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Polizei

Fliegerbombe im Dörnberg ist entschärft

Wieder wurde ein Blindgänger im Regensburger Westenviertel gefunden. Diesmal war keine kontrollierte Sprengung nötig.
von Andrea Rieder und Heike Haala, MZ

  • Auf dem Dörnberg-Areal wurde wieder eine Bombe gefunden. Foto: Lex
  • Bei Bauarbeiten wurde die Fliegerbombe entdeckt. Foto: Matthes

Regensburg.Gegen 16.30 rollte der Verkehr wieder in der Ladehofstraße und die Arbeiter auf der Baustelle für das neue Dörnberg-Viertel konnten ihre Maschinen erneut anwerfen. Eine Stunde zuvor hatten sie eine Zwangspause einlegen müssen. Denn Kampfmittelbeseitiger waren im westlichen Teil des Baufelds auf den Rest einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Der Teilzerscheller hatte noch eine Sprengkraft von 70 Kilo und musste von Sprengmeister Michael Filips entschärft werden.

Es war nicht die erste Bombe, die im Untergrund des neuen Dörnberg-Viertels gefunden wurde. Erst im Februar ist ein Blindgänger im Regensburger Westenviertel kontrolliert gesprengt worden. Weitere Bombenfunde gab es im Mai vergangenen Jahres und im September 2015.

Hier sehen Sie ein Video:

Video: MZ

Feuerwehr sicherte die Baustelle

Bevor Filips die Bombe entschärfen konnte, musste die Feuerwehr drei Gebäude entlang der Ladehofstraße evakuieren. Etwa 50 Menschen waren davon betroffen. Zudem gab es Straßensperren der Polizei. Teile der Ladehofstraße, der Friedrich-Niedermayer-Straße sowie der Hoppe- und der Wilhelmstraße konnten zwischen 15.30 und 16.30 Uhr nicht passiert werden. Auch der Zugverkehr stand während der Entschärfung der Bombe still, zudem sicherte die Feuerwehr die Baustelle.

Hier sehen Sie Bilder vom Einsatz im Dörnberg-Viertel:

Fliegerbombe in Regensburg wurde entschärft

Immer wieder musste die Polizei Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer anhalten, damit sie nicht ins Evakuierungsgebiet fahren. Während der Sperrung bildete sich etwa in der Hoppestraße eine Schlange aus mehreren Baufahrzeugen, deren Fahrer eigentlich auf der Baustelle weiterarbeiten wollten. Einige von ihnen standen scherzend auf der Straße und unterhielten sich. Für einen von ihnen aber bedeutete die Zwangspause puren Stress. Das war Heiner Pöppl. Er hatte eine Wagenladung nassen Beton in seinem Mischer und allerhöchstens noch 90 Minuten Zeit. Dann sollte der Beton verbaut sein. „Sonst wird er zu hart und ich kann ihn wegschmeißen“, sagt er.

Betonmischer im Stress

Freudestrahlend und erleichtert fuhr Pöppl knapp 40 Minuten später auf die Baustelle und lieferte seine Ladung ab – gerade noch rechtzeitig. Zuvor hatte Sprengmeister Filips gemeldet, dass die Entschärfung der Bombe geglückt sei. Im Gespräch mit unserem Medienhaus berichtete er, dass sich der Zünder einfach von der Bombe hatte lösen lassen.

So reibungslos die Entschärfung am Mittwochnachmittag auch vonstatten ging, so gefährlich war der Teilzerscheller aus dem Zweiten Weltkrieg. „Auch von den Bombenresten geht noch große Gefahr aus“, sagte Filips. Der Sprengmeister erklärte nach seinem Einsatz auch, was alles hätte passieren können, wenn der Bombenrest unkontrolliert losgegangen wäre: Die Detonation hätte einen bis zu drei Meter tiefen Krater in den Baustellenboden gerissen, weiterhin wäre es zu einer Druckwelle im Umfeld von etwa 150 Metern gekommen. Sie hätte bei allen Menschen in der Nähe schwere Hörschäden verursachen können. „Möglicherweise wären ihnen sogar die Lungen geplatzt“, sagte Filips. Welchen Schaden die Bombensplitter hätten anrichten können, die nach der Detonation durch die Luft geschossen wären, mochte Filips sich gar nicht ausmalen.

Erst Mitte Februar wurde im „Dörnberg“ eine Fliegerbombe kontrolliert gesprengt, nachdem sich der Zünder nicht hatte lösen lassen. Die Blindgänger-Überreste waren in einem vier Meter tiefen Erdloch auf der Baustelle für das Dörnbergviertel gefunden worden.

In unserem NewsBlog können Sie die Ereignisse vom Mittwochnachmittag nachlesen:

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