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Der pelzige Hüter der Cuntz-Orgel

Eine Maus ist die Protagonistin eines Blogs rund um das Instrument aus der Regensburger Minoritenkirche. Sie hat viele Fans.
Von Simon Bauer, MZ

  • Die Orgelmaus aus der Minoritenkirche ist auf der Suche nach ihrer Heimat und ihrer Bestimmung. Auf einem Blog können die Fans ihre Abenteuer mitverfolgen. Foto: Wibke Ladwig
  • Prof. Norbert Düchtel (links) und Kulturreferent Klemens Unger an der Orgel in der Minoritenkirche. Foto: Scherrer

Regensburg.Schon seit langer Zeit wachen „Orgelmäuse“ über ihre Instrumente. Das sind kleine Nager, die die Aufgabe haben, die Orgeln dieser Welt zu schützen und zu pflegen. Auch die Cuntz-Orgel der Minoritenkirche in Regensburg hat so einen Schutzgeist. Auch, wenn das Instrument derzeit in Bautzen restauriert wird und erst im Sommer wieder nach Regensburg zurückkommt. Einstweilen kann die Netzgemeinde die Abenteuer der kleinen Orgelmaus auf einem Webblogs unter www.orgelmaus.wordpress.com verfolgen.

Das „Transmedia-Storytelling“-Projekt erzählt die Geschichte der kleinen, grauen Orgelmaus, die eine aufregende Reise zum Schutz ihres Instruments auf sich nimmt. Das Thema scheint zu interessieren: Mehr als 3537 Zugriffe hatte der eingerichtete „Projekt-Orgelmaus-Blog“ bisher.

Eine Geschichte mit zwölf Kapiteln

Die Abenteuer der Orgelmaus umfassen zwölf Kapitel. Sie erzählen von Maus, die die Nachfolgerin ihrer Mentorin und Großmutter werden soll. Ihre Großmutter ist die weiße Maus Blanche, die bisher die Hüterin der Cuntz-Orgel in der Regensburger Minoritenkirche war. Da sich Maus anfangs jedoch weniger für die Orgel als für das Tagesgeschehen im Kirchengebäude und für seine Besucher interessiert, zweifelt Blanche zunächst an ihrer Wahl.

Als die Restaurationsfirma „Eule“ die Orgel eines Tages Stück für Stück zu Restaurierungszwecken abmontiert, landet Maus durch einen unglücklichen Zufall in der Transportkiste des Unternehmens und findet sich in der Werkstatt des Orgelrestaurationsunternehmens „Eule“ in der kleinen Stadt Bautzen wieder. Maus versucht mit Hilfe des dort beheimateten Katers Kraven, der Eule Athena und der Wanderratte den Weg nach Hause zurück in die Minoritenkirche zu finden – zusammen mit der Orgel.

Die Geschichte dieses pelzigen Kulturhüters entstand als Kooperation der Bayerischen Sparkassenstiftung mit dem Kulturreferat der Stadt Regensburg. „Wir haben vor allem einen Weg gesucht, die jüngeren Generationen mit diesem Thema vertraut zu machen, sie allgemein mehr für Kultur zu interessieren“, so Unger. Geschichte und Projekt haben sich Autorin Wibke Ladwig und Social-Media- Experte Frank Tentler ausgedacht, die so einen eigenen kleinen Kosmos rund um die Cuntz-Orgel erschufen.

Junge Menschen begeistern

„Die Sparkassenstiftung erklärte sich nur bereit, das Restaurationsprojekt zu finanzieren, wenn wir eine innovative Idee einbringen würden“ so Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg. Also hat er sich für das „Transmedia-Storytelling“-Konzept entschieden. Es wirkt auf zwei Ebenen auf die Orgelmaus-Fans ein. Die erste ist die Geschichte des Abenteuers der Orgelmaus, die dem Leser das Thema durch Sympathie spielerisch näherbringen soll, während die zweite musikalische und historische Fakten über die Orgel und Informationen über das Restaurationsprojekt vermittelt.

„Die Geschichte ist befristet“, sagt Kulturreferent Unger. „Mit der Einweihung der restaurierten Orgel und den darauffolgenden Konzerten im Sommer wird sie zu einem Ende kommen.“

Bis dahin bleibt es spannend: Wird Maus ihren Weg mit der Orgel zurück nach Hause finden? Kann sie nach dem Vollenden des Projekts ihre Bestimmung als kulturpflegende Orgelmaus ausüben? Auf jeden Fall wird ihr dieses Abenteuer die Bedeutung ihres geschichtsträchtigen Instruments nähergebracht haben.

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