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Das fürstliche Schloss putzt sich heraus

Am Freitag starten die Festspiele auf St. Emmeram in Regensburg. Bis dahin hat das Team von Odeon-Concerte viel zu tun.
Von Heike Haala, MZ

Festspielleiterin Julia Köppel und Techniker Felix Engesser liegen gut in der Zeit: Im Schlosshof stehen die Tribüne und die Bühne bereits, im Park alle Zelte. Jetzt geht es ans Feintuning.
Festspielleiterin Julia Köppel und Techniker Felix Engesser liegen gut in der Zeit: Im Schlosshof stehen die Tribüne und die Bühne bereits, im Park alle Zelte. Jetzt geht es ans Feintuning. Foto: Haala

Regensburg.Die Ketten, an denen die Lichtanlage unter der markanten durchsichtigen Bühne hängt, rasseln, bis die Stahlträgerkonstruktion mit den großen Scheinwerfern in Position gebracht und unter dem Runddach festgezurrt ist. Ein Lautsprecher nach dem anderen rauscht und donnert, bis die Techniker wissen, dass jedes einzelne der Geräte funktioniert. Im Innenhof des Fürstlichen Schlosses geht es in diesen Tagen wenig feudal zu.

Das 30-köpfige Team von Odeon-Concerte, Schenkendorfstraße, baut gerade die Einrichtung für die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele auf. Am Dienstagnachmittag sagt Festspielleiterin Julia Köppel, dass sie und ihr Team gut in der Zeit liegen. Die Hardware steht: Das sind die Bühne, die Tribüne und die Zelte im Park. Jetzt geht es noch ans Feintuning. Die Techniker installieren die Licht- und Tonanlagen. Die Zelte wollen mit Teppichen ausgelegt und mit Blumen dekoriert werden. Stephanie Birnthaler, Geschäftsführerin im Goliath Hotel, kündigt an, dass die Lounge und die Bar im Schlosspark in diesem Jahr neu gestaltet sein werden.

Generalprobe am Donnerstag

Bereits heute reist das Ensemble des Slowenischen Nationaltheaters aus Ljubljana an: Diesen Künstlern gehört der Premierenabend mit Puccinis Opernklassiker „La Bohème“. Am Samstag wird die Inszenierung wiederholt. Bis am Donnerstagabend die Generalprobe über die Bühne gehen kann, sind zwei Tage harte Arbeit angesagt. Bühnenbild, Ausleuchtung, Soundcheck – all das muss bis dahin erledigt sein.

Für Köppel und ihre Kollegin Nicole Zwicknagel – die beiden Frauen managen die Schlossfestspiele als Doppelspitze – beginnen damit zehn Tage, an denen sie riesige Shows im Akkord auf- und abbauen. Ist der letzte Ton der Oper am Samstagabend verklungen, werden sie das Bühnenbild in Windeseile wieder abbauen. Denn noch in derselben Nacht muss die Beleuchtung für die Show der französischen Sängerin Zaz, die am Sonntagabend spielt, stehen. Am Sonntagnachmittag geht der Soundcheck über die Bühne. „So geht das dann zehn Tage lang“, sagt Köppel.

Sie persönlich freut sich am meisten darüber, dass es dem Odeon-Team in diesem Jahr geglückt ist, den Startenor Placido Domingo nach Regensburg zu holen. Seit langem hat sie alles daran gesetzt, dass der Opernstar seine Stimme auch einmal in der Domstadt erklingen lässt. Aber der Juli ist eben der Monat der Festspiele – und gegen Bayreuth, München oder Salzburg muss sich auch Schloss Emmeram erst einmal durchsetzen.

Startenor ist keine Diva

Die sprichwörtliche Operndiva wird Domingo übrigens nicht geben, da ist Köppel sich ganz sicher. Gerade die Künstler aus dem klassischen Genre seien sehr professionell und auf die Qualität ihre Arbeit bedacht. „Immerhin haben sie auch eine gewaltige Leistung abzuliefern“, sagt Köppel.

Mit den Schlossfestspielen beginnt auch das alljährlich Rätselraten um die Gästeliste der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis oder die von Impresario Reinhard Söll. Immerhin ist des den beiden schon oft geglückt, das ein oder andere Promisternchen in die Domstadt zu holen. Bis Dienstag aber soll sich weder beim Schloss noch beim Veranstalter ein Star angesagt haben, der das Regensburger Glamour-Event von der Tribüne aus erleben möchte. Birnthaler freut sich schon auf einen ganz besonderen Ehrengast. Zum Konzert von Tom Jones am 23. Juli hat sich Clovis Taittinger vom gleichnamigen Champagner-Hersteller aus Reims angesagt. Der edle Tropfen aus dem Familienbetrieb wird zu den Schlossfestspielen ausgeschenkt, deswegen wollte Taittinger sich diesen Ort nun einmal selbst ansehen.

Laura Schütze von Odeon-Concerte sagt auf Nachfrage der MZ, dass es für Kurzentschlossene, die jetzt Lust auf die eine oder andere Sommershow im Schloss bekommen haben, noch nicht zu spät sei. „Karten gibt es noch für alle Konzerte, außer das des deutschen Soul-Stars Xavier Naidoo“, so Schütze.

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