ringskulptur vor.

  • Die weitere Debatte:

    Neustifters Idee aus dem Jahr 2007 wurde nie umgesetzt. „Dann ist das eingeschlafen“, erinnert er sich. Die CSU brachte 2012 den Vorschlag, mit einem Denkmal an den Papst zu erinnern, wieder aufs Tapet – damals ohne Erfolg. 2014 legte sie im Stadtrat einen Antrag vor, den sie auf Bitten des OB zurückstellte – er wolle erst mit dem Bischof sprechen.

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