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Tierliebe

Die Eichhörnchen haben es ihr angetan

Birgit Cerny liebt die Nager. Sie hat schon einen Fotokalender mit den Baumfüchsen gestaltet. Jetzt arbeitet sie am nächsten.
von Julia Meidinger, MZ

Zwei Eichhörnchen, die im Herzogpark leben, sind die Stars des Foto-Kalenders von Birgit Cerny.
Zwei Eichhörnchen, die im Herzogpark leben, sind die Stars des Foto-Kalenders von Birgit Cerny. Foto: Birgit Cerny

Regensburg.Auf Birgit Cernys Stirn hat sich eine Sorgenfalte gebildet, sie wirkt bedrückt. „Seit zwei Wochen war ich jetzt nicht mehr bei meinen Schützlingen. Ich hoffe, sie finden trotz des Schnees etwas zum Fressen.“ Die Schützlinge der Hobby-Fotografin, das sind die Eichhörnchen im Herzogspark. Jedes Wochenende und bei jeder Witterung, gleich, ob es regnet, stürmt oder schneit, Birgit Cerny besucht ihre „Oachkatzl“. Doch seit einigen Tagen ist der Herzogspark für Besucher gesperrt, „wegen Schnee und Glätte“. Birgit Cerny vermisst ihre trolligen Nager, die sie bereits an ihrer blauen, bis zum Rand mit Nüssen gefüllten Tasche erkennen.

„Seit dem vergangenen Sommer sind nur noch zwei Mädels da. 2014 waren es noch an die zehn Eichhörnchen, die durch den Park getollt sind“, erzählt Cerny. „Wahrscheinlich sind die meisten überfahren worden.“ Birgit Cerny kennt jedes Versteck, jeden Kobel der beiden Nager, sie weiß, wo sie sich aufhalten und wann sie ihren Mittagsschlaf halten. Wenn die Hobby-Fotografin von den flauschigen Nagern mit dem buschigen Schweif erzählt, gerät sie sofort ins Schwärmen. Die „dunklen Ärmelchen und der weiße Pfeil an der Schwanzspitze“ der dunklen Eichhörnchen-Dame seien etwas „ganz Besonderes“. Sie macht sich auch Sorgen um ihre kleinen Baumfüchse. Wenn es gestürmt hat, prüft Cerny sofort, ob die Kobel der Nager nicht beschädigt wurden.

„Das Überraschende mag ich“

Birgit Cerny hat schon immer gern fotografiert, zu ihrem Lieblingshobby wurde es aber erst vor knapp fünf Jahren.
Birgit Cerny hat schon immer gern fotografiert, zu ihrem Lieblingshobby wurde es aber erst vor knapp fünf Jahren. Foto: Birgit Cerny

Ihre zwei Mädels – ein rotes und ein dunkles Eichhörnchen – sind seit diesem Jahr auch Kalender-Stars. Auf die Idee, einen Kalender von ihren beiden Lieblingen zu veröffentlichen, haben Birgit Cerny die Besucher des Herzogsparks gebracht. Die haben sich zuerst gewundert, warum die Frau mit den dunklen Locken bereits frühmorgens bei Wind und Wetter im Park saß. Bald bemerkten sie, dass die mit einer Kamera und einer Tasche voller Nüsse bewaffnete Dame wegen der Eichhörnchen oft stundenlang regungslos auf einer Bank verharrte. „Mehrere Menschen haben mich angesprochen, ob es die Bilder irgendwo zu sehen gäbe und ob sie auch welche haben könnten.“, berichtet Birgit Cerny. Als ihre originellen Nahaufnahmen von den Nagern auch in den sozialen Netzwerken auf große Begeisterung stießen, kam sie auf die Idee, ihre Fotos zu veröffentlichen. Als ihr Foto des „roten Mädels“, das einen mit Nüssen beladenen Miniatur-Einkaufswagen zu schieben scheint, den Fotowettbewerb „Schönstes Herbstbild Ostbayerns“ gewann, war die Idee für einen Kalender geboren. „Die kleine Welt der Eichhörnchen“ heißt Cernys Kalender, der auf Amazon und Calwendo.de bestellt werden kann. In vier Wochen erscheint schon der neue Kalender „Unsere Eichhörnchen in Bayern“ für das kommende Jahr 2017, ihn wird es auch im Buchhandel zu kaufen geben.

Eichhörnchen als Foto-Stars

„Ich habe schon immer am liebsten Tiere fotografiert“, erinnert sich Cerny. „Menschen sind als Modelle zwar einfacher abzulichten, sie halten sich im richtigen Moment still und wissen, wie sie schauen sollen. Bei Tieren dagegen ist das schwieriger, man weiß nie, was sie als nächstes vorhaben. Das Unerwartete und Überraschende mag ich“, erklärt die Hobby-Fotografin.

Wiedervereinigung mit den Tierchen

Birgit Cerny hat schon immer gern fotografiert, zu ihrem Lieblingshobby wurde es aber erst vor knapp fünf Jahren. „Meine ersten lebendigen Motive waren meine Katzen“, sagt die Tierliebhaberin. Auf das Eichhörnchen kam sie eher zufällig. Vom Küchenfenster beobachtete sie die flinken Nager, wie sie sich über das Futterhäuschen her machten. „Leider waren die Besucher-Eichhörnchen zu scheu, um schöne Bilder von ihnen zu machen“, sagt Cerny. Als sie im Sommer 2014 die zutraulicheren Baumfüchse im Herzogspark entdeckte, war es um die Regensburgerin geschehen.

Vor einigen Tagen hat Birgit Cerny dem Gartenamt geschrieben. „Ich hoffe auf eine Sondererlaubnis, mit der ich den Park betreten darf“, erklärt sie. Dann stehe der Wiedervereinigung mit ihren Schützlingen nichts mehr im Wege.

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