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Planung

Stadt schafft Räder zum Ausleihen an

500 Vehikel werden bald in Regensburg für Bürger und Touristen bereitstehen. Das Projekt wird die Kommune 600000 Euro kosten.
Von Heike Haala, MZ

Fahrradverleihsysteme gibt es bereits in vielen Städten, wie zum Beispiel hier in Paris.
Fahrradverleihsysteme gibt es bereits in vielen Städten, wie zum Beispiel hier in Paris. Foto: dpa

Regensburg.Mainz hat eines, Köln, Nürnberg, Münster oder Ulm sowieso und auch die Regensburger werden nun eines bekommen: ein Fahrradleihsystem. Das beschloss der Stadtplanungsausschuss am Mittwochnachmittag während seiner Sitzung einstimmig. Damit sollen Regensburger und ihre Besucher möglichst bis Jahresende auf etwa 500 Leihfahrräder umsteigen können. Leihfahrradsysteme machen Menschen mobil, die kein Fahrrad besitzen. Auch helfen die Fahrräder als Brückentechnologie, wenn der ÖPNV nicht weiterhilft oder es spontan einfach schneller gehen muss, als zu Fuß, weil Termindruck herrscht.

Vertreter Stadt haben sich im Frühjahr mit sieben Unternehmen getroffen, die solche Fahrradleihsysteme auf dem Markt anbieten und sich ihre Konzepte vorstellen lassen. Deswegen stehen in der Beschlussvorlage bereits die Bedingungen, die das System für Regensburg erfüllen muss: Die Stadt wünscht sich ein flächendeckendes, öffentliches Fahrradverleihsystem. Rund um die Uhr und zwölf Monate im Jahr werden 500 Räder zur Verfügung stehen. 50 Prozent dieser Fahrräder sollen Pedelecs sein. Die Leiher werden ihre Vehikel auf dem Handy, dem Computer, dem Leihterminal oder am Rad direkt buchen können. Der Preis dafür könnte in den Tarif des RVV integriert werden, auch Vergünstigungen für Studenten oder Hotels sind vorstellbar. Die Leihstationen sollen flexibel hinzugefügt oder verlegt werden können. Für die Räder wünscht sich die Stadt eine Option auf ein Navi. Die Ausschreibung, mit der ein Unternehmen gefunden werden soll, das alle diese Wünsche erfüllt, bereitet die Stadt nun vor.

Anschub bei der Finanzierung

Das neue Mobilitätsprojekt kann laut Vorlage in den ersten Jahren nicht kostendeckend betrieben werden. Die Stadt rechnet damit, dass sie in den ersten drei Jahren 600 000 Euro investieren muss, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das Unternehmen, das den Zuschlag bekommt, muss zunächst 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um das System in Regensburg bereitzustellen: Dieses Geld fällt etwa für die Räder, die Leihterminals, für Software oder Werbung an. „Es ist üblich, dass Unternehmen, die ein Fahrradverleihsystem in einer Stadt einrichten, erst einmal Geld in die Hand nehmen“, sagt Juliane von Roenne-Styra, die Pressesprecherin der Stadt. In Ulm, Köln oder Nürnberg sei das auch der Fall gewesen.

Rudolf Forberger, der Pressesprecher der Polizeiinspektion Süd, sieht in der Einführung dieses Systems kein Problem. Die 500 Räder würden weder beim Verkehrsaufkommen noch bei möglichen Fahrraddiebstählen ins Gewicht fallen. Die Zahl der Fahrräder, die in Regensburg unterwegs sind liegt im unteren sechsstelligen Bereich.

Das Thema Bike-Sharing kommt mit diesem Beschluss nicht zum ersten Mal in Regensburg auf. Seit einem halben Jahr betreibt Leonid Verhovskj vom Regensburger Ableger der Transition-Bewegung eine Fahrradleihstation mit fünf Gefährten beim Café Lila.

Bike-Sharing in Regensburg

Eine weitere bei der Universität ist in Planung. Das Projekt der Stadt sieht er nicht als Konkurrenz, immerhin können die Räder seines Systems kostenfrei geliehen werden. Die Nachfrage für die Räder sieht er in Regensburg. Besonders bei gutem Wetter sind die Drahtesel ausgelastet. Drahtesel mit Sonderausstattung machen seiner Meinung nach den besonderen Reiz eines solchen Systems aus. Beispielsweise ist das Lastenfahrrad der Transitioner der Liebling der Ausleiher. Das grasgrüne Teil trägt den Namen „Shrek“.

Fahrradfreundliche Kommune

  • Arbeitsgemeinschaft:

    Regensburg hat zusammen mit 13 weiteren die Kommunen die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune in Bayern ins Leben gerufen, erfüllt aber die Aufnahmekriterien des Vereins noch nicht. Eine Forderung davon ist das vom Planungsausschuss beschlossene Fahrradverleihsystem.

  • Anteil der Radler erhöhen:

    Eine Kommission forderte vor drei Jahren außerdem, dass Regensburg bis Ende 2015 den Anteil der Radler in der Stadt erhöht, ein Radverkehrsbeauftragter, ein flachendeckendes Konzept für Fahrradwegweiser, ein Dienstradpool, Schilder für Radler entlang von Baustellen und ein Radlerwinterdienst.

  • In Vorbereitung:

    Im November wurden die Maßnahmen beschlossen. Inzwischen sind sie laut Pressestelle der Stadt in Vorbereitung. Da sich viele Kommunen mit den Kriterien schwertun, erteilt die Kommission der Fahrradfreundlichen Kommune eine Option auf Verlängerung der Nachweißfrist um ein Jahr. (la)

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